- „Crashout“, „Ragebait“ und „Peak“ stehen im Finale zum Jugendwort des Jahres 2026.
- Die Begriffe stammen vor allem aus Social Media, Gaming und englischsprachigen Internettrends.
- Andere Favoriten wie „67“ schafften es überraschend nicht unter die Top 3.
Welches Wort hat die besten Chancen auf den Titel „Jugendwort des Jahres 2026“? Die Entscheidung rückt näher: Seit dem 28. August stehen die drei Finalisten fest. „Crashout“, „Ragebait“ und „Peak“ haben sich gegen sieben weitere Begriffe durchgesetzt und gehen nun in die letzte Abstimmungsrunde.
Die drei Begriffe vereinten zusammen 43 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich. Die Zahl der Stimmen in der vorherigen Votingphase lag laut PONS Langenscheidt im mittleren sechsstelligen Bereich. Besonders überraschend: Der vermeintliche Favorit „67“ schaffte es nicht unter die letzten drei. Der Verlag hatte nach eigenen Angaben fest damit gerechnet.
Bis zum 28. September können Jugendliche zwischen 11 und 20 Jahren nun für einen der drei verbliebenen Begriffe abstimmen. Welcher davon das „Jugendwort des Jahres 2026“ wird, gibt PONS Langenscheidt am 10. Oktober während der Frankfurter Buchmesse bekannt. Wie schon in den vergangenen Jahren stellte „Tagesschau“-Sprecherin Susanne Daubner zuvor auch die zehn Nominierten auf Instagram vor – und sang für die Präsentation sogar einen der Kandidaten an.
- Altersunterschied: Mein Mann ist 14 Jahre jünger: „Andere Frauen waren ihm zu doof“
- Sexualität: Jungfrau und Single Mitte 30: „Ich habe Angst, dass ich alleine ende“
- Stille Geburt: Sternenkind: „Unser Sohn war gesund – und trotzdem starb er“
- Familie: Überforderter Vater: „Bin an meinen Ansprüchen gescheitert“
„Crashout“
„Crashout“ gehört zu den drei Finalisten. Gemeint ist damit ein kompletter Gefühlsausbruch – also wenn jemand völlig ausrastet oder extrem emotional reagiert. Wer etwa kurz davor ist, wegen eines leeren Handyakkus die Nerven zu verlieren, „geht Crashout“.
„Peak“
Auch nach der Bedeutung von „Peak“ wird derzeit verstärkt gesucht. Das englische Wort bedeutet wörtlich „Gipfel“ oder „Höhepunkt“. Ähnlich wird es in der aktuellen Jugendsprache verwendet: Ist etwas „peak“, gilt es als besonders gut, als Höhepunkt oder als das Beste vom Besten. Wer nach einem Konzert sagt: „Das war peak“, meint also: Viel besser geht es kaum.
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„Ragebait“
Wer Clickbait kennt, der kann sich auch Ragebait erklären. Gemeint sind Inhalte in sozialen Medien, die eine Reaktion auslösen sollen. Etwa mit provokanten Thesen, Falschbehauptungen oder wilden Meinungen soll versucht werden, Wut auszulösen. Das wird von den Algorithmen belohnt und bringt Kommentare, Likes und Reichweite.
„67“ überraschend nicht unter den Top 3
Mit „67“ galt zuvor ein besonders aussichtsreicher Begriff als Favorit, dessen Bedeutung laut Langenscheidt nicht einmal die Jugendlichen selbst eindeutig erklären können. Sie wird häufig als Insider verwendet und passt eigentlich bei jeder Gelegenheit – inklusive der abwägenden Handbewegung. Entstanden ist der Hype in den USA durch TikTok, Basketball-Memes und den Song „Doot Doot (67)“ des Rappers Skrilla.
Dass „67“ die Endrunde verpasst hat, überraschte selbst PONS Langenscheidt. Der Verlag erklärte, man sei eigentlich davon ausgegangen, dass es der Begriff unter die Top 3 schaffen würde.
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Neben „67“ hatten es sieben weitere Begriffe zunächst in die Top 10 geschafft, konnten sich aber nicht für die finale Abstimmungsrunde qualifizieren.
„Digga“
Der Klassiker „Digga“ war auch 2026 wieder dabei – dieses Mal allerdings ohne „h“ am Ende. Das Wort taucht regelmäßig in der Endauswahl auf und wird je nach Situation als Anrede für Freunde, Bekannte oder einfach eine beliebige Person genutzt.
„Du bist gut genug“
Nicht nur einzelne Wörter, sondern auch komplette Songzeilen schaffen es in die Auswahl. „Du bist gut genug“ stammt aus einem viralen Lied von Kitschkrieg, Blumengarten und Shirin David. Der Refrain wird in sozialen Netzwerken inzwischen unzählige Male parodiert und für neue Memes umgedichtet.
Wie schon in den vergangenen Jahren stellte Tagesschau-Sprecherin Susanne Daubner auch diesmal die Nominierten für das Jugendwort des Jahres auf den Social-Media-Kanälen der Tagesschau vor. Dabei ließ sie sich sogar zu einem kurzen Gesang hinreißen: „Du bist gut genuuuuug“, sang sie in die Kamera. In den Kommentaren feiern viele Nutzer ihren Auftritt. „Susi ist mehr als gut genuuug“, schreibt einer.
„Guter Käse“
Auch „Gute Käse“ verdankt seine Bekanntheit vor allem dem Internet. Wörtlich ergibt die Redewendung zwar wenig Sinn, in der Jugendsprache steht sie aber für etwas, das richtig gut oder besonders gelungen ist. Sie wird als Lob oder Zustimmung verwendet. Zum Beispiel: „Der Song ist wirklich gute Käse.“
„Macker“
Ein Revival erlebt das Wort „Macker“, das viele Ältere vermutlich noch aus ihrer Jugend kennen. Heute wird es meist liebevoll oder ironisch für den Freund, Crush oder einen guten Kumpel verwendet: „Mein Macker kommt später noch vorbei.“
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„Schere“
Mit „Schere“ entschuldigt man sich für einen Fehler. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Gaming-Szene und bedeutet so viel wie: „Mein Fehler“ oder „Geht auf meine Kappe.“
„Süper“
„Süper“ ist das türkische Wort für „super“. Bekannt geworden ist die Floskel laut Langenscheidt-Verlag durch ein virales Video eines Ultramarathonläufers, der nach seinen Rennen auf die Frage, wie es ihm gehe, mit „Süper!“ antwortete.
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Nicht dabei: „Mehrzweckeier“
Für Diskussionen sorgte ein Begriff, der trotz zahlreicher Einreichungen gar nicht erst zur Abstimmung zugelassen wurde. „Mehrzweckeier“ hätte es der Häufigkeit der Vorschläge nach eigentlich unter die Top 10 geschafft. PONS Langenscheidt schloss ihn jedoch aus. „Da der Begriff auf eine Kampagne zurückgeht und gleichzeitig auf einer persönlichen Beleidigung beruht, erfüllt er gleich zwei zentrale Ausschlusskriterien“, hieß es vom Verlag.
Bei dem Begriff handelt es sich wohl um eine Abwandlung von „Merz leck Eier“. Aufgetaucht waren diese Worte unter anderem vor einigen Monaten bei Protesten junger Menschen gegen die Wehrpflicht. Bei einer Schüler-Demonstration Anfang März in Berlin hatte ein 18-Jähriger ein Plakat mit der Aufschrift: „Merz leck Eier“ getragen. Die Polizei teilte anschließend mit, dass sie gegen den jungen Mann wegen des Verdachts der Verleumdung von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz ermittelt. Auch bei späteren Protesten tauchten Plakate mit dieser Aufschrift auf.






