Volker Wissing (55) hat einen neuen Job. Der ehemalige Bundesverkehrsminister wird Beiratsvorsitzender für die Christ Capital GmbH. Das gab das Unternehmen am Donnerstag in einer Mitteilung bekannt. Die Beraterfirma gehört dem Unternehmer Harald Christ, einem Parteifreund Wissings aus FDP-Zeiten. Beide traten nach dem Zerfall der Ampel aus der Partei aus. Beide stammen außerdem aus Rheinland-Pfalz.
Dem Unternehmen zufolge sollen Wissing und sein Beirat die gesamte Unternehmensgruppe beraten, zu der unter anderem die Beraterfirma Joschka Fischer & Company des ehemaligen Grünen-Außenministers Joschka Fischer gehört. Ziel sei „die persönliche Beratung des Unternehmensinhabers sowie der Geschäftsführungen in Fragen der langfristigen Unternehmensausrichtung und Investitionsentscheidungen“, heißt es in der Mitteilung. Es gehe darum, „Wachstumsbereiche zu identifizieren, Zukunftscluster zu gestalten und Partnerschaften auszubauen“.
Der Ex-Verkehrsminister dazu: „Ich schätze Harald Christ als Menschen und als Unternehmer. Sein Handeln ist werteorientiert und nachhaltig. Deshalb unterstütze ich seine Unternehmensgruppe gerne mit meinem Rat und meiner Erfahrung.“
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Bundesregierung muss zustimmen
Bevor es für Wissing losgeht, muss die Bundesregierung noch zustimmen. Ehemalige Kabinettsmitglieder unterliegen Karenzregeln. Nach Paragraf 6a des Bundesministergesetzes sind ausscheidende Bundes- und Staatsminister verpflichtet, neue Tätigkeiten der Bundesregierung schriftlich anzuzeigen. Das gilt für „Erwerbstätigkeit oder sonstige Beschäftigung außerhalb des öffentlichen Dienstes“, die innerhalb der ersten 18 Monate nach Ende der Amtstätigkeiten beginnen sollen. Das ist laut einem Bericht des „Spiegel“ am Donnerstag geschehen.

Nach der Bundestagswahl und der Bildung einer schwarz-roten Koalition hatte Volker Wissing sein Regierungsamt niedergelegt. Ein möglicher Seitenwechsel blieb jedoch aus: Im April lehnte er das Angebot von SPD-Chef Lars Klingbeil ab, in die sozialdemokratische Partei einzutreten. Stattdessen zog sich Wissing vorerst aus der Parteipolitik zurück und widmete sich verstärkt privaten Projekten, wie Vertraute berichten. Wissing bleibt außerdem Partner seiner 2013 gegründeten Kanzlei Wissing Rechtsanwälte in Landau.
Sein neuer Geschäftspartner Harald Christ war fast drei Jahrzehnte fest mit der SPD verbunden, bevor er 2020 zur FDP wechselte. Dort stieg er rasch auf und übernahm für rund eineinhalb Jahre das Amt des Bundesschatzmeisters. Nach dem Koalitionsbruch und den Turbulenzen um das sogenannte D-Day-Papier kehrte er seiner Partei jedoch enttäuscht den Rücken. Beobachter erinnerten damals daran, dass Christ sich schon länger kritisch über den Führungsstil der FDP-Spitze geäußert hatte.
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