Wo werden Fleischesser und Vegetarier oder Veganer in Dortmund gleichermaßen satt und zufrieden? Das testen wir in unserer Gastro-Kolumne „DOppelt schmeckt besser“. Auch in dieser Woche haben wir eine Option für ein schnelles Mittagessen ausprobiert.

Das „TwentyOne“ am Günter-Samtlebe-Platz in der City ist gleichzeitig Betriebskantine der Hauptverwaltung der DEW21 und öffentlich zugängliches Café und Restaurant. Anfang des Jahres hat ein neuer Betreiber übernommen: Die SV Group, eine Gastronomie- und Hotelmanagement-Gruppe mit Schweizer Wurzeln. Sie bringt, laut Pressemitteilung, „frische Ideen sowie neue Genussmomente für die Besucher*innen [...] mit“. Mal sehen, ob sich dieses Versprechen halten lässt.

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Die Speisekarte: Ist nicht selbstredend nicht vorhanden. Hier kommen jeden Tag andere Gerichte auf den Tisch. Welche, erfährt man über Anzeigetafeln. Mindestens eins davon ist immer vegetarisch, wie wir an der Ausgabe erfahren. Immer wieder soll es auch rein vegane Gerichte geben. Alternativ gibt es zudem eine kleine Salattheke.

Kantine „TwentyOne“ in Dortmund macht beim „Veganuary“ mit

Ich habe Glück: In der Kantine des Energieversorgers wird der „Veganuary“ begangen. Diese internationale Aktion – auf Deutsch in etwa: veganer Januar – soll Menschen dazu ermutigen, einen Monat lang eine rein pflanzliche Ernährung auszuprobieren. Und vielleicht ja sogar dabei zu bleiben. Als Gericht des Tages gibt es bei unserem Besuch katalanisches Trinxat mit Pipirrana-Salat.

DOppelt schmeckt besser Montage Dortmund
DOppelt schmeckt: Stephie (l.) und Britta testen für euch Restaurants in Dortmund. © Andreas Buck / FUNKE Foto Services | Montage: Lisa-Marie Pütter

Zur Auswahl stehen auch gebratener Reis mit Ei, Lauch, Karotten und Ingwer oder paniertes Schweineschnitzel mit Paprikasoße, Steakhouse Pommes und Gurkensalat. Vorab gibt es eine Ingwer-Bouillon mit Hühnerfleisch, Paprika und Mienudeln, zum Nachtisch Vanillepudding.

Im „TwentyOne“ kann man übrigens auch frühstücken. Zur Auswahl stehen Brötchen und süßes Gebäck, aber auch herzhafte Stullen und Joghurt mit verschiedenen Toppings.

Veganes Trinxat aus Kartoffeln und Rotkohl

Der Geschmack: Selbstredend wähle ich an der Theke das katalanische Trinxat. Das ist ein einfaches, rustikales Gericht aus den Pyrenäen aus Kartoffeln und klassischerweise Kohl oder Wirsing. Hier wird es mit Rotkohl zubereitet und auch sonst leicht abgewandelt. Traditionell werden Kartoffeln und Kohl nach dem Kochen zerstampft, zu einer homogenen Masse geformt und dann in der Pfanne angebraten. Das Ergebnis ähnelt optisch einer Tortilla. Der Koch im „TwentyOne“ hat das Zerstampfen übersprungen, das Trinxat kommt als kleinstückige Bratkartoffel-Pfanne daher.

Doppelt schmeckt besser, Gastro-Check Dortmund, TwentyOne (Kantine DEW21)
Vegane Option im „TwentyOne“: Katalanisches Trinxat mit Pipirrana-Salat. © Funke Medien NRW | Stephanie Heske

Dazu gibt es Pipirrana-Salat aus Andalusien: Ein Mix aus klein geschnittenen Gurken, Tomaten, Paprika, Zwiebeln und einem simplen Essig-Öl-Dressing. Auch wenn die beiden Gerichte ursprünglich nicht zusammengehören, ergänzen sich die süd- und die nordspanische Küche hier gut. Beim Trinxat wurde an Fett nicht gespart, es schmeckt würzig und deftig, einzelne Gewürze stechen nicht hervor. Umso leichter und frischer schmeckt der Salat, der als Topping über die Kartoffel-Rotkohl-Mischung gegeben wurde.

Schnitzel kann im Geschmackstest nicht punkten

Insgesamt schmeckt das Ganze okay, aber nicht überragend. Und: Vielleicht hatte ich Pech, aber die Portion ist recht klein. Tatsächlich habe ich nach dem Essen noch Hunger – und mache mich noch über Brittas Fritten her. Die hat sie aus lauter Frust liegen lassen.

Doppelt schmeckt besser, Gastro-Check Dortmund, TwentyOne (Kantine DEW21)
Enttäuschend: Das panierte Schnitzel ist trocken, die Paprikasoße schmeckt wie aus dem Glas. © Funke Medien NRW | Stephanie Heske

Denn anders als sonst ist es heute meine Kollegin, die ziemlich enttäuscht ist. Das Schweineschnitzel mit Steakhouse-Pommes ist so gar nicht ihr Geschmack: zu viel Panade, das Fleisch trocken und teils zäh. Dazu gibt es eine Paprika-Soße, die viel zu sauer geraten ist und schmeckt, als käme sie aus dem Glas. Da hatten wir uns doch etwas mehr versprochen.

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Geschmackloser Gurkensalat und Pudding

Weder der Gurkensalat, den es zum Schnitzel dazu gibt, noch ihr Nachtisch können das Ruder herumreißen. Das Salatdressing schmeckt nach nichts, anfangs zweifelt Britta sogar, ob der Salat überhaupt angemacht ist, so fad schmeckt es. Und erst nach einem erneuten Blick auf die Anzeigetafel weiß sie, was ihr Nachtisch eigentlich ist. Herausgeschmeckt hat sie es nicht. „Der hat in seinem Leben noch keine Vanille gesehen“, ist ihr Urteil über den, nun ja, Vanille-Pudding.

Die letzten Folgen des Gastro-Checks

Der Service:  Beschränkt sich auf die Essens-Ausgabe an verschiedenen Theken. Alle Mitarbeiter waren aber durchweg freundlich und ansprechbar. Als zusätzliches Angebot können sich Besucherinnen und Besucher kostenlos an mehreren Wasserspendern bedienen.

Hauptgebäude, Hauptverwaltung DEW21 Dortmund, Günter-Samtlebe-Platz
Das „TwentyOne“ befindet sich in der Hauptverwaltung von DEW21 am Günter-Samtlebe-Platz in Dortmund. © DW21 | DEW21

Die Atmosphäre: Für eine Kantine erstaunlich ansprechend. Bei unserem Besuch an einem Mittwochmittag sind so gut wie alle Plätze besetzt. Wir nehmen deshalb in einem etwas schmucklosen Nebenraum mit langen Tischen Platz, in der eigentlichen Kantine herrscht Bistro-Atmosphäre.

Die letzten Folgen des Gastro-Checks

Der Preis: Ist fast unschlagbar. Mein Trinxat kostet 6,50 Euro, Brittas Schnitzel 8 Euro. Für den Nachtisch kommen 2,30 Euro dazu. Eine kleine Getränkeauswahl gibt es auch (Wasser, Cola, Eistee...). Also ein sehr schnelles und günstiges Mittagessen.

Der Veganer-Fleischesser-Faktor: Lässt sich schwer beurteilen. Vegetarier werden hier zwar immer fündig, wer ganz auf tierische Produkte verzichtet, muss aber auf gut Glück vorbeischauen und hoffen, dass eines der Tagesgerichte vegan ist – oder sich an der überschaubaren Salatbar bedienen. Immerhin gibt es im „TwentyOne“ aber ein Bewusstsein für vegane Ernährung. Auch ist schnell ersichtlich, welches Gericht infrage kommt. Zwar gibt es nur ein Symbol für „vegetarisch“, nicht für „vegan“. Dafür aber gut sichtbar die Allergenhinweise. Ob sich der Besuch in der Mittagspause für Fleischesser lohnt, vermögen wir nach einem einmaligen Test nicht zu sagen. Vielleicht hatte der Koch auch nur einen schlechten Tag.

Unsere Bewertung:

Geschmack: 2,5 von 5 Punkten
Atmosphäre: 3 von 5 Punkten
Service: 4 von 5 Punkten
Preis-Leistung: 2,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten

Seit Beginn des Jahres ist nun auch das DEW21-Betriebsrestaurant an der Zinkhütte (Manteuffelstraße 80) für externe Besucherinnen und Besucher geöffnet (Mo - Fr von 6.30 – 13 Uhr). Hier soll es je nach Uhrzeit ein „breites Frühstücksangebot“ sowie eine Auswahl an warmen und kalten Speisen geben.

Hinweis der Redaktion: Diese Gastro-Kritik entspricht dem subjektiven Geschmacksurteil der Verfasserinnen. Bei unseren Tests geben wir uns nicht zu erkennen, bewerten unabhängig und bezahlen das Essen selbst.

TwentyOne, Günter-Samtlebe-Platz 1, 44135 Dortmund; Tel.: 0231 5442830; Cafébetrieb: Mo - Fr 7.30 bis 16 Uhr, Restaurant: 11.30 bis 14 Uhr.