- Der islamische Fastenmonat endet mit dem Zuckerfest, auch „Eid al-Fitr“ oder „Bayram“ genannt
- 2026 fällt es auf die Zeit vom 20. bis zum 22. März
- Was feiern Muslime dann? Gibt es besondere Bräuche? Die wichtigsten Infos im Überblick
Während des Ramadan fasten gläubige Muslime und Muslimas einen Monat lang tagsüber und essen und trinken nur nach Sonnenuntergang. Der Fastenmonat ist eine Zeit des Gebets, der Besinnung und der spirituellen Erneuerung. Am Ende des Monats wird das Zuckerfest gefeiert, auch bekannt als "Eid al-Fitr" oder "Bayram".
Doch was wird genau gefeiert? Welche Bräuche gibt es zum Zuckerfest? Und was sind typische Glückwünsche? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
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Nach Ramadan: Wie ist das Zuckerfest entstanden?
Die Ursprünge des Zuckerfestes gehen auf den Propheten Mohammed zurück, der im 7. Jahrhundert v. Chr. lebte. Der islamischen Lehre zufolge erhielt er von Allah die Offenbarung des Korans und begründete den Islam. Eines der wichtigsten Gebote des Islams ist das Fasten im Monat Ramadan, dem neunten Monat des islamischen Kalenders. In diesem Monat sollen Muslime zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr verzichten.
Das Zuckerfest entstand, als der Prophet Mohammed nach einem Monat des Fastens und der spirituellen Einkehr das Ende des Ramadans verkündete. Er soll seine Anhänger aufgefordert haben, Almosen zu geben und Freunde und Verwandte zu besuchen, um gemeinsam zu feiern und zu essen. Das Fest wurde "Eid al-Fitr" genannt, was "Fest des Fastenbrechens" bedeutet.
Bayram: Wann und wie wird das Zuckerfest gefeiert?
Seitdem wird das Zuckerfest jedes Jahr am ersten Tag des islamischen Monats Shawwal gefeiert. Das genaue Datum hängt vom islamischen Kalender ab, der sich nach dem Mondzyklus richtet. Das führt dazu, dass das islamische Jahr 354 Tage hat. Somit verschiebt sich das Fest im Vergleich zum üblichen Kalender jedes Jahr elf Tage nach vorn. Das Zuckerfest markiert das Ende des Fastenmonats Ramadan, der 2026 bis zum 19. März dauert. Das Zuckerfest beginnt daher am 20. März und dauert drei Tage.
Das Fest dauert in der Regel drei Tage und ist eine Zeit des Dankes und der Freude, in der sich Muslime gegenseitig beschenken und reichhaltige Speisen teilen. Die Kinder bekommen oft Süßigkeiten und Geschenke und die Gemeinschaft betet gemeinsam in der Moschee.
Termine des Zuckerfestes in diesem und in kommenden Jahren:
| Jahr | Termin |
| 2027 | 9. bis 11. März |
| 2028 | 26. bis 28. Februar |
| 2029 | 13. bis 15. Februar |
Ramadan-Ende: Wie wird das Zuckerfest üblicherweise gefeiert?
Am Morgen des 1. Schawwal machen sich traditionell alle schick und gehen in die Moschee. In den meisten Gebetshäusern herrscht an diesem Tag großer Andrang, denn am Festgebet soll nach Möglichkeit jeder teilnehmen. Nach dem Gebet gratulieren sich alle gegenseitig. Jüngere küssen dabei als Zeichen ihres Respekts die Hände älterer Gemeindemitglieder.
Anschließend beginnt die große Besuchswelle. Auch hier gilt üblicherweise: Jüngere Familienmitglieder fahren zu ihren Eltern und älteren Verwandten und Freunden. In aller Regel versammeln sich die Familien dann an reich gedeckten Tischen mit aufwendig zubereiteten Leckereien und süßem Gebäck wie Baklava und Eclairs (daher stammt im weitesten Sinne auch der Name Zuckerfest).
Seker Bayrami: Werden zum Zuckerfest auch Geschenke verteilt?
Während des Zuckerfestes ist es üblich, Familienmitgliedern und Freunden Geschenke zu machen. Beschenkt werden üblicherweise nur Kinder. Sie bekommen Geld, neue Kleider, Spielzeug, Bücher und alles, was Kinder eben so glücklich macht.
Darüber hinaus entrichten viele Muslime am Tag des Zuckerfestes auch eine Spende. Die Dritte Säule des Islam sieht Almosen (Zakat) ohnehin für jeden Moslem vor. Das Geld, das häufig nach dem Festgebet in der Moschee gesammelt wird, erhalten die ärmeren Menschen in der jeweiligen Gemeinde.

Zuckerfest: Feiern nur religiöse Menschen?
Nein, nicht zwingend. Ähnlich wie viele Menschen Weihnachten feiern, obwohl sie nicht religiös sind, ist es auch bei islamischen Festen. Die Zusammenkunft von Familie und Freunden ist auch für viele nicht religiöse Menschen Anlass genug, um zu feiern.
Haben Kinder während des Zuckerfests schulfrei?
Grundsätzlich schulfrei haben Kinder und Jugendliche während des Zuckerfestes nicht. In den meisten Bundesländern ist es aber möglich, muslimische Schülerinnen und Schüler teilweise vom Unterricht befreien zu lassen. Die Regelungen im Überblick:
- Baden-Württemberg: Befreiung an einem Tag möglich, schriftlicher Antrag nötig
- Bayern: Befreiung an den ersten beiden Tagen möglich, kein schriftlicher Antrag nötig
- Berlin: Befreiung am ersten Tag möglich, kein schriftlicher Antrag nötig
- Berlin: Befreiung am ersten Tag möglich, kein schriftlicher Antrag nötig
- Bremen: Befreiung am ersten Tag möglich, kein schriftlicher Antrag nötig
- Hamburg: Befreiung an einem Tag möglich, kein schriftlicher Antrag nötig
- Hessen: Befreiung an allen drei Tagen möglich, kein schriftlicher Antrag nötig
- Mecklenburg-Vorpommern: Befreiung auf Antrag möglich
- Niedersachsen: Befreiung an allen drei Tagen möglich, schriftlicher Antrag nötig
- Nordrhein-Westfalen: Befreiung an einem Tag, schriftlicher Antrag nötig
- Rheinland-Pfalz: Befreiung am ersten Tag möglich, schriftlicher Antrag nötig
- Saarland: Befreiung nur in Ausnahmefällen nach Antrag
- Sachsen: Befreiung auf Antrag möglich
- Sachsen-Anhalt: Befreiung nur in Ausnahmefällen nach Antrag
- Schleswig-Holstein: Befreiung nur in Ausnahmefällen nach Antrag
- Thüringen: Befreiung an allen drei Tagen möglich, schriftlicher Antrag nötig
Gibt es Parallelen zu christlichen Festen?
Tatsächlich ähnelt das Ramadanfest dem christlichen Weihnachtsfest sehr – auch wenn die religiöse Bedeutung natürlich eine andere ist. Auch das Fest des Fastenbrechens folgt einer Zeit der Einkehr und der Besinnung und wie an Weihnachten kommen Familien zusammen, werden Kinder beschenkt und Süßigkeiten und festliche Mahlzeiten zubereitet und verzehrt.
- In islamischen Ländern ist während des Zuckerfests schul- und arbeitsfrei.
- In Deutschland gibt es in den Bundesländern und Unternehmen verschiedene Regelungen.
- In einigen Bundesländern können muslimische Kinder am ersten Tag des Zuckerfestes auf Wunsch von der Schule beurlaubt werden.
Ramadan: Warum fasten Muslime überhaupt?
Das Fasten gehört zu den "Fünf Säulen des Islam“. Muslime dürfen während des Ramadans nur vor Sonnenauf- und nach Sonnenuntergang essen, trinken oder rauchen.
Neben dem Verzicht auf Nahrungsmittel gehört es auch zu den Geboten des Islam, während des Fastenmonats nicht zu streiten, zu fluchen und zu schimpfen. Denn wer weniger streitet und sich mehr um seine Mitmenschen kümmert, der hört nicht nur auf Gott, sondern hilft damit auch sich selbst. Davon sind viele Muslime überzeugt.



