Rock-Legende Bruce Springsteen gilt als einer der US-Stars, die den US-Präsidenten Donald Trump und seine Politik am schärfsten kritisieren. Nun hat der 76-Jährige einen neuen Song den Menschen in Minneapolis und ihrem Kampf gegen die Razzien der Einwanderungsbehörde ICE gewidmet. In „Streets of Minneapolis“, dessen Titel an eines von Springsteens berühmtesten Liedern angelehnt ist, klagt er „König Trumps Privatarmee“ an, „die auf unseren Rechten herumtrampelt“.

„Oh Minneapolis, ich höre deine Stimme / die durch den blutigen Nebel schreit“, heißt es im Refrain des Springsteen-Songs. „Wir werden die Namen derer in Erinnerung behalten / die auf den Straßen von Minneapolis gestorben sind.“ Der Song hatte schon nach wenigen Stunden mehr als 176.000 Likes auf Instagram.

Der Rocker schreibt auf seiner Webseite, dass der Song „den Menschen in Minneapolis, unseren unschuldigen Einwanderer-Nachbarn und in Erinnerung an (die beiden von Bundesbeamten erschossenen US-Bürger) Alex Pretti und Renée Good“ gewidmet sei. Er habe das Lied am Samstag geschrieben, am Dienstag aufgenommen und am Mittwoch veröffentlicht – „als Antwort auf den Staatsterror“, von dem die Stadt im Bundesstaat Minnesota heimgesucht werde. Begleitet von „ICE Out“-Rufen ruft Springsteen in dem Song dazu auf, „für dieses Land und den Fremden in unserer Mitte aufzustehen“.

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Bruce Springsteen nennt Trump „Idioten“

Springsteen ist seit langem als Kritiker des US-Präsidenten bekannt. Auch im vergangenen Juni bei seinem Tour-Stopp in Berlin teilte er gegen den Republikaner aus, kritisierte Abschieberazzien und den Umgang der Regierung mit Demonstrationen in Los Angeles. „Sie setzen das amerikanische Militär auf Amerikas Straßen ein, basierend auf Unwahrheiten über eine ausländische Invasion“, sagte der Sänger damals im Olympiastadion vor Zehntausenden Fans.

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Er hatte den Präsidenten seit dessen Vereidigung vor gut einem Jahr wiederholt einen „Idioten“ genannt und bei Auftritten in den USA und im Ausland scharfe Kritik an seiner Politik geübt. Trump beschimpfte Springsteen seinerseits als „widerlichen Mistkerl“ und riet dem Sänger, seinen Mund zu halten.

Der Songtitel „Streets of Minneapolis“ erinnert an das berühmte Springsteen-Lied „Streets Of Philadelphia“, das der Rocker für das Filmdrama „Philadelphia“ (1993) über die Aidskrise geschrieben hatte. Der Musiker gewann damit mehrere Preise, darunter den Oscar für den besten Original-Song.

News aus den USA

Prominente stellen sich gegen ICE-Einsätze

Sowohl ICE als auch andere kooperierende Behörden stehen wegen der rabiaten Umsetzung von Trumps Abschiebepolitik mit martialischen Razzien in der Kritik. Der Protest gegen das Vorgehen der Bundesbeamten wurde noch lauter, nachdem Anfang Januar Renée Good durch Schüsse eines ICE-Beamten getötet wurde. Am vergangenen Samstag wurde dann der Krankenpfleger Alex Pretti bei einem Einsatz von Bundesbeamten erschossen. Landesweit gingen daraufhin Menschen auf die Straße, um gegen Trump, seine Abschiebe-Politik und das rigorose Vorgehen der ihm hörigen Behörden zu protestieren.

Prominente rufen zu Widerstand gegen ICE und Trump-Regierung auf

Katy Perry
US-Sängerin Katy Perry hat die rabiaten Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE auf den Straßen des Landes verurteilt und ihre Landsleute zum Widerstand aufgerufen. Auf Instagram fordert die US-Sängerin in einer Nachricht an ihre mehr als 200 Millionen Follower, Protestschreiben an US-Senatoren zu schicken oder bei ihnen anzurufen, um einen Finanzierungsstopp für ICE zu erwirken. Dazu postete Perry konkrete Handreichungen wie eine Vorlage für Beschwerdeschreiben. Das Ziel: Budgetmittel für die Migrationsbehörde sollen vom US-Parlament blockiert werden. © Gene J. Puskar/AP/dpa | Gene J. Puskar
83rd Golden Globe Awards - Arrivals
Marvel-Star Mark Ruffalo trug bei den Golden Globes einen Button mit der Aufschrift „be good“, in Erinnerung an die durch einen ICE-Beamten erschossene Renee Good aus Minneapolis. Ruffalo äußert sich auf roten Teppichen und in den sozialen Medien immer wieder zu den Einsätzen der Einwanderungsbehörde.© AFP | MICHAEL TRAN
96th Oscars, Academy Awards
Sängerin Billie Eilish positioniert sich über ihre Posts, zum Beispiel bei Instagram, kritisch zu verschiedenen Themen. Darunter ist auch Trumps Politik. Die von Eilish geteilten Videos zeigen verängstigte Menschen, darunter Kinder, die um ihre Zukunft und Sicherheit fürchten. © picture alliance / Photoshot | picture alliance / Photoshot
Pedro Pascal
Schauspieler Pedro Pascal hatte zuletzt zum Streik aufgerufen. Er bezeichnete die US-Regierung und ICE als Lügner.© Annette Riedl/dpa | Annette Riedl
Queer Eye
„Queer Eye“-Star Jonathan Van Ness (2.v.r.) teilte in den sozialen Medien ebenfalls kritische Beiträge zur aktuellen US-Politik. © Netflix
Amtseinführung von Zohran Mamdani
Cynthia Nixon, vor allem bekannt aus der Serie „Sex and the City“, warf der US-Verteidigungsministerin Kristi Noem nach der Erschießung von Alex Pretti in einem Instagram-Post vor, Lügen über den Toten zu verbreiten. Sie verlas zudem eine Stellungnahme der Eltern des ermordeten Pretti. Die Tötung Prettis nannte sie eine „kaltblütige Hinrichtung“.© ddp/INSTAR
Autor Stephen King fand auf der Online-Plattform X vier eindeutige Worte: „Alex Pretti wurde ermordet.“
Autor Stephen King fand auf der Online-Plattform X vier eindeutige Worte: „Alex Pretti wurde ermordet.“© Chris Pizzello/Invision/AP/dpa
2026 Sundance Film Festival - "The Invite" Premiere
Auf dem Sundance Film Festival nannte Schauspieler Edward Norton, hier mit Shauna Robertson, die ICE-Beamten die „Gestapo“. Genau sagte er: „Heutzutage lautet die Frage: Was tun wir gegen die massenhaften Erschießungen amerikanischer Bürger durch die Gestapo?“© Getty Images | Dia Dipasupil
83rd Annual Golden Globe Awards - Red Carpet Arrivals
„Wo zur Hölle ist unser Supreme Court?“, schrieb Schauspielerin Amanda Seyfried unter einem Post in den sozialen Medien. Seyfried teilte in der Vergangenheit mehrere Beiträge, die das Wüten der ICE-Agenten in der Bevölkerung anprangerte. © IMAGO/Cover-Images | IMAGO
Jamie Lee Curtis
Schauspielerin Jamie Lee Curtis beteiligt sich ebenfalls mit zahlreichen Reposts an der Debatte um die Lage in den USA. Darunter ein Video, wie Menschen gegen die abscheulichen der Taten von ICE im verschneiten Chicago auf die Straße gehen. © DPA Images | Richard Shotwell
Musiker Macklemore teilte Videos von den Protesten in Minnesota, wo kürzlich zwei Menschen durch ICE-Agenten erschossen wurden.
Musiker Macklemore teilte Videos von den Protesten in Minnesota, wo kürzlich zwei Menschen durch ICE-Agenten erschossen wurden. © Nadja Schütze | Nadja Schütze



Auch immer mehr Prominente verurteilen die Handlungen der Trump-Regierung. Bisher riefen unter anderem die Popsängerin Katy Perry, Schriftsteller Stephen King oder Schauspieler Pedro Pascal zum Widerstand gegen ICE auf.

os/afp/dpa