Bis Freitag lief die Nato-Aktivität „Neptune Strike 25-3“, an der in der Nordsee auch der größte Flugzeugträger der Welt, die USS „Gerald R. Ford“, beteiligt war. Damit an Bord die Stimmung unter den Matrosen aufgehellt wird, gibt es eine besondere Mitarbeiterin: die Labradorhündin „Captain Sage“.
„Wenn jemand einen harten Tag hatte, kann Sage wirklich helfen, die Dinge wieder ins rechte Licht zu rücken“, glaubt der Chef-Musiker an Bord, Chris Snitzer. Er ist einer von insgesamt fünf Personen, die sich um die fünf Jahre alte Hündin kümmern. Sie ist ein sogenannter Expeditionary Facility Dog, der eine dreijährige Ausbildung abgeschlossen hat.
Ein Hund an Bord: „Captain Sage“ lebt auf der „Gerald R. Ford“ – dem größten Flugzeugträger der Welt
Die Aufgaben der flauschigen Mitarbeiterin: Seeleuten und Marinesoldaten während ihrer Einsätze bei der emotionalen Regulierung helfen, Stress abbauen und moralische Unterstützung bieten. Ein Job, den die Hündin erfolgreich ausführe, sagt Snitzer: „Wenn wir an Bord herumlaufen, sagen die Leute: ‚Das hat meinen Tag heute verbessert‘. Und das meinen sie tatsächlich auch so.“ Die Seeleute wissen laut Snitzer genau, wo Sage wohnt, und kommen für Krauleinheiten vorbei. Sie hat ihren eigenen kleinen Bereich an Bord, mit einer Hundedusche, ihrer eigenen Toilette, Spielzeug und Futter. Der Tierarzt wohnt ebenfalls um die Ecke.
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Ein Flugzeugträger ist nicht unbedingt der Ort, an dem man einen Hund erwartet. Doch genau für diese Umgebung sei Sage ausgebildet worden, sagt ihr Hundeführer Snitzer. Sie habe gelernt, eine Hundetoilette zu nutzen, Leitern hochzuklettern und im Flugzeug zu fliegen. Denn während der Einsätze ist die Hündin auch auf den Begleitschiffen des Flugzeugträgers unterwegs. Für den Flug dorthin bekommt die Labrador-Hündin eine spezielle Ausrüstung angezogen, das Puppy Protective Equipment (PPE): eine Schutzbrille, Ohrenschutz, Schwimmweste, ein spezielles Hundegeschirr und kleine Silikonstiefel.
„Captain Sage“: Dieser Hund hat einen höheren Dienstgrad als ihr Besitzer
Mit dem Lärm an Bord – durch die Starts und Landungen von Kampfjets kommt es regelmäßig zu einem lauten Grollen – habe die Hündin kein Problem, sagt Snitzer. Sie sei ein voll ausgebildeter Assistenzhund und darauf trainiert, damit klarzukommen. Außerdem, sagt ihr Hundeführer: „Jeder Hund hat mit Lärm zu tun, ob in der Stadt oder auf dem Land, wo es zum Beispiel auch Sirenen gibt.“
„Gerald R. Ford“: So sieht es an Bord des US-Flugzeugträgers aus
Wenn das Schiff im Hafen liegt, geht Snitzer mit Sage eine ganz besonders große Runde spazieren. Ihr Name, im Englischen bedeutet das „die Weise“, hatte die Hündin schon, als sie auf die USS „Gerald R. Ford“ kam. Snitzer erklärt den Ursprung so: „Als Welpe hatte sie einen ‚wissenden Blick‘.“
Der Einsatz der Hündin koste beinahe nichts, sagt ihr Hundeführer, „nur Hundefutter“. Dafür habe er einen Effekt auf die Seeleute an Bord. „Sowas lässt sich aber immer schwer quantifizieren“, sagt Snitzer. Ihm ist anzusehen, wie sehr auch er die Arbeit mit der Hündin liebt. Oder treffender: die Arbeit für die Hündin liebt. Denn Sage hat einen höheren Dienstgrad als der Unteroffizier. Natürlich nur symbolisch. Das Beste an Sage, sagt Hundeführer Snitzer: Zwischen den Einsätzen lebt die Hündin bei ihm zu Hause. „Das ist großartig.“



























