Nach den Vorwürfen um den Einsatz Künstlicher Intelligenz bei Reden und Gastbeiträgen hat Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) erstmals ausführlich Stellung bezogen. In der neuen Folge des Podcasts „Amann unframed“, die bei einer Live-Veranstaltung in Erfurt aufgezeichnet wurde, verteidigt er den Einsatz von KI grundsätzlich – räumt aber zugleich Fehler ein und kündigt Veränderungen bei den Abläufen in der Staatskanzlei an.

„Für alle Texte, wo mein Name druntersteht, bin ich verantwortlich“, sagt Voigt im Gespräch mit Melanie Amann. Zugleich betont er, Künstliche Intelligenz dürfe nicht verteufelt werden: „KI ist eine Unterstützung, aber sie ist nicht meine Denke oder meine Werte.“ Auslöser der Debatte waren Gastbeiträge und Reden des Ministerpräsidenten, bei deren Erstellung KI eingesetzt wurde. Unter anderem wurden nicht existierende Zitate veröffentlicht. Die Kritik reichte von „Denkfaulheit“ bis zum Vorwurf, Voigt sei ein „Blender“. Ein Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ wurde daraufhin aus dem Netz genommen.

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Haben Sie Ihre Wähler mit KI getäuscht, Herr Voigt?
Amann [un]framed
 

Voigt befürwortet bessere Qualitätskontrolle – und räumt Wissenslücke ein

Im Podcast kündigt der CDU-Politiker an, die Qualitätskontrolle künftig zu verbessern. Konkrete Maßnahmen nennt er zwar noch nicht, spricht aber von einer stärkeren „menschlichen Qualitätskontrolle“. Gleichzeitig macht er deutlich, dass er am Einsatz der Technologie festhalten will. „Ich bin nicht als Ministerpräsident angetreten, um uns zehn Jahre im komatösen Verhalten im Status quo zu halten“, sagt Voigt. Deutschland müsse lernen, moderne Technologien offensiv zu nutzen.

Angesprochen auf die Leitlinie des thüringischen Digitalministeriums bezüglich Künstlicher Intelligenz, musste Voigt einräumen, diese nicht zu kennen. Diese Leitlinie lautet: „Wenn für die Erstellung von Texten im dienstlichen Kontext generative KI unterstützend genutzt und das Ergebnis übernommen oder in relevanten Anteilen genutzt wird, dann muss das gekennzeichnet werden.“

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AfD-Debatte: Voigt warnt vor Überbewertung der Rechtsaußenpartei

Doch das Gespräch dreht sich nicht nur um Künstliche Intelligenz. Amann spricht mit Voigt auch über die Herausforderungen seiner Minderheitsregierung, die Zusammenarbeit mit dem BSW und die Abgrenzung zur Linken. Den häufig gezogenen Vergleich zwischen beiden Parteien weist der Ministerpräsident zurück. Das Thüringer BSW sei „ein sehr freiheitlicher Haufen“, mit dem ihn eine sachorientierte Zusammenarbeit verbinde.

Auch beim Umgang mit der AfD widerspricht Voigt einfachen Antworten. „Wir machen die AfD zu einem Scheinriesen“, sagt er und warnt davor, die politische Debatte ausschließlich um die Rechtsaußenpartei kreisen zu lassen. Stattdessen müsse Politik wieder stärker durch konkrete Ergebnisse überzeugen.

Die komplette Folge von „Amann unframed“ hören Sie ab heute überall, wo es Podcasts gibt. Darin spricht Mario Voigt außerdem über den Fachkräftemangel, die wirtschaftliche Zukunft Thüringens, den technologischen Wandel und die Frage, wie Politik in Zeiten zunehmender Polarisierung wieder Vertrauen gewinnen kann.