Nach einer mehrtägigen Hitzewelle haben Unwetter in mehreren norditalienischen Regionen Überschwemmungen und Schlammlawinen ausgelöst, darunter auch in Südtirol. Wegen einer Schlammlawine nahe Meran mussten 69 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Fünf Personen wurden mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Die Rettungsmaßnahmen wurden durch eine zweite Schuttwelle erheblich erschwert. Drei Wohnhäuser waren vorerst unbewohnbar, wie Südtiroler Medien berichteten. Vier Fahrzeuge wurden zerstört.
Die Lage sei weiterhin angespannt, da aus dem Hang noch Geröll nachrutschen kann und für die kommenden Tage weitere kräftige Gewitter vorhergesagt sind, berichteten Feuerwehreinheiten. Ob weitere Evakuierungen notwendig werden, hängt von der Wetterentwicklung ab. Feuerwehr, Zivilschutz und Behörden arbeiten mit Hochdruck daran, in kürzester Zeit mehrere Hundert Kubikmeter Material zu entfernen, um ein erneutes Abgehen der Geröllmassen zu verhindern und die Bevölkerung bestmöglich zu schützen.
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Südtirol: Beliebte Touristenattraktionen aufgrund von Unwetter geschlossen
Auch im Vinschgau führten die heftigen Unwetter am Sonntag zu Schlammlawinen. Straßen, Apfelplantagen und Privatgrundstücke wurden verschüttet. Die Einsatzkräfte beseitigten Schlamm und Geröll, pumpten überflutete Bereiche aus und sicherten die Verkehrswege. Auch die Gärten von Schloss Trauttmansdorff, eine der wichtigsten touristischen Attraktionen in Meran, mussten geschlossen werden. Derzeit ist der beliebte Ort weder mit dem Auto noch zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
Glücklicherweise sind die Gärten selbst von Schäden verschont geblieben und haben das Unwetter unbeschadet überstanden. Die Sperre ermöglicht es den Einsatzkräften, die Aufräumarbeiten sicher und so rasch wie möglich durchzuführen. „Wegen der Aufräumarbeiten nach den schweren Unwettern am Sonntag mussten wir die Gärten schließen. Die Lage ist noch nicht entspannt, weil wir am Montagabend mit weiteren heftigen Niederschlägen rechnen. Das ist schade, weil die Gärten, die vom 1. April bis zum 10. November offen sind, eine große Attraktion für Touristen sind, die uns in Meran besuchen“, sagte Judith Pollinger, Mitarbeiterin der Gärten, gegenüber unserer Redaktion.
Italien: Starkregen, Orkanböen und Hagel sorgen für Chaos
Heftige Unwetter haben Sonntagabend auch die lombardischen Alpenregionen Valtellina und Valchiavenna getroffen und den Bahn- und Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt. Starkregen, Orkanböen und Hagel führten zu Überschwemmungen, Erdrutschen und umgestürzten Bäumen. Zahlreiche Keller und Garagen liefen voll Wasser. Mehrere Straßen mussten wegen kleinerer Erdrutsche vorübergehend gesperrt werden. Auch der Bahnverkehr wurde unterbrochen. Für Tausende Menschen, die nach einem Wochenende in den Bergen die Heimreise antraten, endete der Sonntag mit erheblichen Verkehrsbehinderungen.
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Heftige Gewitter und Wolkenbrüche erfassten Sonntagabend auch weite Teile der norditalienischen Region Piemont. Betroffen waren vor allem die Stadt Turin sowie große Teile der Provinzen Turin, Cuneo und Alessandria. Starkregen führte örtlich zu überfluteten Straßen. Die Unwetter beendeten einen außergewöhnlich heißen Tag. In Turin wurden Temperaturen von bis zu 38 Grad gemessen, in Alessandria stieg das Thermometer auf 40 Grad.
Anhaltende Hitzewelle in Italien: Mann stirbt am Strand
Süditalien leidet derweil unter der starken Hitzewelle. In Rom und Neapel wurden Temperaturen um 40 Grad gemeldet. Ein 75-jähriger Mann starb am Strand von Cala Liberotto auf Sardinien, nachdem er unter einem Sonnenschirm einen Schwächeanfall erlitten hatte. Ein Südtiroler starb in der Adria-Badeortschaft Roseto degli Abruzzi beim Schwimmen in der Adria, nachdem ihm plötzlich schlecht geworden war. Sein bewusstloser Körper trieb kurze Zeit im Wasser und wurde rasch bemerkt.
Angesichts der anhaltenden Hitzewelle bauen zahlreiche italienische Städte ihre Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen aus. Kostenlose Schwimmbäder, klimatisierte Bibliotheken und Museen sowie öffentliche Gebäude dienen zunehmend als sogenannte Klimazufluchtsorte. Die Maßnahmen sollen vor allem älteren Menschen, Kindern und anderen gesundheitlich gefährdeten Personen zugutekommen. Ziel ist es, hitzebedingte Notfälle zu verhindern und die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu entlasten.
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Notfallplan: Rom bereitet sich auf mögliche Stromausfälle vor
Gleichzeitig stehen der Schutz von Beschäftigten im Freien sowie Vorkehrungen für Großveranstaltungen im Mittelpunkt. In Rom wurden an touristischen Brennpunkten feste Sanitätsstationen eingerichtet. Am Kolosseum sorgen große Ventilatoren und Vernebelungsanlagen des Zivilschutzes für Abkühlung. Touristen auf der Suche nach Abkühlung genießen die Feuchtigkeit, die die Vernebelungsanlagen spenden.
Zudem bereitet sich die italienische Hauptstadt mit einem Notfallplan auf mögliche Stromausfälle durch den erhöhten Energieverbrauch vor. In der Ortschaft Fiumicino südlich von Rom kam es zu Ausfällen bei der Wasserversorgung, was für erhebliche Unannehmlichkeiten unter der Bevölkerung sorgte.





