Wettbewerb nutzt den Verbrauchern nur bei einem funktionierenden Markt. In der Mineralölwirtschaft ist dies schon seit Jahrzehnten nicht der Fall. Wenige Konzerne teilen sich einen großen Kuchen. Immer wieder lag der Verdacht auf Preisabsprachen nahe. Doch die Kartellwächter konnten dies nicht nachweisen. Die Unternehmen selbst versicherten stets, dass ihre Preisgestaltung unabhängig erfolgt. Mal wurden höhere Ölpreise als Grund für Preisanhebungen genannt, mal veränderte Wechselkurse, mal Knappheiten etwa bei der Dieselproduktion.

Dann kam die Politik auf die im Ansatz gute Idee einer Markttransparenzstelle. Seit einigen Jahren müssen die Konzerne ihre Spritpreise dort melden. Per App lässt sich seither leicht herausfinden, an welcher Tankstelle in der Umgebung das Benzin gerade am günstigsten angeboten wird. Auch diese Idee wurde schnell torpediert: Die Unternehmen begannen ein wildes Wechselspiel der Preise. Bis zu 18 Mal am Tag wird das Preisschild an der Tankstelle ausgetauscht.

Tanken: Von Österreich lernen
Absprachen sind seither nicht mehr nötig. Denn in den Unternehmenszentralen sind die Preise der Konkurrenz per Knopfdruck abrufbar. Es ist kein Aufwand, die Marktbewegungen zu verfolgen und schnell nachzuziehen, wenn andere Anbieter die Preise erhöhen oder senken. Die Autofahrer sind in diesem Spiel die Dummen, da sie nicht wissen, wann der Kraftstoff günstig oder besonders teuer ist. Es muss mehr geschehen, um diesem Treiben ein Ende zu setzen.
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Österreich hat vorgemacht, wie es besser gehen kann. Die Konzerne dürfen ihre Preise nur einmal am Tag erhöhen, aber jederzeit senken. So wollen es nun auch die Bundesländer in Deutschland. Hoffentlich setzen sie dies durch. Die Verbraucher werden es ihnen danken.



