Es sollte das größte CSD-Wochenende in der Geschichte Berlins werden, ein Zeichen für eine offene Gesellschaft in schwierigen Zeiten. Hunderttausende feiern in der Hauptstadt. Doch in die Bilder von Regenbogenflaggen und Glitzer reihten sich plötzlich Fotos von Notarztwagen und Rettungsdecken.

In der Nähe des Potsdamer Platzes, am Rande des Christopher Street Days, ist am späten Samstagabend gegen 22 Uhr ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Mindestens eine Person wurde dabei getötet, etliche weitere Menschen wurden teils schwer verletzt.

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Attentat auf den CSD in Berlin: Vieles ist noch unklar

Noch laufen die Ermittlungen zu dem schrecklichen Angriff. Noch ist vieles unklar. Allerdings geht die Polizei inzwischen von einem islamistischen Motiv aus – und fahndete nach dem mutmaßlichen Täter, der zunächst auf der Flucht war. Wie die Berliner Senatsinnenverwaltung gegenüber dieser Redaktion am Sonntagabend bestätigte, sei Abdul Ballout während eines Zugriffs in einer Kleingartenkolonie in Berlin erschossen worden.

Vor allem auf Social Media verbreiteten sich zahlreiche Falschnachrichten. So wurde bereits kurz nach der Tat ein Video veröffentlicht, das die Festnahme des Täters zeigen soll. Tatsächlich handelt es sich allerdings um einen anderen Polizeieinsatz am Rande des CSD, der Täter ist darauf nicht zu sehen.

Was wir über den Angriff auf den CSD wissen

  • Ein oder mehrere Täter haben am Samstag gegen 22 Uhr ein Fahrzeug in eine Menschenmenge am Rande des CSD im Berliner Tiergarten gesteuert.
  • Der Christopher Street Day mit mehreren hunderttausend Menschen wurde daraufhin abgebrochen.
  • Eine Frau wurde bei dem Angriff getötet, 29 weitere Personen zum Teil lebensgefährlich verletzt.
  • Innenminister Alexander Dobrindt bezeichnete die Todesfahrt als Terroranschlag. Außerdem sei der mutmaßliche Täter „mit Stichwaffe, mutmaßlich einer Machete, auf weitere Passanten losgegangen und schwerverletzt“, erklärte der Innenminister.
  • Der als Waffe missbrauchte Wagen kollidierte schließlich mit einem Baum, der oder die Täter sind auf der Flucht.
  • Niemand der Verletzten in den Krankenhäusern sei momentan in einem kritischen, lebensbedrohlichen Zustand, so ein Sprecher der Polizei
  • Die Polizei fahndete nach dem polizeibekannten, 21-jährigen Abdul Ballout und geht von einem islamistischen Motiv aus.
  • Am Sonntagabend wurde Ballout, deutscher Staatsbürger und in Berlin geboren, in Berlin-Spandau erschossen. Das hat die Berliner Senatsinnenverwaltung gegenüber dieser Redaktion bestätigt.
  • Ballout soll laut Angaben der Polizei in einer Kleingartenkolonie zunächst mit einer Stichwaffe auf Einsatzkräfte zugelaufen sein. Daraufhin sei es zum polizeilichen Schusswaffengebrauch durch das SEK Berlin gekommen. Der 21-Jährige sei am Einsatzort verstorben.

Was wir bisher nicht wissen

  • Bisher geht die Polizei von einem islamistischen Motiv aus – endgültig gesichert ist das aber noch nicht.
  • Offen ist, ob es sich um einen Einzeltäter handelt oder ob es Komplizen gibt. Laut der Polizei machten Zeugen unterschiedliche Aussagen dazu, ob es ein oder mehrere Täter gibt.
  • Die genauen Hintergründe der Tat sind noch Bestandteil der Ermittlungen.

fmg