Die GESA in Wuppertal ist eine gemeinnützige Organisation, die vor allem Langzeitarbeitslosen, Migranten sowie jungen Menschen ohne Schul- oder Berufsabschluss Hilfe anbietet. Das Angebot reicht „über Sprachkurse für geflüchtete Menschen und Berufsorientierung für Kinder und Jugendliche bis hin zu Maßnahmen für langzeitarbeitslose Menschen“, erklärt Moritz Rosenthal, Leiter der Unternehmenskommunikation bei der GESA.

Ein sozialer Bereich, „der in den vergangenen Jahren sehr unter Druck stand, weil die öffentliche Hand als wichtigster Auftraggeber das Engagement sehr zurückgefahren hat“, beschreibt Rosenthal. „Weshalb wir kreativ werden mussten.“ Das Sozialunternehmen muss alternative Einnahmequellen finden, um sein eigentliches Ziel – Menschen zu helfen – weiter verfolgen zu können.

Hast du dich schon mal gefragt, was mit deinen alten Lieblingsstücken passiert, nachdem du sie weggeworfen hast? Wir haben den Weg der Kleidung vom Container bis ins Second-Hand-Outlet der Gesa in Wuppertal zurückverfolgt. Ein Selbstversuch.

Die Wuppertaler GESA arbeitet mit der AWG zusammen

Die Lösung kam durch eine bewährte Partnerschaft. „Wir haben eine langjährige Kooperation mit der AWG Wuppertal. Schon seit über 30 Jahren dürfen wir das Elektro-Recycling in Wuppertal machen“, so Rosenthal. Die GESA bekommt Elektroschrott aus Containern oder vom Sperrmüll und recycelt oder repariert sie. Getragen wird diese Arbeit auch von „Ein-Euro-Jobbern“, die sich damit das Bürgergeld aufstocken.

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Seit Januar läuft zusätzlich das große Textilprojekt: „Hier kommen fast täglich Fahrer, die uns die Altkleider aus Wuppertals Containern bringen“, sagt Rosenthal. Das Ziel ist ambitioniert: „500 Tonnen Textilien – das wollen wir hier über das Jahr annehmen und zurück in den Kreislauf bringen.“

Das ist das Konzept der GESA in Wuppertal

Das Konzept dahinter ist simpel: Alte Kleidung wird gewaschen, repariert oder aufgewertet und dann für kleines Geld verkauft. Vom Müll zurück in den Kleiderschrank. „Es ist der Versuch, Ressourcen, Produkte, Materialien, Rohstoffe so lange wie möglich in einem Umlauf zu halten“, beschreibt es Jacqueline Schlasse, Leiterin Textilrecycling der GESA.

Man kann es im Endeffekt als Gegenbegriff für die Wegwerfgesellschaft begreifen.

Frau mit blonden Haaren schaut in die Kamera
Jacqueline Schlasse,  Leiterin Textilrecycling bei der GESA

Aber auch was nicht verkauft wird, soll nicht verbrannt werden: „Da sind wir momentan dabei, weitere Unternehmenskooperationen zu suchen mit Unternehmen, die die Kleider zu anderen Dingen umformen, zum Beispiel Dämmmaterial“, erklärt Schlasse.

GESA ist in Wuppertal ein offener Laden für alle

Verkauft wird die Ware im GESA-Outlet. Anders als klassische Sozialkaufhäuser ist der GESA-Laden für jeden gedacht. „Es gibt auch keine Auflagen oder Bedingungen, um hier einkaufen zu dürfen“, betont Rosenthal. Die Kundschaft ist entsprechend vielfältig: „Von Studierenden über Menschen, die sich bereits in der Rente befinden. Menschen, die vielleicht auf kleine Preise achten müssen, aber auch Kundinnen und Kundinnen, die auf der Suche nach etwas Besonderem und einer Rarität sind.“

Das Gesa Secondhand-Outlet
Das Gesa Secondhand-Outlet ist in Wuppertal-Sonnborn.© Lea Graf

Auch Designer-Stücke finden ihren Weg hierher: „Letztens haben wir von Gucci-Schuhe in einem Sack gehabt, die also auch wirklich echt sind. Noch mit Preisschild dran!“

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Outlet in Elberfeld geplant

Weil das Outlet so gut angelaufen ist, vergrößert GESA das Projekt. Im November eröffnet in der Elberfelder Innenstadt ein weiteres Outlet, um noch mehr Altkleider wieder zurück in den Kreislauf zu bringen.