Über Teheran liegt noch der beißende Rauch brennender Treibstoffdepots, als in mehreren Städten Anhänger des Mullah-Regimes auf die Straße gehen. In Isfahan skandieren sie auf dem Imam-Platz „God is the Greatest“, vor ihnen Porträts von Ali Chamenei und seinem Sohn – dem neuen „Obersten Führer“. Erst seit dem Wochenende ist Ayatollah Mojtaba Chamenei (56) offiziell Nachfolger seines bei den ersten israelisch-amerikanischen Militär-Schlägen am 27. Februar getöteten Vaters. Doch in Washington und Jerusalem gilt der neue Mann schon jetzt als „gezeichneter“ Führer – als potenzielles nächstes Ziel.
Trump über Chamenei-Nachfolge: „Dann wird er nicht lange durchhalten“
US-Präsident Donald Trump erklärte am Sonntag gegenüber ABC News: „Wenn er nicht unsere Zustimmung erhält, dann wird er nicht lange durchhalten.“ Am Montag setzte der Präsident noch einen drauf und sagte, dass die Iraner mit der nicht „hinnehmbaren“ Wahl Mojtaba Chameneis „einen großen Fehler“ begangen hätten. Und er wiederholte seine Forderung, bei der Auswahl eines „akzeptablen“ Nachfolgers mitreden zu dürfen: „Ich mache das nicht durch, um am Ende wieder einen Chamenei zu bekommen“, sagte er gegenüber dem Time Magazine.
Noch schärfer ist, was hinter den Kulissen berichtet wird. Nach Angaben aktueller und ehemaliger US-Beamter soll Trump seinen Beratern bereits signalisiert haben, er würde die Tötung Mojtabas Chameneis unterstützen, falls dieser US-Forderungen – etwa das Ende des Atomprogramms – nicht akzeptiert. Das Weiße Haus wollte das bisher nicht kommentieren.
Israel: „ohne Gnade“ verfolgen
Israels Seite sendet ebenfalls Drohsignale. US-Medien berichten, die Netanjahu-Regierung habe schon vor der Bekanntgabe des Nachfolgers erklärt, man werde jeden ins Visier nehmen; „egal wer gewählt wird”. Netanjahu kündigte an, man werde Irans Herrscher „ohne Gnade“ treffen; es gebe einen Plan „mit vielen Überraschungen, um das Regime zu destabilisieren und einen Wechsel zu ermöglichen.”
Mehr von Israel-Korrespondentin Maria Sterkl
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Geheimdienst-Experten in Washington halten hinter vorgehaltener Hand dagegen. Mojtaba Chamenei war demnach nicht in Teheran, als sein Vater getötet wurde. Das spreche dafür, dass er bereits unter maximalem Schutz stand – und nach der Erfahrung seines Vaters nun in die totale Abschottung gehen dürfte: minimale Öffentlichkeit, wechselnde Standorte, Kommunikation über engste Kanäle. Vorsichtsstufe 9. Ob Israel, dem ein erneuter Schlag gegen die Spitzen im Iran zufiele, eine „noch dickere Mauer des Schweigens” durchbrechen könne, sei zumindest fraglich.
Kurze Haltbarkeit von Chamenei-Sohn? Folgen wären erheblich
Wann senken Trump und Netanjahu bereits jetzt de facto den Daumen über den „Neuen“? Trump koppelt „Akzeptanz“ an amerikanische Bedingungen und droht offen mit kurzer Haltbarkeit; Israel spricht von fortgesetztem Vorgehen gegen die Führung. Operativ entscheidet nicht ein Datum, sondern ein Fenster: Sobald Geheimdienste Mojtabas Aufenthaltsort mit ausreichender Sicherheit lokalisieren – und sobald Washington/Jerusalem glauben, Irans Vergeltungsfähigkeit weiter entscheidend geschwächt zu haben.
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Die Folgen eines erneuten Enthauptungsschlags wären erheblich. Innenpolitisch könnte er im Iran die Macht noch stärker zu den Sicherheitsorganen um die hoch gerüsteten Revolutionsgarden verschieben; extern drohen neue Vergeltungsschläge in der Region und darüber hinaus. Ganz zu schweigen von der Weltwirtschaft. Sie will aus der Eskalationsspirale raus – sofort.




