Was wäre eine Stadt ohne ihre Geschichten? Wuppertal hat nicht nur eine besondere Orte, sondern auch viele ungewöhnliche Namen dafür. Manche Ortsnamen lassen einen schmunzeln, andere wirken rätselhaft – doch hinter jedem steckt ein spannendes Stückchen Stadtgeschichte.
1. Die Sambatrasse – Die tanzende Bahn
Die beliebte Sambatrasse verdankt ihren Namen tatsächlich dem berühmten Sambatanz. Früher verlief hier die kurvige Bahnstrecke der Burgholzbahn. Von Elberfeld durch das Zooviertel bis nach Cronenberg schlängelte sich die Bahn durchs Tal. Die Passagiere schwankten wegen der ganzen Kurven hin und her – fast so, als würden sie Samba tanzen. Und so wurde aus der Burgholzbahn die Sambabahn – und später dann die heutige Samba-Trasse.

2. Fischertal – Wo keine Fische schwimmen
Im Fischertal in Wuppertal-Barmen gibt es weder ein Gewässer voller Fische, noch eine Siedlung aus Fischern. Der Name kommt von Johann Wilhelm Fischer, einem wohlhabenden Baumwollfabrikanten und Bankier aus dem 19. Jahrhundert. Seine Familie wohnte in der nähe vom Alten Markt in Barmen und investierte in die Straßen und Wege in ihrer Nachbarschaft. Zum Dank wurde diese Nachbarschaft zum Fischertal – ein Name, der bis heute geblieben ist.
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3. Funkloch – Empfang garantiert!
Entgegen seinem Namen hat das Funkloch nichts mit schlechter Netzabdeckung zu tun. Der Name stammt von einer Familie Funkel oder Funck, die hier im 16. Jahrhundert einen Hof besaß. In einer Zeit also, in der es garantiert noch nicht um Funksignale ging. Warum Loch? Das bleibt bis heute ein Rätsel. Aber mit dem Funkloch, wie wir es heute kennen, hat es nichts zu tun.

4. Kasinokreisel – ohne Casino und ohne Kreisel
Der Kasinokreisel ist heute weder ein Kreisel, noch sind hier irgendwo Casinos. Früher war hier allerdings beides: Dort, wo heute das Finanzamt steht, war früher das Haus der „Gesellschaft Kasino“, einer Art Verein zur Freizeitgestaltung. Außerdem war die heutige Ampelkreuzung früher mal ein Kreisverkehr. „Gesellschaft Kasino“ + Kreisverkehr machten den Ort bis heute zum Kasinokreisel, auch wenn beides nicht mehr da ist.
5. Ölberg – ein Name aus der Not heraus
Etwa um das Jahr 1900 wurde das Gebiet des heutigen Ölbergs zum Wohnviertel für Arbeiter. Bis ins Jahr 1920 gab es jedoch keine Stromversorgung in diesem Wohngebiet. Die Bewohner nutzen Petroleum- oder Öllampen zur Beleuchtung, was den noch heute geläufigen Namen ‚Ölberg‘ herbeirief.

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6. Konrads Wüste – keine Sanddünen, sondern ein Bauernhof
Die Konrads Wüste in Heckinghausen war vor langer Zeit weder sandig, noch heiß – sondern ein Bauernhof. Vor zirka 500 Jahren wurde der Hof bereits schriftlich mit dem Namen „Wüste“ erwähnt. Das Wort „Wüste“ bezeichnete vermutlich die abgelegene oder unfruchtbare Fläche. Der Hofbesitzer der „Wüste“ hieß Konrad. Deswegen heißt dieser Ort bis heute Konrads Wüste.
Unsere Quellen
Sambatrasse:
bv-kuellenhahn.de/was-es-zu-entdecken-gibt/samba-trasse/
w-sg.adfc.de/artikel/die-samba-wupper-runde
Fischertal:
zeitspurensuche.de/02/flur1.htm
Funkloch:
njuuz.de/home/
Kasinokreisel:
stadtgeschichte-wuppertal.de/hheyken_bilder/heyken_stadtchronik%201929-14.pdf
https://www.wuppertal.de/microsite/doeppersberg/medien/bindata/DoeppersbergJournal1_16.pdf
Ölberg:
naturparkbergischesland.de/poi/oelberg-wuppertal
wa.de/nordrhein-westfalen/oelberg-wuppertal
Konrads Wüste
hammesberg.net/das-quartier/





