Für eine unnötige Verschwendung sollte in diesen Zeiten kein Platz sein. Doch die Gesellschaft erlaubt sie sich. Zehntausende Jugendliche haben in diesem Jahr die Schule ohne einen Abschluss verlassen. Und Tausende weitere junge Männer und Frauen stehen ohne Berufsabschluss da. Das kann sich eine alternde Gesellschaft einfach nicht mehr leisten. 

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Das Problem hat mehrere Dimensionen. Da ist zunächst die menschliche Seite. Ohne eine gute schulische Bildung bleibt ein späterer beruflicher Erfolg wahrscheinlich aus. Die Betroffenen verdienen dann wenig, und diese Aussicht deprimiert und macht anfällig für populistische Parolen.

Ausbildung: Nachfrage nach Fachkräften wird besonders aus einem Grund steigen

Wo die Elternhäuser nicht in der Lage oder nicht willens sind, ihren Kindern einen guten Einstieg ins Erwerbsleben zu ermöglichen, ist der Staat gefragt: durch mehr Sozialarbeit, eine gute Ausstattung der Schulen oder durch Angebote, die jungen Leuten ohne Abschluss eine zweite Chance zur Qualifizierung für eine Ausbildung bieten. In ihnen schlummern bestimmt Talente, die menschlich wie wirtschaftlich wertvoll sind.

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Wolfgang Mulke, Wirtschaftskorrespondent© privat | Privat

Der wirtschaftliche Aspekt ist genauso wichtig. Landauf, landab fehlen Fachkräfte in den Ausbildungsberufen. Zwar ist das Angebot an Lehrstellen in diesem Jahr gering, was sich als Ausdruck der schwachen Konjunktur zeigt. Doch die Nachfrage nach guten Fachkräften wird in den kommenden Jahren massiv steigen, weil immer mehr Ältere aus dem Berufsleben ausscheiden. Es ist im Interesse der Wirtschaft und der gesamten Gesellschaft, ein möglichst stabiles Angebot an Arbeitskräften zu erhalten. Das wird eine Wohlstandsbasis bleiben.