- US-Präsident Donald Trump sorgt mit Aussagen zum Nato-Einsatz in Afghanistan für Empörung
- Deutliche Worte findet der britische Premier Keir Starmer
- Was sagt Verteidigungsminister Poris Pistorius?
US-Präsident Donald Trump hat mit Äußerungen über den Einsatz europäischer Nato-Truppen im Afghanistan-Krieg für weltweites Aufsehen gesorgt. Bereits während seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos hatte der 79-Jährige angedeutet, dass sich die Vereinigten Staaten militärisch nicht mehr auf ihre europäischen Partner verlassen könnten. Trump sagte wörtlich: „Ich bin mir nicht sicher, ob die Allianz für die USA da wäre, falls Amerika Hilfe brauche.“
In einem anschließenden Interview mit „Fox News“ nannte Trump den Afghanistankrieg als Beispiel. „Sie werden sagen, dass sie einige Truppen nach Afghanistan geschickt haben“, sagte er über andere Nato-Mitglieder. „Und das haben sie auch, aber sie blieben etwas zurück, etwas abseits der Front.“
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Die Aussagen stießen international auf scharfe Kritik. Neben 2456 gefallenen US-Soldaten verloren auch 1044 Nato-Angehörige anderer Nationen ihr Leben, darunter 457 Briten und Soldaten aus Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien und Dänemark. Viele Veteranen leiden bis heute unter den physischen und psychischen Folgen des Einsatzes.
„Sie sind nie vergessen“: Boris Pistorius reagiert auf Trumps Äußerung
Am Samstag reagierte auch Verteidigungsminister Boris Pistorius: „Unsere Bundeswehr stand bereit, als unsere amerikanischen Verbündeten nach dem islamistischen Terroranschlag von 2001 um Unterstützung gebeten haben“, so der SPD-Politiker gegenüber der „Bild“. „Für diesen Mut und den hochprofessionellen Einsatz ist Deutschland unserer Bundeswehr sehr dankbar.“ Deutschland habe „einen hohen Preis bezahlt“, so Pistorius weiter. Er erinnert an die verletzten und gefallenen Soldaten und Polizisten. Man werde den Einsatz und Mut in Ehren halten: „Ganz egal, von wem das infrage gestellt wird. Sie sind nie vergessen.“
Auch Rocklegende Rod Stewart kritisierte Trump wegen seiner Aussagen zu britischen Truppen in Afghanistan scharf. Bei Instagram sagte er: „Ich wurde kurz nach dem Krieg geboren und habe großen Respekt vor unseren Streitkräften, die gekämpft und uns unsere Freiheit gebracht haben.“ Es schmerze ihn „sehr, zutiefst, wenn ich lese, dass der Wehrdienstverweigerer Trump unsere Truppen in Afghanistan dafür kritisiert hat, dass sie nicht an vorderster Front stehen.“ Anschließend hob der weltweit bekannte Sänger mit Reibeisenstimme das Ausmaß der britischen Todesopfer während des Afghanistankriegs hervor, bei dem 457 britische Soldaten getötet wurden und forderte Premierminister Keir Starmer dazu auf, Trump zu einer Entschuldigung zu bewegen.
Keir Starmer hatte zuvor gesagt, er empfinde Trumps Äußerungen als „beleidigend und wirklich erschreckend“ sowie verletzend für alle, deren Angehörige in Afghanistan getötet oder verletzt worden seien. Er legte dem US-Präsidenten nahe, sich bei den Betroffenen zu entschuldigen. Im Bundesverteidigungsministerium sowie in Polen wurde an die in Afghanistan gefallenen Soldaten beider Länder erinnert.
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Prinz Harry forderte Respekt von Trump für die Opfer der amerikanischen Nato-Verbündeten in Afghanistan. Er wies darauf hin, dass die USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 als einziger Nato-Staat jemals den Bündnisfall ausgerufen hatten. Zum Afghanistan-Einsatz sagte er: „Ich habe dort gedient, ich habe Freunde fürs Leben gemacht. Und ich habe Freunde verloren. Das Vereinigte Königreich allein hat 457 Militärangehörige verloren.“ Tausende Leben seien für immer verändert worden, Eltern hätten ihre Kinder begraben müssen und Kinder ihre Eltern verloren. „Diese Opfer verdienen, dass man mit Wahrhaftigkeit und Respekt über sie spricht (...)“, so der Royal weiter.
Später ruderte Trump dann zurück: „Die großen und sehr tapferen Soldaten des Vereinigten Königreichs werden immer an der Seite der Vereinigten Staaten von Amerika stehen!“, schrieb Trump am Samstag in seinem Onlinedienst „Truth Social“. 457 britische Streitkräfte seien in Afghanistan gestorben und viele weitere schwer verletzt worden. „Sie gehörten zu den größten Kriegern“, schrieb Trump weiter. Die Verbindung zwischen den USA und Großbritannien sei unerschütterlich.
mit afp








