Istrien gehört zu den beliebtesten Ferienregionen Kroatiens. Doch in den vergangenen Tagen wurden gleich mehrere Urlauber nach Schlangenbissen ins Krankenhaus gebracht – darunter auch Kinder. Kliniken haben inzwischen ihre Vorräte an Gegengift aufgestockt.
Besonders dramatisch war der Fall eines siebenjährigen Jungen, über den die kroatische Zeitung „24sata.hr“ berichtete. Das Kind war demnach mehrfach von einer Hornviper, in Kroatien „Poskok“ genannt, gebissen worden. Innerhalb kürzester Zeit verschlechterte sich sein Zustand: Das Bein schwoll an, Atemprobleme traten auf, auch lebenswichtige Organe waren betroffen. Ärzte in Pula stabilisierten den Jungen mit Gegengift und künstlicher Beatmung, anschließend wurde er mit einem Hubschrauber in die Klinik nach Rijeka verlegt.
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Schlangenbiss-Serie in Kroatien: Mehr Gegengift in Pula – Experten beruhigen Urlauber
Wie kroatien-nachrichten.de meldet, wurden auch ein 27-Jähriger aus Labin und ein deutscher Tourist nach Bissen behandelt, beide konnten jedoch nach kurzer Zeit entlassen werden. In einem weiteren Fall kämpften Ärzte um das Bein einer fünfjährigen Urlauberin aus der Ukraine. Das Bein des Kindes schwoll stark an und das Kind verlor immer wieder das Bewusstsein.
Nach Angaben des Direktors des Krankenhauses in Pula, Andrej Angelini, habe es eine ungewöhnlich hohe Zahl von Vorfällen in kurzer Zeit gegeben. „Wir können uns nicht an so viele Bisse in nur wenigen Tagen erinnern“, sagte Angelini gegenüber „24sata.hr“. Das Krankenhaus habe deshalb seine Gegengift-Vorräte nun deutlich aufgestockt: Ursprünglich seien elf Dosen vorhanden gewesen, weitere seien inzwischen bestellt, berichtet „kroatien-nachrichten“.
Schlangen in Kroatien: Welche Tiere leben in der Urlaubsregion und was können Urlauber tun?
In Kroatien leben laut dem Fachjournal „Acta Clinica Croatica“ insgesamt 15 Schlangenarten, von denen aber nur drei giftig sind. Die Kreuzotter, die Karst-Wiesenotter und die Poskok, die aufgrund ihrer Größe und Giftstärke am gefährlichsten ist. „Poskok-Schlangen sind scheu und beißen normalerweise nur, wenn sie erschreckt oder bedroht werden“, erklärte Nediljko Landeka vom Istrischen Institut für öffentliche Gesundheit.
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Um Risiken zu vermeiden, sollten Wanderer in felsigen oder bewaldeten Gebieten bewusst Geräusche machen, damit die Tiere sich zurückziehen können. Sollte man dennoch gebissen werden, sei es wichtig, möglichst still zu halten, um die Ausbreitung des Giftes zu verlangsamen. Die betroffene Person sollte so schnell wie nur möglich ärztlich behandelt werden. Andrej Angelini betonte: „Wenn das Serum frühzeitig verabreicht wird, sind die Ergebnisse deutlich besser“.


