Magie-Revue

Der Zauber von Siegfried & Roy ist vorbei

Foto: AFP

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Las Vegas. Sie gelten als die größten Magier, die es je gab. Siegfried & Roy waren die bestbezahlten Showstars, die Deutschland hatte. Keine Show in Las Vegas zählte mehr Besucher als ihre. Am Wochenende haben sich die beiden Zauberer wortlos von der Glitzerwelt verabschiedet.

Nach der Tigerattacke vor fünfeinhalb Jahren hatte Roy Horn sich geschworen, noch einmal auf die Bühne zurückzukehren. Bei einer Benefiz-Gala im Bellagio Hotel von Las Vegas machte er das von vielen für unmöglich gehaltene Versprechen wahr. Mit seinem langjährigen Partner Siegfried gab er eine Abschiedsvorstellung. Als Gast auf der Bühne: Raubkatze Montecore, deren Biss in den Hals Roy im Oktober 2003 beinah getötet hatte.

Der Auftritt bei der „Power of Love“-Gala für die Erforschung von Gehirnschäden wäre beinahe noch ausgefallen. Ärzte hatten bei Roy am Morgen Blut in der Lunge festgestellt. Doch das konnte den 64-Jährigen nicht stoppen.

Tiger Montecore als Partner

Gegen 22.25 Uhr kommt der große Moment vor Stars wie Danny DeVito, Kristin Davis („Sex and the City“), Muhammad Ali, Teri Hatcher und Hillary Duff. Die Bühnenbeleuchtung wird abgedunkelt und eine tiefe Stimme verkündet: „Ladys und Gentlemen, der Geist von Siegfried und Roy ist hier.“ Dann betritt der maskierte Roy ohne Hilfe in einem schwarzen Kapuzen-Umhang mit weißem Hemd darunter die Bühne. Zu theatralischen Orchester-Musik öffnet er den Deckel einer silbernen Kiste. Flammen schlagen in die Höhe und er lässt den Deckel wieder fallen. Als er ihn erneut öffnet, entsteigt der Siegfried zu Standing Ovations aus der Kiste.

Eine Plattform wird auf die Bühne gerollt, auf der ein Käfig steht. Darin befindet sich der weiße Tiger Montecore. Siegfried verdeckt den Käfig mit einem Tuch. Dann stellt er sich auf die Mitte der Plattform und lässt sich ebenfalls mit einem Tuch verhüllen. Roy tritt nach vorne und zieht an einem Strick. Beide Tücher fallen und Siegfried und der Tiger haben die Plätze getauscht. Zur aufgenommen Stimme von Roy, der über seine Träume spricht, steigt Siegfried aus dem Käfig.

Karriere startete auf Kreuzfahrtschiff

Zeitgleich mit Roy zieht der 69-Jaehrige sich die Maske vom Gesicht und führt Montecore zu seinem Partner, mit dem er 45 Jahre aufgetreten ist. Der Tiger, der nicht einmal durch eine Leine gesichert ist, legt sich vor Horn und der Vorhang geht zu, während die beiden Illusionisten dem tosenden Saal zuwinken. Noch einmal ertönt die tiefe Stimme: „Der Geist von Siegfried und Roy hat die Bühne verlassen.“ Der ganze Spuk dauerte acht Minuten.

Damit endet eine Karriere, die 1959 auf dem Kreuzfahrtschiff Bremen begonnen hatte. Dort arbeitete Siegfried als Steward und unterhielt die Passagiere mit kleinen Zaubereinlagen. Page Roy machte ihm den Vorschlag einen Geparden statt eines Kaninchens verschwinden zu lassen. Seit 1970 arbeiteten die beiden Magier fast ununterbrochen in der Spielerstadt Las Vegas. Zuerst im Hotel Sturdust, später im MGM Grand. Am 2. Februar 1990 hatte die legendäre Show von Siegried & Roy im Hotel Mirage Premiere. Das Theater wurde speziell für ihre Tricks gebaut. Allein in Las Vegas haben mehr als 25 Millionen Menschen die Show der deutschen Magier live gesehen.

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