Collien Fernandes hat sich live im TV zu den schweren Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen geäußert. In der ARD-Talkshow von Caren Miosga sagte Fernandes am Sonntagabend: „Es kann nichts passieren, wenn wir den Mund nicht aufmachen.“ Sie selbst sei überrascht gewesen von der positiven Resonanz, nachdem sie ihre Geschichte geteilt hatte. „Dass das so eine Bewegung auslöst, damit habe ich im Leben nicht gerechnet“, so Fernandes.

Die Vorwürfe von Fernandes wiegen schwer. Ihrem Ex-Mann Christian Ulmen wirft sie vor, über lange Zeit Fake-Profile von ihr erstellt zu haben, um damit sexualisierten Kontakt zu anderen Männern aufgenommen zu haben: „Fremde Männer und Männer in meinem beruflichen Umfeld wurden angeschrieben. Irgendwann ging man dann über in die E-Mail-Kommunikation, und dann kamen Videos und Fotos, als würde es so wirken, ich habe mich selbst fotografiert und gefilmt“, sagte Fernandes bei Miosga.

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Männer aus dem beruflichen Umfeld von Collien Fernandes involviert

Fremde Männer sowie Männer aus ihrem beruflichen Umfeld hätten irgendwann bei ihr und ihrer Managerin angerufen. „Die Männer waren sich unsicher, ob wir gerade eine Online-Affäre miteinander haben“, so Fernandes. Diese Männer seien mit Fake-Profilen in Kontakt gewesen. Auch eine Geschichte, in der sie vergewaltigt wird, sei verschickt worden.

Talkshow-Moderatorin Caren Miosga betonte, dass Ulmens‘ Anwalt darauf verweist, dass sein Mandant keine KI-generierten Fotos oder Videos verschickt hat.

Fernandes hatte im Dezember 2025 auf Mallorca Anzeige erstattet. Auch die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt nun, im Zuge der „Spiegel“-Recherche, wegen eines Anfangsverdachts erneut. Strafrechtlich geht es um den Vorwurf der Nachstellung. Derzeit, so Fernandes, sei noch nicht zu 100 Prozent klar, ob der Fall komplett in den Verantwortungsbereich der deutschen Justiz falle.

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Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt erneut

Nachdem die Schauspielerin 2024 wegen eines Fake-Profils im Netz bereits Anzeige erstattet hatte, soll die Behörde in Itzehoe, die den Fall übernahm, um zusätzliche Unterlagen gebeten haben. Dieser Bitte sei Fernandes nicht nachgekommen, deshalb sei das Verfahren eingestellt worden. Die Moderatorin widerspricht dieser Darstellung der Staatsanwaltschaft vehement.

„Ich kann versichern, dass meine Mandantin zu jedem Zeitpunkt mit den Ermittlungsbehörden kooperativ war“, sagte Fernandes‘ Anwältin Christina Clemm gegenüber dem „Spiegel“. Sie wirft der Justizbehörde Untätigkeit vor, ebenso wie ihre Mandantin, die am Sonntagabend sagte: „Man muss sich in Deutschland nicht über dieses riesige Dunkelfeld wundern.“

Zuvor hatte Promi-Anwalt Christian Schertz die Gästeliste bei Miosga am Sonntagabend scharf kritisiert. Neben Fernandes kamen bei Misoga auch Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) und „SZ“-Journalist Ronen Steinke zu Wort. „Das Fernsehgericht tagt mit der höchsten Vertreterin der Justiz in Deutschland und der Anzeigenerstatterin“, sagte Schertz gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Das sei im Zuge des gerade erst eingeleiteten Ermittlungsverfahrens „eklatant rechtsstaatswidrig“, so Schertz, der Ulmen rechtlich vertritt.

Zur Berichterstattung im Fall Fernandes

Gegen Christian Ulmen stehen schwere Vorwürfe im Raum. Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes hat Ulmen in Spanien angezeigt, wegen mutmaßlicher Vortäuschung einer Identität, Verletzung von Geheimnissen, Beleidigung mit öffentlicher Verbreitung, fortgesetzter Misshandlung und schwerer Bedrohung. Um die Erstellung von Deepfake-Pornos ging es dabei ausdrücklich nicht. Die spanische Justiz hat die Strafanzeige von Collien Fernandes an Deutschland abgegeben. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt derweil wegen Vorwürfen häuslicher Gewalt gegen Christian Ulmen.

Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Der Schauspieler weist die Vorwürfe zurück. Das Landgericht Hamburg hat Anfang Mai einen Großteil der im März erschienenen „Spiegel“-Berichterstattung für zulässig erklärt. Fernandes hatte darin die Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann öffentlich gemacht. Im Juni urteilte auch das Hanseatische Oberlandesgericht, der „Spiegel“ dürfe weiter über die Gewaltvorwürfe berichten.