- Emmanuel Macron ruft französische Unternehmen auf, sich einer „Kriegswirtschaft“ zu öffnen
- Auch der Autobauer Renault ist davon betroffen
- Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Renault Militärfahrzeuge baut
Renault entwickelt sich von einem klassischen Autobauer zu einem breit aufgestellten Mobilitätskonzern – inklusive militärischer Sparte. Der französische Autobauer folgt damit dem Aufruf von Präsident Emmanuel Macron im letzten Jahr, die französischen Unternehmen sollten sich einer eigentlichen „Kriegswirtschaft“ öffnen.
Jetzt gab der Konzern, der 2024 weltweit 2,2 Millionen zivile Fahrzeuge absetzte, den Bau autonomer und unbemannter Fahrzeuge und von Robotern für den militärischen wie auch zivilen Gebrauch bekannt. Bei diesem Forschungsprojekt kooperiert Renault mit der Firma Arquus, einem französischen Hersteller militärischer Fahrzeuge für den Truppentransport oder als Waffenplattformen. Das Gefährt soll im Juni bei einer Waffenschau in Paris vorgestellt werden. Es hat laut der Zeitung „Le Figaro“ die Dimensionen eines kleinen Autos, was in den Sozialen Medien Witzeleien über einen „Twingo in Tarnfarben“ bewirkte. Stückzahl und Produktionsort sind noch nicht bestimmt.
Rund um das Thema Mobilität
Rüstung in Frankreich: Renault entwickelt jetzt „Twingo in Tarnfarben“
Schon im Februar hatte Renault den Bau einer Luftdrohne mit dem französischen Rüstungsunternehmen Turgis Gaillard bestätigt. Sie soll laut Renaults Firmen-Communiqué verschiedene militärische Zwecke erfüllen können, so als Trägerin „ferngesteuerter Langstrecken-Munition“ oder als Beobachtungs- und Überwachungsdrohne. Ihr Name lautet „Chorus“; monatlich sollen in der Stadt Le Mans 600 Exemplare produziert werden. Fürs Erste sollen diese unbemannten Fluggeräte an die Ukraine geliefert werden.
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Der Markendirektor von Renault, Fabrice Cambolive, erklärte auf dem TV-Sender BFM-Business, Renault sei von der nationalen Rüstungsagentur DGA gebeten worden, seine „industrielle Expertise in Sachen Produktion und Konzeption“ einzubringen. Die Oberleitung habe der Staat. Auf die Journalistenfrage, ob die Drohne offensiven oder defensiven Charakter haben soll, sagte Cambolive: „Fragen Sie die Behörden.“
Renault baut seit dem Ersten Weltkrieg Panzer und Militärfahrzeuge
Dass Frankreich den Auftrag an Renault vergibt, ist kein Zufall. Der französische Autohersteller hatte schon im Ersten Weltkrieg den Kleinpanzer FT 17 gebaut, der für den Kriegsausgang eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben soll. Vor dem Zweiten Weltkrieg produzierte Renault den Panzer R35 sowie diverse Militärvehikel. Nach Beginn der deutschen Besatzung Frankreichs im Jahr 1940 übernahm die Wehrmacht den Bau von Renault-Lastern für ihre eigenen Zwecke.
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Nach dem Krieg wurde Renault durch die französische Regierung verstaatlicht. Erst ein halbes Jahrhundert später, in den neunziger Jahren, wurde es wieder schrittweise privatisiert. Heute hält der Staat noch 15,01 Prozent der Anteile an Renault; der japanische Partner Nissan behält 15 Prozent.
Jetzt kehrt die französische Marke wieder in den militärischen Bereich zurück. Sie soll der Armee helfen, ihre Mobilität und autonome Systeme mit Drohnen und Robotern auszubauen. Generell soll sie eine vom Ausland unabhängige Rüstungsproduktion fördern. Frankreich wolle sich Kernkompetenzen in den Bereichen Batterie, Elektromotoren, Sensorik und Software schaffen, erklärte Renault-Markenchef Cambolive. Ihm zufolge verschwimmen die Grenzen ziviler und militärischer Technologie zunehmend.







