Wo werden Fleischesser und Vegetarier oder Veganer in Dortmund gleichermaßen satt und zufrieden? Das testen wir in unserer Gastro-Kolumne „DOppelt schmeckt besser“. Passend zu den sommerlichen Temperaturen sollte es dieses Mal etwas Kaltes sein. Was liegt da näher als Sushi!? Wir haben deshalb in der Mittagspause einen Abstecher zu „Dylan‘s Sushi & Bowl“ gemacht.
Die kleine Gastronomie am Schwanenwall gehört nicht zu den bekanntesten Adressen für die japanischen Reisrollen. Dafür hat das Restaurant aber eine glatte 5-Sterne-Bewertung bei Google – besser als das „Ami“ im Kaiserviertel oder das bekannte Oishinbo. Also ein echter Geheimtipp?

Speisekarte bietet viel mehr als nur Sushi
Die Speisekarte: Wie der Name schon verrät, steht hier nicht ausschließlich Sushi auf der Karte. Klassische Vorspeisen wie Frühlings- oder Sommerrollen, Gyoza und Edamame finden sich darauf, Hähnchenspieße und Garnelen im Knuspermantel. Auch eine kleine Auswahl an Salaten gibt es, etwa Kimchi, Wakame (Algensalat) oder mit Mango. Als Hauptspeise gibt es neben Sushi etwa gebratene Nudeln, Curry, andere Pfannengerichte oder Bowls.
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Die größte Auswahl gibt es aber eindeutig beim Sushi: Maki, Nigiri, Inside-Out-Rolls, Special-Rolls, frittiertes Sushi und Inari. Letztere sind mit Reis und anderen Zutaten gefüllte Tofutaschen. Bei den klassischen Maki gibt es sechs vegetarische Optionen, davon fünf vegan: Neben Gurke und Avocado entdecke ich zu meiner Freude auch Oshinko (eingelegter Rettich), Inari (frittierter Tofu in süßer Marinade), Spargel und Tamago (japanisches Süß-Omelett) als Füllung.
Gefüllte Tofutaschen sind kleine Kunstwerke
Der Geschmack: Wir bestellen jeweils ein Inari, einfach weil die Taschen schon auf dem Foto auf der Speisekarte so verlockend aussehen – Britta mit Lachs, ich die vegane Variante. Dazu gibt es für mich noch die Veggie Rainbow Rolls mit Gurke, Avocado, Paprika, Oshinko, Mango und Inari. Für Britta die Crispy Deluxe Roll mit Avocado, Gurke, Frischkäse und Hühnchen.

Die Sushi-Rollen werden auf einem Holzbrettchen serviert. Die wie kleine Kunstwerke aussehenden Inari-Taschen bekommen ein eigenes Schälchen. Schon auf den ersten Blick sieht man das handwerkliche Geschick, mit dem das Essen hier zubereitet worden ist. Die Rollen sind dicht befüllt, sehr ordentlich und fest gerollt und nahezu hauchdünn geschnitten. Trotzdem fällt beim Reinbeißen nichts heraus. Genau so soll es sein. Die Zutaten sind frisch und knackig, die Nori-Blätter sind zart und haben einen recht dezenten Geschmack.

Auch Kollegin Britta ist von ihren frittierten Rollen begeistert. Alle Aromen passen richtig gut zusammen, es dominiert weder der Algen-, noch der Fleischgeschmack.
Sushi kann geschmacklich voll überzeugen
Der wahre Star ist für uns aber die Inari-Tasche. Bislang habe ich davon – wie ich jetzt weiß – nur die Anfänger-Version gegessen. Im Dylans wird die frittierte Tofu-Tasche nämlich nicht nur mit Reis gefüllt, sondern auch mit allerlei anderen Zutaten. In der veganen Variante waren das Avocado, Gurke, Mayonnaise (vegan!), Mais, Wakame, Oshinko und Paprika. Alles fein geschnippelt und vermischt, quasi als Topping auf dem Reis.

Was ich bislang als eher fade Sushi-Variante kannte, ist in dieser Kombination wirklich eine Geschmacksexplosion. Die Tasche schmeckt gleichzeitig süß und salzig, knackig und weich, frisch und herzhaft. Und vor allem absolut nicht dröge, sondern sehr saftig. Da hätte ich am liebsten gleich noch eine nachbestellt.
Einrichtung stimmt bis ins kleinste Detail
Der Service: Trotz seiner extrem guten Bewertungen, war das „Dylan‘s“ bei unserem Besuch am Mittag fast ganz leer. Bedient wurden wir vom Chef persönlich, der sehr freundlich und aufmerksam war. Wie es hier abends und bei vollen Tischen aussieht, können wir deshalb nicht beurteilen.
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Die Atmosphäre: Das Dylan’s ist kein feines Restaurant und mit seinen fünf bis sechs Tischen im Innenraum auch überschaubar. Doch von einem Imbiss ist die Gastronomie weit entfernt. Allein schon wegen ihrer Küche. Das Lokal ist liebevoll eingerichtet, mit dunklen Holztischen und Sesseln in Lederoptik – und mit Deko-Highlights wie Lampen, die aussehen, als würden sie aus einem Sci-Fi-Roman stammen. Im Gastraum steht auch ein umgebauter Motorroller, der als Regal dient. Hier fühlt man sich wohl.

Auch fleischlos wird man im „Dylan‘s“ glücklich
Der Preis: Ist für das, was man bekommt, absolut angemessen. Eine Inari-Tasche kostet je nach Füllung 5,90 bis 7,50 Euro. Mein Sushi hat mit 13,90 Euro zu Buche geschlagen (6 Stück), Brittas Crunchy-Rolle (6 Stk.) mit 12,50 Euro. Insgesamt zahlen wir mit Getränken 47,60 Euro.
Der Veganer-Fleischesser-Faktor: Ist definitiv gegeben, auch wenn Vegetarier eindeutig im Vorteil sind. Beim Sushi hätte es gern etwas mehr Auswahl für Veganer geben dürfen. Auf Nachfrage lässt sich vielleicht auch einfach der Frischkäse abbestellen, der gern dabei ist. Getestet habe ich das allerdings nicht. Dafür wird man auch sonst auf der Karte fündig, fast alle Gerichte gibt es auch in einer vegetarischen oder veganen Variante.
Unsere Bewertung:
Geschmack: 5 von 5 Punkten
Atmosphäre: 4 von 5 Punkten
Service: 4,5 von 5 Punkten
Preis-Leistung: 4,5 von 5 Punkten
Gesamt: 4,5 von 5 Punkten
Hinweis der Redaktion: Diese Gastro-Kritik entspricht dem subjektiven Geschmacksurteil der Verfasserinnen. Bei unseren Tests geben wir uns nicht zu erkennen, bewerten unabhängig und bezahlen das Essen selbst.
Dylan‘s Sushi & Bowl, Schwanenwall 3, 44135 Dortmund; Tel.: 0231 9706 3456; So/Mo Ruhetag, Di-Do: 12 bis 14.30 Uhr und 17.30 bis 22 Uhr, Fr: 12 bis 14.30 Uhr und 17.30 bis 22.30 Uhr, Sa 12 bis 22.30 Uhr. Webseite: dylan-sushi.de



