Beim offiziellen Spatenstich für die Generalsanierung der Bahnstrecke Hagen-Wuppertal-Köln hat NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) am Freitag in Wuppertal deutliche Worte gefunden. Seine Botschaft: Die fünfmonatige Bahn-Sperrung ist „eine Zumutung für die Menschen“ – und er entschuldigt sich dafür, dass es so weit kommen musste.

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„Wenn wir eine Stadt wie Wuppertal faktisch vom Schienenverkehr abhängen müssen, dann ist das für die Menschen eine Zumutung“, sagte Krischer beim Spatenstich. „An dieser Stelle möchte ich sagen, für diejenigen, die im Land Verantwortung tragen, dass ich mich entschuldige, dass es so weit kommen musste.“

Minister in Wuppertal: „NRW hat das schlechteste Verkehrsnetz in Deutschland“

Der Minister machte klar: NRW hat „das schlechteste Verkehrsnetz in Deutschland“ – ein „Standortproblem“, das die Wirtschaft belastet. „Wir haben lange Zeit, viel zu lange Zeit unser Schienennetz vernachlässigt“, räumte Krischer ein. Jetzt stehe das Land vor der „Herkulesaufgabe“, Infrastruktur „wie am Fließband“ zu sanieren.

Konkret bedeutet das für Wuppertal: Ab 6. Februar 2026, 21 Uhr, sind die Fernverkehrsgleise zwischen Köln und Hagen für fünf Monate gesperrt. In drei besonders harten Phasen gibt es sogar acht Wochen lang gar keinen Zugverkehr. Pendler müssen auf Ersatzbusse umsteigen, die statt 34 Minuten bis zu 1:25 Stunden nach Köln brauchen.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer war beim offiziellen Spatenstich der Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Köln, Wuppertal und Hagen in Wuppertal.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer war beim offiziellen Spatenstich der Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Köln, Wuppertal und Hagen in Wuppertal.© Lea Graf / Montage Niklas Berkel

Oliver Krischer hat eine klare Erwartung an die Deutsche Bahn

Trotz der drastischen Einschnitte verteidigt der Minister das Vorgehen: „Die Zeiten des Kleinklein, wo man geflickt hat, sind vorbei.“ Statt einzelne Schwellen zu reparieren, werde jetzt „in großem Maßstab“ saniert.

Seine Erwartung an die Deutsche Bahn: NRW soll bei der Sanierungsintensität „deutlich vor Bayern liegen“, weil der Sanierungsbedarf hier größer sei. Beim Schienenersatzverkehr mahnte er: „Es ist natürlich kein Ersatz. Wenn es ein adäquater Ersatz wäre, bräuchten wir ja keine Schiene.“

Der Blick auf das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs Wuppertal im Regionalbereich West
Der Blick auf das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs Wuppertal im Regionalbereich West.© Deutsche Bahn AG / Axel Hartmann Fotografie

Die Arbeiten umfassen 81 Kilometer Gleis, 50 Weichen und 29 Kilometer Oberleitung. In Wuppertal werden vier Bahnhöfe modernisiert:

  • Hauptbahnhof,
  • Vohwinkel,
  • Barmen und
  • Oberbarmen bekommen neue Aufzüge, höhere Bahnsteige und moderne Ausstattung.

NRW-Verkehrsminister hat ein Versprechen für die Wuppertaler

Krischers Versprechen an die Wuppertaler: „Das ist nur eine temporäre Aktion. Danach ist diese Schienenstrecke in einem super Zustand. Einmal jetzt durch – und dann sieht im Sommer die Situation hier deutlich besser aus.“

Der Minister hat Verständnis für den Frust: „Ich habe absolut Verständnis, dass man flucht und sagt: Wie konnte es so weit kommen? Aber die Antwort darauf ist eben diese Sanierung.“