Es ist eine Krankenhausstation, die in sich geschlossen ist. Sie funktioniert als eine geschützte Einheit. Es gibt eigene Zugangswege, eigene Lüftungs- und Filteranlagen. Sogar eine geschlossene Abwasseraufbereitung. Hochgefährliche Erreger dürfen diese Station nicht verlassen – eine sichere Versorgung wird dennoch gewährleistet. Gemeint ist die Sonderisolierstation – kurz SIS – der Charité Berlin, die sich auf dem Campus des Virchow-Klinikums befindet. Die Isolierstation ist die größte von insgesamt sieben in Deutschland und wurde 2010 eröffnet.
Wie die Charité selbst auf ihrer Webseite schreibt, ermöglicht die SIS „eine optimale medizinische Versorgung unter Isolationsbedingungen für bis zu 20 Patientinnen und Patienten“. Behandelt werden Personen mit hoch ansteckenden und lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten. Dazu zählen etwa Ebola, das Lassa-Virus, das Marburg-Fieber oder die Lungenpest. Die Isolierstation ist aber auch für Situationen mit unklaren biologischen, chemischen oder radiologischen Kontaminationen vorgesehen.
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Ebola-Patient aus den USA auf Sonderstation der Charité Berlin
Eskortiert von Polizei- und Feuerwehrfahrzeugen, ist erst in der Nacht zum Mittwoch, 20. Mai 2026, ein Arzt aus den USA auf die Station gebracht worden. Der Mann hatte sich während seines Einsatzes in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Ebola-Virus infiziert. Um den infizierten Amerikaner zu behandeln, hatten die USA Deutschland um Hilfe gebeten.
Auf der Sonderisolierstation der Charité gibt es eine Besonderheit, auf die der Pressesprecher Markus Heggen im Gespräch mit dieser Redaktion verweist. Hier arbeiten Infektiologie und Intensivmedizin von Haus aus in einem gemeinsamen Team, das regelmäßig zusammen trainiert. „Genau darauf ist dieses Team spezialisiert, das ist ein wirklicher Vorteil für den Patienten“, betont er.
Zudem absolviert das Personal regelmäßige Nachschulungen und trainiert zweimal pro Monat die Abläufe und Notfallszenarien, wie das Bundesgesundheitsministerium (BGM) auf seiner Webseite schreibt. Wird auf der Station ein hoch ansteckender Patient behandelt, trägt das medizinische Personal spezielle Schutzkleidung mit einem integrierten Luftfiltersystem. Das An- und Ablegen und die anschließende Entsorgung dauern rund 40 Minuten. Da das Arbeiten unter diesen Umständen sehr anstrengend ist, ist die Arbeitszeit laut des BGM zeitlich streng begrenzt.

Sonderisolierstation der Charité: Ausschleusen erfordert höchste Präzision
In einem Interview mit dem „Spiegel“ gab Chefarzt Prof. Dr. Christoph Lübbert Einblicke in diese spezielle Arbeit. Er ist an der Klinik für Infektiologie und Tropenmedizin am Klinikum St. Georg in Leipzig. „Bei uns betreten Sie zunächst eine normale Infektionsstation. Dahinter kann ein Bereich abgeriegelt werden – das ist die Sonderisolierstation mit sechs Bettplätzen. Von einem Stationskorridor gelangt man über Schleusen in die Isolierzimmer. Ein Teil des Teams sitzt in einem zentralen Raum, in dem auf Monitoren alle Daten zu Herzfrequenz, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und mehr einlaufen“, beschreibt er die Station.
Als besondere Herausforderung beschreibt Lübbert das Herauskommen aus der Station. „Das Ausschleusen ist einer der kritischsten Schritte“, sagt er. „Man geht durch eine spezielle Dekontaminationsschleuse, die Anzüge werden mithilfe einer Handbrause desinfiziert, die Schutzschichten werden in einer genau festgelegten Reihenfolge abgelegt. Kolleginnen und Kollegen überwachen jeden Handgriff und helfen einander, den Anzug an- und auszuziehen – allein geht das nicht“, so Lübbert. Die verschiedenen Sonderisolationsstationen in Deutschland sind zwar nicht identisch, sie müssen sich aber an dieselben Grundregeln halten. Das bestätigt auch Prof. Dr. Lübbert.
Sicherheitsstandards: Charité trennt Sonderisolierstation strikt vom Klinikbetrieb
Für weitere Patienten in der Charité Berlin oder die Bevölkerung entstehe laut dem Bundesgesundheitsministerium keine Gefahr durch den Ebola-Infizierten. „Die Station ist baulich und organisatorisch vom regulären Klinikbetrieb getrennt, sodass kein Kontakt zu anderen Patientinnen und Patienten entsteht“, heißt es. Auch im Umgang mit potenziell kontaminierten Materialien würden die höchsten Sicherheitsstandards gelten. Ein Beispiel: Laut Gesundheitsministerium werde das Abwasser des jeweiligen Patienten in speziellen Tanks gesammelt. Dann werde es aufbereitet, neutralisiert und erst anschließend fließe es kontrolliert in die Kanalisation.
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Wie Patientinnen und Patienten auf der Sonderisolierstation behandelt werden, hängt vom Einzelfall ab. Im ersten Schritt erfolgt eine umfassende Untersuchung. In Berlin gibt es einen Unterschied. „Die direkte räumliche Nähe zum Robert Koch-Institut ist dabei ein großer Vorteil: Das Speziallabor des Instituts kann komplexe Blutuntersuchungen und weitere Spezialdiagnostik übernehmen“, schreibt das BGM.
Neben der Isolierstation in Berlin gibt es noch weitere in Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Leipzig, München und Stuttgart. Diese sind so verteilt, dass sie aus allen Bereichen des Landes gut erreichbar sind. „Innerhalb von maximal vier bis fünf Stunden“, schreibt das Gesundheitsministerium. Für die Organisation der Versorgung von Patienten mit hoch ansteckenden Infektionskrankheiten gibt es in Deutschland zudem den sogenannten STAKOB. Einen Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren.





