Bei der Abkürzung CCR denken viele Menschen erst mal an die US-Rockband Creedence Clearwater Revival. Ihr Welthit „Fortunate Son“ ist auf unzähligen Soundtracks von Vietnam-Krieg-Verfilmungen zu finden. Und tatsächlich findet sich auch das Kürzel der Folkrocker in einem militärischen Kontext wieder. Denn Boeing hat eine neue Riesendrohne, die den Namen Collaborative Combat Rotorcraft – kurz CCR – in seinem Portfolio. Diese ist eine Variante des neuen Konzepts, dem Collaborative Transformation Rotorcraft (CxR), mit dem in Zukunft Kriege entschieden werden könnten.
Das Unternehmen hat nun ein neues, großes und schnelles unbemanntes Fluggerät für die US-Armee vorgestellt, das senkrecht starten und landen kann. Solche Modelle werden oft als VTOL, für „vertical take-off-and-landing“, abgekürzt. Das CxR sei modular aufgebaut und solle vor allem für Angriffs- und Aufklärungsmissionen eingesetzt werden. Es ist aber auch möglich, Varianten für Transportaufgaben zu bauen, heißt es.
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Mit dem CxR will Boeing das größte unbemannte Fluggerät in die Armee bringen, seit 2011 die Flügeldrohne MQ-1C Gray Eagle (1630 bis 1900 Kilogramm) eingeführt wurde. Damit verändert Boeing auch den bisherigen Fokus des Militärs auf kleinere, eher günstige Drohnen (auch „launched effects“ genannt), die im Einsatz notfalls verloren gehen können.

Die 2270 bis 3175 Kilogramm schwere CxR-Drohne ist als Kipp-Rotor-Fluggerät konzipiert und kann mit einer Geschwindigkeit von 200 bis 250 Knoten, also bis zu 460 km/h, fliegen. Damit liegt das neue Flugsystem in Sachen Tempo vor gängigen Militärhubschraubern, die Reisegeschwindigkeiten von etwa 320 km/h erreichen können. Angetrieben wird sie von einem einzigen Turbinenmotor mit Gasbetrieb, der zwei schwenkbare Propeller antreibt, erklärte Chefingenieur Chris Speights von Boeing in einer Medienrunde.
Für den Kampfeinsatz kann das CxR-System Waffen und Sensoren mit einem Gewicht von 450 bis 900 Kilogramm tragen und zusätzlich als „Mutterschiff“ für kleinere, von Bord abgesetzte Drohnen agieren. „Es würde über ein größeres Sensorvolumen verfügen als kleinere eingesetzte Drohnen und zudem die Geschwindigkeit, Reichweite und Ausdauer bieten, die für die Anforderungen heutiger und zukünftiger Missionen notwendig sind“, sagte Speights.
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Aktuell arbeite man noch an der Feinjustierung der Systeme, um den exakten Anforderungen der US-Armee gerecht zu werden, teilte der Boeing-Ingenieur weiter mit. Wie Aviation Week berichtet, kommt diese Neuankündigung von Boeing nicht von ungefähr. Zahlreiche Wettbewerber hatten zuletzt ähnliche Projekte mit VTOL-Systemen in Angriff genommen.
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Wie Boeings Arbeit beim Kunden, also der US-Armee, ankommt, wird sich zeigen. 2020 würden solche Projekte noch auf Eis gelegt, um sich auf die Entwicklung des Bell MV-75 zu fokussieren. Dieses große Kipp-Rotor-Flugzeug soll perspektivisch einen Teil der Sikorsky UH-60 Black Hawk-Hubschrauber der Armee ablösen.




