„Timmy“ hat es geschafft. Er hat seine letzte Ruhe gefunden. In Dänemark, nicht bei uns. Denn wir haben ihn nicht gelassen. Wir haben an ihm gezerrt und sind um ihn herumgetänzelt, als hinge das Wohl der gesamten Menschheit vom Überleben des Meeressäugers ab. Wir haben einfach so getan, als gäbe es die Experten nicht, die Meeresbiologen, die schon früh erkannt haben: „Timmy“ hat eigentlich keine Chance.
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Buckelwal in der Ostsee: Ist er vielleicht nur zum Sterben gekommen?
Die Bilder kurz vor seinem Abtransport mit der Barge Richtung Nordsee haben mir einen Stich ins Herz versetzt. Da hatte er sich wieder mal auf einer Sandbank festgeschwommen, sofort umschwirrt von Rettungsboten, rasch bedeckt von einem feuchten, weißen Tuch. Es wirkte wie die Jagd auf einen Flüchtenden, dem man nicht zugesteht, sich zur letzten Ruhe zu betten. Natürlich ist es schrecklich, mitanzusehen, wie ein majestätischer Buckelwal seine letzten Atemzüge tut. Es ist allerdings noch viel grausamer, wenn blinder Aktionismus als Tierliebe verkauft wird.
Wir haben den Wal wochenlang gehetzt, sein Leid künstlich verlängert und ihn am Ende zum Sterben abtransportiert, damit wir uns auf die Schultern klopfen konnten, doch alles getan zu haben. Und wer weiß, vielleicht ist das Wal-Drama noch lange nicht vorbei. Immerhin steht bislang nicht fest, was mit dem Kadaver passiert und ob es weitere Untersuchungen an ihm geben wird. Wie auch immer die Geschichte nun enden wird: Wir sollten uns dafür schämen, was wir dem armen Tier angetan haben, und ihm nun endlich den Frieden gewähren, der ihm so lange verwehrt wurde.




