In der Nacht auf Montag ist im Landkreis Regensburg in Bayern das Jagdschloss Thiergarten niedergebrannt. Gegen 0.30 Uhr brach im historischen Gebäude, das zuletzt als Clubhaus des Golf- und Landclubs Regensburg genutzt wurde, ein Feuer aus. Das fürstliche Anwesen gehörte früher der Adelsfamilie Thurn und Taxis. Verletzt wurde niemand. Das berichtete der Bayerische Rundfunk (BR) unter Berufung auf die Polizei.
Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, weil das Schloss in einem sehr abgelegenen Bereich liegt. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, mussten die Einsatzkräfte kilometerlange Schlauchleitungen verlegen, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Zahlreiche Feuerwehrkräfte waren bis in die Morgenstunden im Einsatz, die Nachlöscharbeiten dauerten auch am Montagvormittag noch an. Den Sachschaden schätzen die Ermittler laut BR derzeit auf rund vier Millionen Euro. Die Ursache des Feuers ist bislang unklar. Brandfahnder der Regensburger Kriminalpolizei sollen im Laufe des Tages Spuren sichern.
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Jagdschloss Thiergarten gehörte einst Familie von Thurn und Taxis
Das Jagdschloss Thiergarten war in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur Sitz des Golfclubs, sondern auch Standort eines Restaurants. Die Pächter hatten jedoch laut BR bereits angekündigt, den Betrieb zum Jahresende einzustellen.
Die Geschichte des Gebäudes reicht weit zurück. Nachdem 1880 in Donaustauf ein Großfeuer den Ortskern und das damalige Sommerschloss der Fürstenfamilie Thurn und Taxis zerstört hatte, entstand im Thiergarten ein Neubau im englischen Jagdhausstil. Bis zum Zweiten Weltkrieg nutzte die Familie Thurn und Taxis das Schloss. 1969 stellte Johannes von Thurn und Taxis das Gelände dem Golf- und Landclub Regensburg zur Verfügung.
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Der Fürstliche Thiergarten selbst ist ein weitläufiges Park- und Waldgebiet, das 1813 als Jagdwald der Thurn und Taxis angelegt wurde. Heute ist es für die Öffentlichkeit zugänglich. 1988 brach dort der damalige bayrische Ministerpräsident Franz Josef Strauß (CSU) bei einem Jagdausflug zusammen. Er starb wenige Tage später in Regensburg im Krankenhaus.




