Julia ist 30, kommt aus Bayern und hat zusammen mit ihrer Freundin Lisa etwas geschaffen, was in Wuppertal bisher fehlte: einen Ort, wo sich Menschen zum gemeinsamen Stricken treffen. Was als spontane Idee zweier Freundinnen begann, ist binnen weniger Monate zu einer kleinen Community gewachsen.

„Wir saßen oft zusammen und haben gestrickt“, erzählt Julia. „Und dann dachten wir uns einfach, es wäre voll cool, wenn wir eine Gruppe haben, wo wir nicht nur zu zweit stricken.“ Eine simple Idee mit großer Wirkung: Seit Anfang des Jahres treffen sich die „Wuppertalknits“ jeden ersten Sonntag im Monat im Café Simonz am Arrenberg.

Lesen Sie auch

Wuppertalknits – eine „kleine Community“ in Wuppertal

Die Hürden für Interessierte sind bewusst niedrig gehalten. „Eigentlich nicht viel“, sagt Julia auf die Frage, was man mitbringen muss. „Deine Nadeln, was zum Häkeln, Wolle – und dann bist du eigentlich schon bestens ausgestattet. Den Rest können wir theoretisch auch beibringen.“

Schon sieben- oder achtmal haben sich die Strickbegeisterten getroffen, und was Julia dabei am meisten freut, ist nicht etwa das neueste Projekt oder die perfekte Masche: „Am meisten gefällt mir, dass wir so eine kleine Community geworden sind.“

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Instagram, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Mehr als nur Maschen zählen

Diese Community beschränkt sich längst nicht mehr auf die monatlichen Treffen. In einem gemeinsamen WhatsApp-Kanal tauschen sich die Mitglieder über die beste Wolle und die besten Nadeln aus. Doch das Gespräch geht weit darüber hinaus. „Ich habe zum Beispiel vorletztes Wochenende einen Nähbend gemacht“, erzählt Julia. „Wir sind alle eine Community, die gerne DIY-Projekte mag. Also nicht nur Stricken, sondern auch andere Sachen.“

Wer Interesse hat, kann sich über die Instagram-Seite wuppertalknits informieren, wo die beiden ihre Stricktreffs zeigen und Termine genauer bekannt geben.

Wir vernetzen uns gegenseitig, und das finde ich einfach richtig schön, wenn man Leute zusammenbringen kann.

Julia

Was die Wuppertalknits geschaffen haben, entspricht einem Trend, der weit über die Grenzen der bergischen Großstadt hinausreicht. Stricktreffs erleben deutschlandweit einen Boom – und das aus gutem Grund. Forscher haben längst belegt, was Strickende intuitiv spüren: Stricken kann den Stresslevel senken und sogar den Blutdruck regulieren. Die Tätigkeit wirkt entspannend und bietet eine meditative Auszeit vom Alltag.

Lesen Sie auch

Das Handwerk als Gegenmittel zur Digitalisierung

In einer Zeit, in der viele Menschen den ganzen Tag vor Bildschirmen verbringen, bietet das Stricken Abwechslung. Die Hände erschaffen etwas Greifbares, Dauerhaftes – einen Schal, einen Pullover, eine Mütze. Gleichzeitig ermöglicht die ruhige Tätigkeit Gespräche in entspannter Atmosphäre, wie sie in der hektischen Alltagswelt selten geworden sind.

Für Julia, die beruflich nach Wuppertal gezogen ist, hatte der Stricktreff noch eine weitere Funktion: „Ich komme eigentlich aus Bayern, bin wegen des Jobs und meines Freundes hergezogen.“ In einer neuen Stadt Anschluss zu finden, ist nicht immer einfach. Der Stricktreff bot ihr die Möglichkeit, Gleichgesinnte kennenzulernen und Freundschaften zu knüpfen.