Der gelernte Chemikant Volker Dörsam trägt Handschuhe und Mundschutz, als er die gespendeten Kleidersäcke öffnet. Seit zwei Monaten arbeitet er als „Ein-Euro-Jobber“ bei der GESA, einer gemeinnützigen Organisation in Wuppertal. „Ich wollte unbedingt noch mal was machen. Nicht nur daheim rumsitzen“, erzählt er.
Nach einer schweren Lebenskrise und gesundheitlichen Problemen fand er über das Jobcenter den Weg in die Kleidersortierhalle. Hier sortiert er weggeworfene Kleidung der Wuppertaler nach ‚muss gewaschen werden‘, ‚muss repariert werden‘ oder ‚ist nur noch als Putzlappen zu gebrauchen‘. „Was ich nicht mal mehr verschenken würde, das sortiere ich aus.“
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Bei der GESA kommen Altkleider aus ganz Wuppertal an
Aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen war für Dörsam besonders schwer. Er leidet unter Lungenproblemen: „Mir fehlt die Luft“, erklärt er seine gesundheitlichen Einschränkungen. „Vieles an Arbeit blieb mir deshalb nicht über“, sagt er. Das Jobcenter empfahl ihm schließlich die Arbeit bei der GESA, wo er seit zwei Monaten tätig ist und sich langsam einlebt.
Bei der GESA kommen täglich Altkleider aus ganz Wuppertal an. Dörsam sortiert diese Kleidung und Textilien, wäscht sie oder bringt sie zur Reparatur. Er stockt sich damit sein Bürgergeld auf.
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Volker Dörsam bekommt bei der GESA in Wuppertal ein bis zwei Euro pro Stunde
Ein Ein-Euro-Job ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine „Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung“. Eine Maßnahme des Jobcenters, die sich an Bürgergeld-Empfänger richtig. Meist sind das Langzeitarbeitslose, denen die Maßnahme den Wiedereinstieg in einen geregelten Arbeitsalltag erleichtert.
Bei dem Job verdient Dörsam nur einen geringen Betrag pro Stunde. Meist ein bis zwei Euro, die er zusätzlich zu seinem Bürgergeld bekommt.
Im Second-Hand-Shop landen Gucci-Schuhe und Designer-Handtaschen
Was ihn bei seiner Arbeit immer wieder verblüfft, ist die Qualität der gespendeten Kleidung. „Da stehen Gucci-Schuhe im Regal. Dann haben wir Kleider, also Ballkleider, Korsetts mit Steinchen besetzt“, berichtet er. Sogar Louis Vuitton-Artikel landen in den Spendensäcken.
„Also ich bin immer wieder verwundert. Hier sind oft bessere Sachen im Müll, als bei mir im Kleiderschrank“, sagt er. Eine Markenjeans wie von Hollister kostet im Laden 100 Euro, „wenn die gewaschen und gebügelt ist, sieht die fast aus wie aus dem Regal“.
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Besonders schätzt er die Zusammenarbeit mit seinen Kollegen: „Wir sind hier ein total gemischtes Team. Was auch nicht immer leicht ist...“
Aber es ist halt auch schön, wenn man mit anderen Leuten in Kontakt kommt, mit denen man sonst gar nicht in Berührung gekommen wäre.
Volker Dörsam
Inzwischen ist er sogar selbst zum Kunden geworden und geht im angeschlossenen Laden einkaufen. „Ach, ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal eine neue Hose gekauft habe“, schmunzelt er.
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