Bruna Ferreira, die frühere Schwägerin von Regierungssprecherin Karoline Leavitt, ist gegen eine Kaution von 1500 Dollar wieder auf freiem Fuß. Das ordnete ein US-Einwanderungsrichter am Montag an. Die vom ICE festgenommene Brasilianerin erhebt schwere Vorwürfe gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump und spricht von gezielten Falschdarstellungen. Das berichtet die „Washington Post“, die Ferreira ausführlich interviewte.
Die 31-Jährige lebt seit vielen Jahren im US-Bundesstaat Massachusetts und ist Mutter des elfjährigen Neffen von Karoline Leavitt. Seit der Festnahme zeichnet das Weiße Haus öffentlich das Bild einer Frau, die sich kaum um ihr Kind gekümmert habe und über eine kriminelle Vergangenheit verfüge.
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Laut Weißem Haus habe Ferreira nie mit ihrem Sohn zusammengelebt. Aus dem Heimatschutzministerium kam zudem die Einschätzung, die 31-Jährige sei eine „Kriminelle“, die wegen „Körperverletzung“ vorbestraft sei. Doch auf wiederholte Nachfragen der „Washington Post“ legte die Behörde dafür keine Nachweise vor.
Ferreiras Anwalt sagt dem Blatt, es gebe keine kriminelle Vorgeschichte. Lediglich ein altes, eingestelltes Verfahren aus Ferreiras Jugendzeit sei noch zu finden. Der Sohn, so der Anwalt, verbringe jedes Wochenende bei ihr, und bis zu ihrer Festnahme habe sie sich regelmäßig um ihn gekümmert. Den Vorwurf, der Junge habe nie bei ihr gelebt, bezeichnete Ferreira als „ekelhafte“ Lüge.
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Vor allem die Rolle ihrer ehemaligen Schwägerin, der Sprecherin des Weißen Hauses, trifft sie emotional: „Das Vertrauen war ein Fehler“, sagt Ferreira in dem Interview. „Warum sie diese Geschichte erfinden, übersteigt meine kühnsten Vorstellungen.“
Festnahme nach Schulweg – „wie Vieh“ transportiert
Ferreira wuchs zunächst bei ihrer Großmutter in Brasilien auf und zog 1998 zu ihren Eltern in die USA. Im Rahmen des Obama-Programms für Kinder, die ohne Papiere ins Land gekommen waren („DACA“), erhielt sie 2012 einen vorläufigen Status. Die Trump-Regierung nahm ihr Verfahren nun wieder auf.
Parallel dazu tobt seit Jahren ein erbitterter Sorgerechtsstreit zwischen Ferreira und Michael Leavitt, dem Bruder der Sprecherin. Beide Seiten warfen sich wiederholt Missbrauch und Vernachlässigung vor; mehrere Richter ordneten in den vergangenen Jahren gemeinsames Sorgerecht an. Laut „Washington Post“ sagte Ferreira, Leavitt habe wiederholt damit gedroht, ihren unsicheren Aufenthaltsstatus gegen sie einzusetzen. Er bestreitet das.
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Besonders dramatisch schildert Ferreira im Interview mit der US-amerikanischen Tageszeitung die Stunden rund um ihre Inhaftierung. Kurz zuvor habe sie ihren Sohn noch zur Schule gebracht. Abholen konnte sie ihn nicht mehr. Zu diesem Zeitpunkt befand sie sich bereits auf dem Weg in ein Haftzentrum in Vermont. Sie sei behandelt worden „wie Vieh“, sagte sie im Interview.
Der Gedanke, dass ihr Sohn vergeblich auf sie gewartet habe, lässt sie nach laut Interview in der „Washington Post“ nicht los. „Der Gedanke, dass mein Sohn an der Schule auf mich wartet und niemand da ist, um ihn abzuholen, geht mir immer wieder durch den Kopf“, sagte sie der Zeitung. „Es ist einfach sehr bedauerlich, dass sich die Dinge so entwickelt haben.“











