Wer in der Nähe der Phlegräischen Felder bei Neapel lebt, weiß: Jede Sekunde könnte die Katastrophe passieren. 1,8 Millionen Menschen wohnen auf und um Italiens Supervulkan. Erdbeben, die auf magmatische Aktivität hinweisen, gehören hier zum Alltag. Im Mai war das stärkste Beben der letzten 40 Jahre mit einer Stärke von 4,4 gemeldet worden. Und nun kommt eine neue Sorge hinzu.

Nach Einschätzung von Experten nimmt nämlich nicht nur die Erdbebengefahr zu, sondern auch das Risiko plötzlicher phreatischer Explosionen. Diese Dampfexplosionen entstehen, wenn Grund- oder Oberflächenwasser durch eine magmatische Wärmequelle überhitzt wird. Wenn das Wasser zu Dampf wird und der Druck im Erdinnern steigt, kann er sich explosionsartig entladen und Gesteinsfragmente aus dem Untergrund herausschleudern. Magma steigt dabei zwar nicht auf, dennoch sind Forscher besorgt. Denn Studien zeigen: Die Explosionen passieren oft ohne vorherige Warnsignale und können auf einen bevorstehenden magmatischen Ausbruch hindeuten.

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Supervulkan bei Neapel: Bebenaktivität sind zuletzt stark gestiegen

Fabio Florindo, Präsident des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV), richtete einen Appell an die Bevölkerung: „Wir müssen aufmerksam bleiben und versuchen, jedes noch so kleine Anzeichen wahrzunehmen, das darauf hindeuten könnte, dass sich im Bereich des Supervulkans etwas aktiviert.“ Neben dem durchgehenden 24-Stunden-Monitoring durch Fachleute komme auch der Wachsamkeit der Bevölkerung und der schnellen Meldung ungewöhnlicher Phänomene an das Vesuv-Observatorium eine entscheidende Rolle zu.

Das kürzlich veröffentlichte wöchentliche Überwachungsbulletin bestätigt einen Anstieg nahezu aller Parameter im Vergleich zum April: Insgesamt ist die Bebenaktivität in den vergangenen Wochen gegenüber den vorherigen Monaten stark gestiegen. Über 800 Erdstöße pro Monat wurden in den letzten zwei Monaten gemeldet, zuvor waren es um die 400 gewesen.

NameCampi Flegrei (Phlegräische Felder)
LageWestlich von Neapel, Italien
TypSupervulkanische Caldera
Bedeutende EruptionenCampanian Ignimbrite (vor 39.000 Jahren), Neapolitan Yellow Tuff (vor 15.000 Jahren)
Größe 13 km breit
Historische BedeutungZwei massive Eruptionen führten zum Kollaps der Caldera

Die Bodenhebung hatte sich im vergangenen Monat wieder auf 25 Millimeter erhöht, nachdem sie im Frühjahr bei nur 15 Millimetern gelegen hatte. Auch die Gastemperatur der Fumarole Bocca Grande im Solfatara-Krater ist angestiegen – von 169 auf 172 Grad Celsius. Ein neu installierter Temperatursensor maß sogar 173 Grad. Hinzu wurde ein Anstieg der Gasemissionen (CO₂ und H₂S) auf rund 5.500 Tonnen pro Tag gemeldet.