Die malerische Halbinsel von Sirmione gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen am Gardasee (Italien). Doch der Andrang von Touristen bringt die kleine Gemeinde zunehmend an ihre Grenzen. Mit einem neuen Maßnahmenpaket will die Stadtverwaltung nun gegen überfüllte Straßen und Sicherheitsprobleme vorgehen.
Die historische Altstadt von Sirmione ist nur über eine schmale Brücke erreichbar, die durch das Tor der mittelalterlichen Festung Scaliger-Castello führt. Genau dieses Nadelöhr sorgt bei hohem Besucheraufkommen regelmäßig für lange Warteschlangen.
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Nach Angaben der Stadt wurden im vergangenen Jahr sowohl zu Ostern als auch am ersten Maiwochenende jeweils rund 70.000 Besucher gezählt – bei lediglich etwa 8.000 Einwohnern. Teilweise mussten Gäste bis zu 40 Minuten warten, um überhaupt auf die Halbinsel zu gelangen. Zeitweise seien sogar Rettungswege blockiert gewesen, sodass Einsatzfahrzeuge nur schwer durchkamen.
„Tourismus verantwortungsvoll steuern“: Stadt am Gardasee startet Aktionsplan
Um solche Situationen künftig zu vermeiden, hat die Stadt den Aktionsplan „Piano operativo 2026“ beschlossen. Ziel sei es nicht, weniger Touristen anzulocken, sondern den Besucherstrom besser zu lenken. Bürgermeisterin Luisa Lavelli erklärte laut italienischen Medien: „Unser Ziel ist es nicht, den Tourismus zu begrenzen, sondern ihn verantwortungsvoll zu steuern, um Sicherheit und Lebensqualität für Einwohner, Beschäftigte und Gäste zu schützen.“
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Ein zentraler Bestandteil des Plans ist eine zeitweise autofreie Altstadt. An insgesamt 31 Tagen während der Frühjahrs- und Sommersaison wird das historische Zentrum jeweils zwischen 14 und 19 Uhr zur Fußgängerzone – vor allem an Wochenenden, in der Hochsaison und an Feiertagen. Rettungsfahrzeuge sind von dieser Regelung ausgenommen.
Gleichzeitig sollen die Parkmöglichkeiten für Anwohner erweitert werden: Die Zahl der reservierten Stellplätze steigt von 62 auf 87. Für Besucher bleibt der kostenlose Shuttle-Service vom Parkplatz Grifo bestehen, der an Tagen mit Fußgängerzone sogar bis 21 Uhr fährt. Urlauber, die in Hotels in der Altstadt übernachten, können zudem einen speziellen Transport mit Golfcarts nutzen.
Auch Reisebusse werden künftig stärker reguliert. Sie müssen vorab einen Stellplatz auf dem Parkplatz Monte Baldo reservieren.
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Maßnahmen für Sicherheit – Polizei wird personell verstärkt
Darüber hinaus plant die Gemeinde zusätzliche Maßnahmen für Sicherheit und Besucherlenkung. So sollen an 72 Tagen im Jahr zwei Rettungswagen bereitstehen – drei Tage mehr als im Vorjahr. Außerdem wird die Präsenz sogenannter „Street Tutors“, die Touristen informieren und Besucherströme lenken, deutlich ausgeweitet. Auch die örtliche Polizei wird personell verstärkt.
Die neue Verkehrsregelung soll erstmals am Ostersamstag, dem 4. April 2026, greifen. Dann wird die Altstadt für drei Tage jeweils ab 14 Uhr für Autos gesperrt.





