Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite erklärt. Es ist die höchste Warnstufe, die die WHO für ein solches Ereignis ausrufen kann.

Nach Angaben der WHO wurden bislang rund 246 Verdachtsfälle und 80 Todesfälle gemeldet. Der Schwerpunkt liegt in der östlichen Provinz Ituri, einer Region, die seit Jahren von Gewalt, Fluchtbewegungen und schwacher Gesundheitsversorgung geprägt ist. Die Gesundheitsbehörde warnt daher, der Ausbruch könne „deutlich größer“ sein, als es die offiziellen Zahlen bislang zeigen.

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Neuer Ebola-Stamm: Warum Bundibugyo besonders schwierig ist

In der Demokratischen Republik Kongo hat es in den vergangenen 50 Jahren bereits 17 Ebola-Ausbrüche gegeben. Meist handelte es sich laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC um das Zaire-Ebolavirus. Gegen diesen Stamm gibt es inzwischen einen Impfstoff.

Diesmal jedoch geht es offenbar um die seltene Bundibugyo-Variante. Sie wurde nach Angaben der Africa CDC erstmals 2007 in Uganda nachgewiesen und trat 2012 im Kongo erneut auf. Nun ist sie zum dritten Mal ausgebrochen. Für diese Variante gibt es nach Angaben der WHO weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Therapie.

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Ebola-Symptome und Fälle: Woran die Krankheit zu erkennen ist

Hinzu kommt: Die Krankheit beginnt häufig mit unspezifischen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen oder Erschöpfung, bevor schwerere Symptome wie Erbrechen, Durchfall oder Blutungen auftreten können. Laut WHO können zwischen Ansteckung und ersten Symptomen bis zu 21 Tage liegen; Verdachtsfälle müssen deshalb isoliert werden.

WHO ruft wegen Ebola-Ausbruchs internationalen Alarm aus
Gesundheitsbehörden versuchen, neue Infektionen früh zu erkennen: Der Ebola-Ausbruch im Kongo und in Uganda zeigt, wie schnell aus lokalen Fällen eine regionale Gefahr werden kann.© Hajarah Nalwadda/AP/dpa | Hajarah Nalwadda

Bislang sind nach Angaben der WHO acht Fälle im Labor bestätigt. Weitere Verdachtsfälle und Todesfälle wurden in mehreren Gesundheitszonen gemeldet, darunter Bunia, die Hauptstadt der Provinz Ituri, sowie die Goldminenstädte Mongwalu und Rwampara. Auch in Kinshasa wurde ein Fall bestätigt; dabei soll es sich um einen Patienten handeln, der aus Ituri zurückgekehrt war.

Auch über die Grenze hinaus gibt es bestätigte Fälle. In Uganda wurden nach WHO-Angaben zwei Infektionen gemeldet. Ein 59-jähriger kongolesischer Staatsbürger, der dort positiv getestet wurde, ist gestorben; sein Leichnam wurde in die DR Kongo zurückgebracht. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP wurde außerdem ein Ebola-Fall in der ostkongolesischen Stadt Goma bestätigt, die derzeit von den M23-Rebellen kontrolliert wird.

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Ebola-Übertragung: Warum Beerdigungen besonders gefährlich sind

Nun kommt es darauf an, weitere Ansteckungen zu verhindern. Ebola verbreitet sich laut WHO nicht über die Luft, sondern vor allem durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten erkrankter oder verstorbener Menschen. Deshalb sind Beerdigungen in Ebola-Gebieten ein besonders sensibles Thema. In vielen Gemeinschaften gehört es zur Tradition, Verstorbene zu waschen oder zu berühren. Beim großen Ebola-Ausbruch in Westafrika 2014 und 2015 trugen solche Rituale dazu bei, dass sich viele Menschen infizierten.

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Ebola-Notlage: Wie WHO und Nachbarländer reagieren

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, setzt die WHO nun auf schnelle Hilfe und regionale Koordination. Die Organisation stellt zunächst rund 430.000 Euro für Sofortmaßnahmen bereit. Zugleich wurden zehn Nachbarländer offiziell gewarnt, darunter Uganda und der Südsudan, die direkt an Ituri grenzen.

Auch Ruanda reagiert auf die Lage im Nachbarland. Die Regierung erklärte, die Kontrollen an der Grenze zur DR Kongo würden vorsorglich verstärkt. Zugleich seien nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Überwachungssysteme ausgebaut worden. Gesundheitsteams stünden in Alarmbereitschaft, um mögliche Fälle früh zu erkennen und schnell reagieren zu können.

So ernst die WHO die Lage nimmt: Sie zieht zugleich eine klare Grenze. Es handelt sich nicht um einen Pandemie-Alarm. „Der Ausbruch erfüllt nicht die Kriterien für einen Pandemie-Notfall, aber die Nachbarländer tragen ein hohes Risiko der weiteren Ausbreitung“, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Ebola in Deutschland: Wie groß ist das Risiko?

Für Deutschland besteht nach Einschätzung von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken derzeit kein Anlass für besondere Vorkehrungen. Das Risiko sei „äußerst gering“, sagte die CDU-Politikerin im ARD-„Bericht aus Berlin“. Eine weltweite Ebola-Pandemie halte sie für nahezu ausgeschlossen.

Auch das Robert Koch-Institut (RKI) hält eine Ausbreitung nach Deutschland für sehr unwahrscheinlich. Der bisher größte Ebola-Ausbruch in Westafrika 2014/2015 habe gezeigt, dass das Risiko selbst dann sehr gering sei, wenn afrikanische Großstädte mit internationalen Flugverbindungen betroffen seien, schreibt das RKI auf seiner Webseite. Nur vereinzelt hätten Infizierte damals betroffene Länder per Flugzeug verlassen. Zudem könnten Infektionsketten in Deutschland schneller unterbrochen und Erkrankte sicher versorgt werden.

Das Auswärtige Amt warnt dennoch vor Reisen in die betroffene Provinz Ituri und umliegende Regionen. Von nicht notwendigen Reisen in andere Landesteile der DR Kongo, einschließlich Kinshasa, rät es ab.