„Klassische Eleganz, ein unglaublich untypisches Paar“, flötet Frankreichs größte Illustrierte „Paris-Match“ über das junge Paar. Beide sind hochgewachsen und schlank, schick gekleidet und in perfekter Harmonie – sogar die Sonnenbrillen setzen sie im Gleichschritt auf.

Ihre Herkunft könnte indessen kaum unterschiedlicher sein. Er, Jordan Bardella, 30 Jahre alt, Sohn italienischstämmiger Arbeiter, ist in der armen Pariser Vorstadt Drancy aufgewachsen. Er hat keine abgeschlossene Ausbildung, ist aber seit 2022 Vorsteher der rechten Partei Rassemblement National (RN).

Sie heißt Maria Carolina de Bourbon des Deux-Siciles, ist 22 und Erbprinzessin der Bourbonen-Dynastie. Die Modeschöpferin und Influencerin ist in Monaco und in sechs Sprachen zu Hause; gelegentlich tritt sie als Mannequin auf oder engagiert sich bei wohltätigen Aktivitäten für die Ozeane.

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Trump-Verbindung: Bardellas Partnerin schon als Teenager in Mar-a-Lago

Eine Gemeinsamkeit haben die beiden Promis: Donald Trump. Bardella steht ihm politisch nahe, auch wenn er im Iran-Krieg auf Distanz gegangen ist, und seine neue Gefährtin hatte schon 2018 die Residenz Mar-a-Lago des US-Präsidenten besucht, wie ein Familienfoto vom Beginn seines ersten Mandates im Jahr 2018 belegt. Damals war Maria Carolina allerdings erst 15 gewesen und in Begleitung ihrer Eltern nach Florida gereist.

Bardella gilt bei den französischen Präsidentschaftswahlen in einem Jahr als Favorit. Jedenfalls, wenn die RN-Gründerin Marine Le Pen im Sommer wegen einer Veruntreuungsaffäre wie erwartet für unwählbar erklärt werden sollte. Und da für die Wahl ins Elysée nicht nur die politische Ausrichtung der Kandidierenden zählt, sondern auch ihre Persönlichkeit, wollen die Pariser Medien genau wissen, wer neben Anwärter Bardella als First Lady in den Präsidentenpalast einziehen würde.

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Bardellas Partnerin könnte RN-Wählern zu elitär erscheinen

Die Zeitung „Le Parisien“ glaubt, die blaublütige Italienerin wäre für die RN-Wählerinnen und Wähler etwas „zu bling-bling“. Aus dem rechtsextremen Front National hervorgegangen, versteht sich das RN heute als Partei der „kleinen Leute“. Und während Marine Le Pen immer wieder deklamiert, ihre Partei stehe weder rechts noch links, steht Bardella dem Arbeitgeberverband Medef nahe und der wirtschaftsliberalen Rechten.

Nach jetzigem Stand dürfte Bardella bei den Präsidentschaftswahlen 2027 problemlos in die Stichwahl vordringen: In den Umfragen werden ihm 33 Prozent Stimmen gutgeschrieben, mehr als allen anderen. Gegen einen Konservativen wie Bruno Retailleau oder einen Macronisten wie Edouard Philippe wäre Bardella aber auf ein Minimum an Stimmen von links angewiesen. All die Arbeiter und Rentner, die in den letzten Jahren von den Sozialisten und Kommunisten zu den Rechtspopulisten übergelaufen sind, denken aber weiterhin sehr republikanisch, und das heißt auch anti-elitär und anti-trumpistisch. Etliche würden wohl nicht für einen Kandidaten stimmen, der eine reiche Glitzer-Aristokratin mit Beziehungen nach Mar-a-Lago zur Partnerin hat.

Zumal Maria Carolina de Bourbon des Deux-Siciles eine Nachfahrin des Bourbonen-Herrschers Ludwig XIV. ist. Und mit dem Sonnenkönig aus Versailles haben die französischen Republikaner, ihrerseits stolze Erben der großen Revolution von 1789, wirklich nichts am Hut.