Der Schweizer Schokoladen-Hersteller Lindt senkt erstmals seit Jahren wieder seine Preise: Grund dafür seien deutliche Absatzrückgänge, teilte das Unternehmen der „Lebensmittel Zeitung“ (LZ) mit. Die Preissenkungen betreffen laut dem Bericht zunächst die günstigste Produktlinie.
Konkret heißt das: Die unverbindliche Preisempfehlung für eine 100-Gramm-Tafel der sogenannten Classics-Reihe sinkt in Deutschland von 2,69 Euro auf 2,19 Euro. Laut Berichten soll das nur der erste Schritt sein, im zweiten Halbjahr 2026 könnten weitere folgen.
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In den vergangenen Jahren hatte Lindt die Preise massiv angehoben, vor allem wegen gestiegener Kakaopreise. Insgesamt verteuerten sich die Produkte seit 2021 um rund 40 Prozent, allein 2025 um 19 Prozent, wie das Nachrichtenportal „t-online“ berichtet. Weltweit gingen die Verkaufszahlen laut dem Bericht um 6,6 Prozent zurück, in Deutschland sogar um mehr als 15 Prozent.
Lindt: Schokoladen-Hersteller senkt Preise für einzelne Segmente
Zwar entspannte sich der Kakaopreis zuletzt wieder, andere Kosten sind dafür aber gestiegen, zum Beispiel für Energie, Transport und Verpackung. Wie Lindt gegenüber der „Lebensmittel Zeitung“ mitteilte, sei der Konzern für 2026 bereits vollständig mit Kakao eingedeckt und prüfe globale Preisanpassungen erst ab 2027. In Deutschland sollen aber schon 2026 einzelne Segmente günstiger werden, etwa das Weihnachtssortiment: Laut „LZ“ soll der 200-Gramm-Weihnachtsmann von 8,99 Euro auf 7,99 Euro fallen.
Auch einige Produkte des Süßwarenherstellers Bahlsen wie Schokoladenkekse sind jüngst günstiger geworden. Man wolle die gesunkenen Kakaopreise an die Verbraucher weitergeben, teilte eine Sprecherin mit. Die endgültigen Verkaufspreise legten jedoch die Händler fest. Der Milka-Hersteller Mondelez äußerte sich laut der Deutschen Presse-Agentur nicht dazu, ob die Schokolade der Marke billiger werden könnte.
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Verbraucher kauften zuletzt weniger Schokolade
Auch das Geschäft zu Ostern lief für das Schokoladen-Unternehmen nicht rund. Viele Schoko-Hasen wurden von den Kunden in Supermärkten links liegen gelassen und füllten teilweise auch nach den Feiertagen noch massenhaft die Regale. Die Preise für Osterhasen waren kräftig gestiegen. Das zeigt eine Auswertung der Vergleichs-App Smhaggle für die Deutsche Presse-Agentur. Verglichen wurden Produkte der großen Marken Lindt, Milka, Kinder und Ferrero.
Das Ergebnis: Die Preise waren je nach Größe und Marke 7 bis 29 Prozent höher als vor einem Jahr. Auch der wohl bekannteste Schoko-Hase der Nation von Lindt kostet mehr. Die 100-Gramm-Version legte im Vergleich mit März 2025 um 70 Cent (+ 16 Prozent) zu, die mit 50 Gramm um 50 Cent (+ 18 Prozent). Für ein Kilo Schokolade waren beim sogenannten Goldhasen hochgerechnet nun bis zu 65 Euro fällig.
Verbraucher konsumieren wegen der höheren Preise weniger Schokolade. Laut einer im Februar durchgeführten Yougov-Umfrage kauft jeder Zweite (52 Prozent) deutlich oder etwas weniger als vor zwei Jahren, 39 Prozent etwa gleich viel, 5 Prozent mehr.
les/dpa




