Nach mehr als 40 Jahren der Ruhe zeigt ein Vulkan beunruhigende Anzeichen von Aktivität, die Wissenschaftler genau beobachten. Es handelt sich dabei um den El Chichón, der sich im Nordwesten des mexikanischen Bundesstaates Chiapas befindet.

Wie die „Daily Mail“ berichtet, hätten Forschende steigende Temperaturen, sprudelnde Gase und ungewöhnliche Schwefelformationen im Innern des Vulkans festgestellt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) hatten diese Veränderungen zwischen Juni und Dezember 2025 bemerkt.

Vulkan El Chichón in Mexiko: Ausbruch im Jahr 1982 war verheerende Katastrophe

Bekanntheit erlangte der Vulkan vor allem durch seinen Ausbruch 1982, bei dem mindestens 2.000 Menschen ums Leben kamen. Dabei wurden an drei Tagen im März und April bei plinianischen Eruptionen – das sind außerordentlich explosive Ausbrüche – rund sieben Millionen Tonnen Schwefeldioxid und insgesamt 20 Millionen Tonnen Material in die Stratosphäre geschleudert.

Wissenschaftler sollen zudem erhöhte Hitze, Veränderungen in der Chemie des Kratersees und Gasemissionen wahrgenommen haben, darunter Schwefelwasserstoff und Kohlendioxid, die in hohen Konzentrationen gefährlich sein können. Außerdem wurden ungewöhnliche hohle Schwefelkugeln dokumentiert, die sich in flüssigen Schwefelbecken im Inneren des Kraters bildeten.

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Vulkan in Mexiko: Offensichtlich keine Bewegungen von Magma

Trotz dieser dramatischen Anzeichen gibt es laut Experten derzeit keine Hinweise auf Magmabewegungen unter dem Vulkan. Die Forscher betonen, dass es sich wahrscheinlich um hydrothermale Aktivitäten handelt, die nicht zwingend auf einen bevorstehenden Ausbruch hindeuten.

Bei jüngsten Untersuchungen berichteten Wissenschaftler, dass der Kratersee, der normalerweise grün ist und von Algen dominiert wird, eine graue Färbung angenommen habe, was auf einen erhöhten Gehalt an Sulfaten und Kieselsäure im Wasser hindeutet. Das Team dokumentierte überdies schwankende Chloridkonzentrationen und veränderte Gas-Wasser-Wechselwirkungen. Das seien Anzeichen dafür, dass unter der Oberfläche heiße Flüssigkeiten zirkulieren, wie „Green Matters“ berichtete.

Spektakulärer Vulkanausbruch im fernen Osten Russlands

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    Die Vulkanologin Dr. Patricia Jácome Paz von der UNAM erklärte, dass die ungewöhnliche Aktivität höchstwahrscheinlich durch überhitztes Grundwasser verursacht werde, das mit heißem Gestein in Wechselwirkung tritt, und nicht durch geschmolzenes Magma, das an die Oberfläche steigt. „Das beobachtete Verhalten stimmt mit hydrothermalen Prozessen oder kleineren dampfgetriebenen Explosionen überein“, sagte sie kürzlich in einem Vortrag, in dem sie die Ergebnisse diskutierte.

    Erst Ende Januar war der Vulkan Schiwelutsch auf der abgelegenen Halbinsel Kamtschatka ausgebrochen und hatte eine riesige Aschewolke ausgestoßen. Die Aschesäule des 3300 Meter hohen Vulkans stieg bis auf knapp 9000 Meter über den Meeresspiegel, wie das Regionalbüro der Russischen Akademie der Wissenschaften mitteilte. Auch gut hundert Kilometer vom Vulkan entfernt hing Asche in der Luft. Wegen des Ausbruchs wurde von den Behörden die zweithöchste Alarmstufe ausgerufen. Berichte über Verletzte oder Schäden in der nur wenig bewohnten Region gab es aber nicht.

    dw/AFP