In einem Gewerbegebiet in Dölzig bei Leipzig ist am Sonntag ein Tiger ausgebüxt. Der Vorfall soll sich bei einer bekannten Dompteurin ereignet haben, die nach Informationen der „Leipziger Volksstimme“ mehrere Großkatzen hält. Kurze Zeit später wurde der Tiger von Beamten an einer Gartenanlage erschossen. Weitere Tiere seien nicht beteiligt.

Auch interessant

Bei dem Ausbruch wurde ein 73 Jahre alter Mann schwer verletzt. Er habe sich in dem Gehege aufgehalten, als das Tier entkommen sei, berichtete eine Polizeisprecherin. Es handelte sich um eine Art Helfer, der sich „berechtigt“ in der Anlage aufgehalten habe. Zunächst hatte die Polizei davon gesprochen, dass ein Mann „leicht“ verletzt wurde.

Auch interessant

„Für die Bevölkerung besteht keine Gefahr mehr“

Gegen 12.50 Uhr sei der Notruf bei der Polizei eingegangen, dass ein Tiger entlaufen sei, so eine Polizeisprecherin: „Der Tiger hat sein Gehege verlassen. Er konnte dann von Polizeikräften im Bereich einer Gartenanlage angetroffen werden.“ Um jede Gefahr für die Öffentlichkeit zu beseitigen, sei der Tiger von Einsatzkräften erschossen worden. Sowohl Feuerwehr als auch bewaffnete Polizisten waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Da es sich um einen ausgewachsenen Tiger gehandelt habe, seien auch Langwaffen im Einsatz gewesen,

„Für die Bevölkerung besteht keine Gefahr mehr“, sagte die Polizeisprecherin. Die Polizei wolle das Gelände zunächst mit einer Drohne überfliegen. Damit solle geklärt werden, dass auch wirklich keine weiteren Tiere frei herumlaufen. Nach Medienberichten hatte es gegen die Dompteurin aus Leipzig in der Vergangenheit immer wieder Vorwürfe wegen der Tiger-Haltung gegeben.  Jetzt sollen dort noch acht Tiger leben. Die Dompteurin reagierte zunächst nicht auf eine dpa-Anfrage.

Auch interessant

Tiger bei Leipzig: Scharfe Kritik nach Vorfall

Der Dölziger Ortsvorsteher Thomas Druskat forderte nach dem Vorfall Konsequenzen. „Das Gehege muss weg“, zitierte ihn die „Leipziger Volkszeitung“. „Man darf gar nicht daran denken, wenn auch noch andere Menschen zu Schaden gekommen wären.“ Er forderte, die Tiere in eine andere Haltungsform zu überführen.

Der Ausbruch weckte Erinnerung an einen anderen dramatischen Fall vor zehn Jahren in Leipzig. Im September 2016 brachen im städtischen Zoo zwei Löwen aus ihrem Gehege aus. Sie übersprangen einen Wassergraben, möglicherweise durchschwammen sie ihn auch – das blieb unklar, weil niemand den Ausbruch beobachtete. Ein Tier konnte zurückgedrängt werden, das andere wurde erschossen. Danach wurde der Wassergraben am Löwengehege des Zoos Leipzig deutlich verbreitert.

daw mit dpa