Die Liparischen Inseln – auch als Äolische Inseln bekannt – gelten als echter Geheimtipp für alle, die mediterrane Natur, spektakuläre Landschaften und ein ursprüngliches Inselgefühl suchen. Vor der Nordküste Siziliens gelegen, sind sie weit entfernt vom Massentourismus klassischer Reiseziele. Zu den Inseln zählt auch die Vulkaninsel Stromboli. Gemeinsam werden sie liebevoll die „sieben Schwestern“ genannt – und tatsächlich besitzt jede einzelne ihren ganz eigenen Charakter. Schon seit 2000 gelten sie als Unesco-Weltnaturerbe.
Doch das idyllische Urlaubsparadies steht zunehmend unter Druck: Die Wasserversorgung entwickelt sich zu einem ernsthaften Problem. Vertreter der Tourismusbranche und Hoteliers warnen vor strukturellen Defiziten, die nicht nur den Urlaubsbetrieb beeinträchtigen, sondern auch die Lebensmittelsicherheit und das Image des gesamten Archipels gefährden könnten.
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Wassermangel in Italien: Inseln sind teils auf Lieferungen angewiesen
Bemängelt wird ein deutliches Versorgungsdefizit: Die Entsalzungsanlage erreicht bei einer theoretischen Kapazität von 9000 Kubikmetern pro Tag im Durchschnitt lediglich 4100 bis 4200 Kubikmeter. In den Monaten Dezember und Januar sank die Produktion infolge technischer Störungen zeitweise sogar auf nur 2100 Kubikmeter täglich. Aktuell liegt sie bei rund 3700 Kubikmetern – und damit weiterhin unter dem Mindestbedarf.
Kritik richtet sich auch gegen die regionale Versorgungsplanung: Zusätzliche Wasserlieferungen per Schiff sind für die Monate April und November nicht vorgesehen, und selbst die eingeplanten Mengen für Mai und Oktober gelten als unzureichend – insbesondere vor dem Hintergrund steigender Besucherzahlen ab dem Frühjahr. Neben wirtschaftlichen Schäden drohen dadurch auch Risiken für die öffentliche Gesundheit.
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Wasserknappheit: Strukturelles Problem in Süditalien
Die Verbände fordern daher ein sofortiges Eingreifen der zuständigen Behörden, darunter das italienische Umweltministerium und die Region Sizilien. In einer gemeinsamen Stellungnahme drängen sie auf den umgehenden Einsatz von Tankschiffen, eine Überarbeitung der Versorgungsstrategie sowie die Einberufung eines technischen Krisentreffens. Ihr Fazit ist eindeutig: „Ohne eine garantierte Mindestversorgung mit Wasser ist jede touristische Vermarktung sinnlos.“
Die aktuellen Probleme sind kein Einzelfall, sondern Teil eines größeren strukturellen Musters in Süditalien. Veraltete Aquädukte führen dazu, dass erhebliche Wassermengen durch undichte Leitungen verloren gehen – ein beträchtlicher Teil des aufbereiteten Trinkwassers erreicht die Verbraucher erst gar nicht. Hinzu kommen ungleichmäßig verteilte Niederschläge: Regen fällt häufig in kurzen, intensiven Episoden statt gleichmäßig über das Jahr verteilt.
Ein großer Teil dieses Wassers fließt oberflächlich ab, ohne in Böden oder Grundwasser gespeichert zu werden. Auch die Landwirtschaft trägt zur angespannten Lage bei, da sie große Wassermengen benötigt. In manchen Regionen wird Grundwasser schneller entnommen, als es sich regenerieren kann, was langfristig zu sinkenden Grundwasserspiegeln führt.

Wasserreserven auf Sizilien sind Stand jetzt gut gefüllt
Immerhin haben kräftige Niederschläge im Winter dazu beigetragen, dass die Wasserreserven auf Sizilien im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Für den kommenden Sommer wird daher vorerst keine Wasserrationierung erwartet. Der Präsident der Region Sizilien, Renato Schifani, verweist darauf, dass in den vergangenen Monaten 58 Prozent mehr Regen gefallen sei als im Jahr zuvor.
Die angesammelten Reserven sowie zusätzliche Maßnahmen an Brunnen und Leitungsnetzen – ergänzt durch die Entsalzungsanlagen in Trapani, Porto Empedocle und Gela – sollen die sommerliche Versorgung sichern. Parallel arbeitet Sizilien an einem umfassenden Wasserschutzplan, der alle sechs Jahre aktualisiert werden muss. Ziel ist es, die Wasserwirtschaft effizienter und das System widerstandsfähiger gegenüber wiederkehrenden Dürreperioden zu gestalten.
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Flüsse in Norditalien haben niedrige Wasserstände
Doch nicht nur der Süden steht vor Herausforderungen. Auch Norditalien sieht sich in diesem Jahr mit Wasserknappheit konfrontiert. In den Alpen ist erneut zu wenig Schnee gefallen. Der sogenannte SWE-Index, der die im Schnee gebundene Wassermenge misst, weist für die Lombardei ein Defizit von 35 Prozent gegenüber dem Durchschnitt aus, was einem Wasserdefizit von 21 Prozent entspricht.
In Venetien liegt die Wasserführung der Etsch bei nur 77 Kubikmetern pro Sekunde und damit bereits unter der kritischen Schwelle. Unterhalb dieses Wertes beginnt Salzwasser aus dem Meer flussaufwärts zu dringen. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich beim Po, der in der Provinz Rovigo rund 39 Prozent weniger Wasser führt als im langjährigen Durchschnitt. Auch die Zuflüsse in der Emilia-Romagna bleiben deutlich unter den üblichen Werten.



