Es ist ein Bild wie aus Steven Spielbergs Frühwerk „Der weiße Hai“. Plötzlich ragt eine riesige Rückenflosse aus dem Wasser und nähert sich in beängstigender Geschwindigkeit. Dazu stelle man sich Spannungsmusik vor – fertig ist das Horrorszenario eines jeden Schwimmers.
Am vergangenen Wochenende sahen deutsche Urlauber auf einem Ausflugsboot vor der Küste der Stadt Pula (Kroatien) zwar auch eine Rückenflosse, doch diese gehörte einem Cetorhinus maximus, besser bekannt als Riesenhai. Der zweitgrößte Fisch der Welt (nach dem Walhai) ist ein sanfter Gigant der Meere und für den Menschen normalerweise ungefährlich.
Kapitän berichtet über Hai-Begegnung: Keiner an Bord hatte Angst
Eine Begegnung auf offener See weckt bei Betrachtern vor allem eines: Ehrfurcht. So erging es auch dem kroatischen Skipper des Touristenbootes, Zvonko Halimić, der sich gegenüber dem Portal „24sata“ folgendermaßen zitieren ließ: „Ich bin ein alter Fischer und habe in meinem Leben schon alles gesehen. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt (...) In 65 Jahren ist mir so etwas noch nie passiert.“
Orcas, Haie und Tiere im Meer
Das Tier sei ganz nahe an das Boot herangeschwommen, berichtet der Kapitän weiter. So nahe, dass die Kinder an Bord den Hai streicheln wollten, was sie dann aus guten Gründen dann doch unterließen. Der Riesenhai sei mehrmals um das Boot herumgeschwommen und habe sein riesiges Maul geöffnet, um Plankton zu filtern. „Aus nächster Nähe sah er unglaublich und faszinierend aus. Es war, als würde man plötzlich einen riesigen Kühlschrank öffnen“, sagte Halimić weiter.
Niemand auf dem Boot habe Angst gehabt, so der Kapitän. Die Kinder hätten große Augen gemacht, die Erwachsenen Fotos mit ihren Handys. Nach etwa zehn Minuten sei der Hai abgetaucht und in den Tiefen des Meeres verschwunden.
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Riesenhaie lassen immer wieder in der Adria blicken
Dass sich ein Riesenhai in der Adria aufhalte sei gar nicht so ungewöhnlich, erklärte Ulrike Kirsch von der Deutschen Stiftung Meeresschutz in der „Bild“-Zeitung. Besonders im Frühjahr sei das Nahrungsangebot für die Tiere dort sehr gut. So kämen einzelne Tiere immer wieder zum Planktonschlemmen vorbei. Das Maul der Fische ist mit Filterplatten ausgestattet, die es ihnen erlauben, große Mengen Wasser nach Nahrung zu durchsieben.
Auch wenn der Riesenhai für Menschen in der Regel ungefährlich ist, sollte man diese Vorsichtsmaßnahmen beachten:
- Mindestens zehn Meter Abstand einhalten, um das Tier nicht zu stören
- Ruhe bewahren und hektische Bewegungen vermeiden, die den Hai erschrecken könnten
- Eine Sichtung sollte der Küstenwache und/oder einer lokalen Naturschutzbehörde gemeldet werden
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