Die Galeeren der Republik Venedig galten über Jahrhunderte hinweg als entscheidende Waffe in Seeschlachten und als zentrales Instrument zur Überwachung von Handelsrouten und Küsten. Für die auf Seeherrschaft ausgerichtete Macht Venedigs bildeten sie das Rückgrat bei der Ausdehnung und Sicherung der Kontrolle über die Meere. Nach Einschätzung von Historikern beschränkten die Venezianer den Einsatz der wendigen Kriegsschiffe nicht nur auf das offene Meer. Galeeren kamen auch auf Seen und Flüssen zum Einsatz, etwa bei militärischen Missionen auf dem italienischen Festland.
Ein eindrucksvolles Zeugnis der venezianischen Macht soll auf dem Grund des Gardasees in Italien liegen. Dort befinden sich Berichten zufolge die Überreste einer venezianischen Galeere aus dem frühen 16. Jahrhundert. Das rund 500 Jahre alte Kriegsschiff befindet sich in einer Tiefe zwischen 24 und 27 Metern, etwa 500 Meter vor dem heutigen Hafen von Lazise, einem der beliebtesten Urlaubsorte des Gardasees. Fachleute bezeichnen das Wrack als einzigartig, da es sich um eines der ältesten und zugleich am besten erhaltenen Beispiele eines venezianischen Ruderschiffs handelt.
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Venezianische Galeere im Gardasee: Jetzt werden Schutzmaßnahmen vorbereitet
Um den Zustand des Wracks genauer zu erfassen und langfristige Schutzmaßnahmen vorzubereiten, wird bereits seit Anfang September unter Wasser gearbeitet. Die zuständige Denkmalbehörde für die Provinzen Verona, Rovigo und Vicenza hat ein spezialisiertes Unternehmen aus Venedig damit beauftragt. In der ersten Phase, die noch andauert, soll geklärt werden, wie gut das Schiff erhalten und wie stark es von Sediment bedeckt ist. Eine offizielle Bestätigung, dass es sich um eine venezianische Galeere handelt, steht allerdings noch aus; die Daten werden derzeit von Fachleuten ausgewertet. Erst danach soll über einen möglichen Schutzstatus entschieden werden.
Das Wrack ist knapp 30 Meter lang und etwa dreieinhalb Meter breit. Trotz der langen Zeit unter Wasser sind wesentliche Teile der hölzernen Struktur erhalten geblieben. Die besonderen Bedingungen am Seegrund – niedrige Temperaturen, Dunkelheit und ein sauerstoffarmes Umfeld – haben den biologischen Abbau stark verlangsamt. Die Entdeckung erfolgte an einer der tiefsten Stellen des Gardasees, die sich fernab des Ufers und der Badestellen befindet. Bei möglichen Tauchvorgängen dürften daher weder Tourismus noch Schifffahrt beeinträchtigt werden.
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Wrack im Gardasee wurde offiziell 1962 entdeckt
Die „offizielle“ Entdeckung des Wracks datiert auf das Jahr 1962. Damals wurde seine Existenz von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter des Naturkundemuseums von Verona dokumentiert. Erste Hinweise auf die Galeere gab es jedoch bereits einige Jahre zuvor: Ein Taucher soll Ende der 1950er-Jahre bei der Suche nach einem Vermissten zufällig auf die Überreste gestoßen sein. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Wrack wiederholt archäologisch untersucht, unter anderem in den Jahren 1990 und 1996, wobei wichtige Erkenntnisse zur Bauweise und zum Erhaltungszustand gewonnen wurden.
Historisch lässt sich der Untergang der Galeere auf den 31. Mai 1509 datieren. In dieser Zeit befand sich die Republik Venedig in militärischen Auseinandersetzungen mit Spanien und Frankreich. Nach einer Niederlage ordnete der venezianische Senat an, Teile der eigenen Flotte auf dem Gardasee selbst zu zerstören, um sie nicht in die Hände des Feindes fallen zu lassen. Der Kommandant Zaccaria Loredan setzte diesen Befehl um und ließ die Galeere sowie zwei kleinere Begleitschiffe in Brand setzen, bevor sie sanken.
Auch wenn dieses Ereignis aus historischer Sicht eher als Randepisode gilt, ist seine Bedeutung für die maritime Archäologie erheblich. Denn das Wrack liefert wertvolle Einblicke in den Schiffbau der Renaissance sowie in die militärische Nutzung des Gardasees.
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Die laufenden Arbeiten sollen nun die Grundlage für weiterführende Maßnahmen schaffen. Nach Abschluss der ersten Untersuchungen ist vorgesehen, Teile des Wracks behutsam freizulegen und von Ablagerungen zu befreien. Anschließend könnten gezielte Konservierungsmaßnahmen folgen, um die empfindlichen Holzstrukturen dauerhaft zu schützen.
Entdeckungen von Wracks im Lago di Garda sind keine Neuigkeit. Ende 2012 war das Wrack eines Amphibienfahrzeugs auf dem Grund des Sees entdeckt worden, in dem in der Nacht vom 29. April auf den 30. April 1945 mindestens 24 US-Soldaten den Tod gefunden hatten.







