Drama nach einem gemeinsamen Weihnachtsessen einer Großfamilie in Campobasso in der süditalienischen Region Molise: Ein 15-jähriges Mädchen und ihre 50-jährige Mutter starben vermutlich an einer Lebensmittelvergiftung. Der Vater des Mädchens liegt derzeit in kritischem Zustand auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Rom. Verdacht besteht auf eine akute Vergiftung, möglicherweise durch Fisch, Pilze oder andere Lebensmittel. Erste Untersuchungen deuten auf eine schwer verlaufende Hepatitis hin.

Drama nach Weihnachtsessen: Ermittlungen gegen Klinikärzte

Die Todesursache soll nun durch eine Obduktion geklärt werden, die von der Staatsanwaltschaft angeordnet wurde. Laut ersten Informationen hatten Mutter und Tochter zuvor bereits die Notaufnahme in der Stadt Campobasso aufgesucht, wurden jedoch wieder nach Hause geschickt. Die ältere Tochter der Familie, die das möglicherweise giftige Weihnachtsessen nicht gegessen hatte, zeigt bislang keine Symptome, wurde aber vorsorglich zu Untersuchungen nach Rom gebracht.

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Die 15-Jährige war die Erste, die ins Cardarelli-Krankenhaus in Campobasso eingeliefert wurde. Trotz intensiver Behandlung verschlechterte sich ihr Zustand rasch, und sie starb kurz darauf. Auch die Mutter erkrankte schwer und verstarb wenig später. Ärzte beschrieben den Krankheitsverlauf als außergewöhnlich schnell und kaum vorhersehbar.

Die Polizei ermittelt bereits gegen fünf diensthabende Ärzte des Krankenhauses in Campobasso wegen des Verdachts auf Fahrlässigkeit. Zudem wurden Lebensmittel aus dem Haus der Familie sichergestellt, um die Ursache des Vorfalls zu klären. Die Gemeinde Pietracatella, in der die beiden Verstorbenen lebten, drückte tiefes Mitgefühl aus. Aus Respekt vor Mutter und Tochter wurden alle Weihnachtsveranstaltungen abgesagt. Der Bürgermeister von Pietracatella, Antonio Tommasone, bezeichnete das Ereignis als „Tragödie, die uns sprachlos macht“.

In Kalabrien starben zwei Menschen nach dem Verzehr von Sandwiches

„Der Krankheitsverlauf führte trotz intensiver Behandlung sehr schnell zum Tod“, erklärte Vincenzo Cuzzone, Leiter der Intensivstation des Cardarelli-Krankenhauses. „Die Symptome traten nach einer Mahlzeit auf, doch die Informationen sind bislang bruchstückhaft. Bekannt wurde, dass es zunächst zu einem Leberversagen kam und eine Serie weiterer Ereignisse in außergewöhnlicher Geschwindigkeit gefolgt sei, die schließlich zu einem Multiorganversagen geführt hätten. Die ältere Tochter ist gesund und zeigte keine Symptome. Sie hat wohl nichts von der Mahlzeit gegessen. Wobei es derzeit schwer nachzuvollziehen sei, „auf welche Mahlzeit die Beschwerden genau zurückzuführen sind“, so Cuzzone.

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Der Tod der beiden Frauen wirft erneut Fragen zur Lebensmittelsicherheit in Italien auf. In der Badeortschaft Diamante in Kalabrien verstarben im August zwei Menschen nach dem Verzehr von Wurst- und Kohl-Sandwiches. Gegen fünf Ärzte wird noch ermittelt. Beide Opfer hatten das Essen an einem Foodtruck gekauft, wobei der Kohl aus einem Glas stammte.

Overhead view of a group of canned food arranged side by side on wooden table
In Konservendosen kann sich das gefährliche Botulinumtoxin entwickeln. Es ist häufig durch aufgeblähte Dosen zu erkennen, die sofort entsorgt werden müssen, so Experten. © Getty Images | fcafotodigital

Die Staatsanwaltschaft in Paola wirft den beschuldigten Ärzten fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor. Neben den zwei Todesopfern erlitten 16 weitere Personen Vergiftungssymptome. Zwei Frauen starben außerdem im August nach dem Verzehr von Guacamole-Soße auf einem Volksfest auf Sardinien; weitere acht Besucher des Festes mussten im Krankenhaus behandelt werden. Botulismus ist eine potenziell lebensbedrohliche Vergiftung, die durch das Bakterium Clostridium botulinum verursacht wird.

„Italien ist das Land in der EU, das die meisten Fälle und Todesfälle durch Botulismus meldet. Es gibt eindeutig ein Problem – vor allem im Zusammenhang mit Konserven. Heute geht es nicht darum, was man konsumiert, sondern wie Lebensmittel in Hauskonserven gelagert und zubereitet werden. Es gibt wichtige Regeln, die man kennen sollte und die auf vielen offiziellen Webseiten zu finden sind“, erklärte Matteo Bassetti, Direktor der Infektionskrankheiten an der Poliklinik San Martino in Genua, gegenüber italienischen Medien.

Experte über Botulinumtoxin-Verdacht: So etwas darf es nicht mehr geben

„Falls im Fall von Campobasso das Botulinumtoxin bestätigt wird“, betonte er, „müssen wir 2026 wirklich Anstrengungen unternehmen, um Produzenten, Gastronomen und Familien über die Risiken aufzuklären, zu informieren und zu sensibilisieren. In Italien darf man 2025 nicht mehr an einer Lebensmittelvergiftung sterben“, so Bassetti abschließend.