US-Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr. hat in einem Podcast in ungewöhnlicher Offenheit über seine frühere Drogensucht gesprochen. Im Format „The Past Weekend“ des Podcasters und Comedian Theo Von spricht der Neffe des berühmten John F. Kennedy zunächst über die Corona-Zeit.
Es gab eine Zeit, da besuchten die beiden gemeinsam Selbsthilfegruppen für Drogenabhängige. Im Zuge der Pandemie wurden viele Treffen offiziell abgesagt. „Aber wir trafen uns trotzdem“, sagt Kennedy. Sie seien etwa 15 Leute gewesen und wie „eine Gruppe von Piraten“, so der US-Minister weiter.
Robert Kennedy Jr. und Drogen: „Habe früher Koks auf Toilettensitzen gezogen“
Sorgen vor einer Ansteckung mit Covid habe er sich nicht gemacht: „Ich ging jeden Tag zu einem Meeting. Ich sagte, ich habe keine Angst vor Keimen. Ich habe früher Koks von Toilettensitzen gezogen.“ Mit Blick auf seine frühere Suchterkrankung stellt er fest: „Ich weiß, diese Krankheit wird mich umbringen.“ Und weiter: „Wenn ich es nicht behandle, was für mich bedeutet, jeden Tag zu Meetings zu gehen, ist das einfach schlecht für mein Leben.“ Kennedy wurde im Jahr 1983 in South Dakota wegen Heroinbesitzes festgenommen. Im Anschluss unterzog er sich einer Entziehungskur und ist seit mehr als vier Jahrzehnten drogenfrei.
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Seine Aussagen provozierten heftige Kritik. Die gemeinnützige US-Organisation Protect Our Care, die sich für eine bezahlbare Gesundheitsversorgung in den USA einsetzt, forderte Kennedy nach dem Interview zum Rücktritt auf. In einer Stellungnahme hieß es, er sei „die gefährlichste, überforderteste und ungeeignetste Person, die jemals eine so wichtige Bundesbehörde mit lebenswichtiger Macht geleitet hat“, berichtet der Sender Sky News.
Drogen-Geständnis stößt auf Kritik
Das Geständnis von Kennedy stieß auch in den sozialen Medien auf heftigen Widerstand. Malcolm Kenyatta, demokratischer Abgeordneter aus Pennsylvania, schrieb zum Beispiel auf X: „Aus irgendeinem Grund traue ich diesem Mann in Fragen der öffentlichen Gesundheit nicht.“
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Auch die NGO American Immigration Council, die sich für die Rechte von Migranten einsetzt, kritisierte Kennedy scharf und warf ihm eine Doppelmoral in der Haltung gegenüber Sucht vor. Aaron Reichlin-Melnick, leitender Mitarbeiter der NGO, schrieb: „Nur zur Erinnerung: Die Trump-Regierung bezeichnet Einwanderer, die drogenabhängig geworden sind, als ‚die schlimmsten der schlimmsten‘ Kriminelle, egal wie lange ihre Suchtprobleme zurückliegen.“
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