Das Fußball-Siegerland, darüber hinaus aber auch Südwestfalen, die Region Mittelhessen und eben Mönchengladbach trauern um Gerd vom Bruch. Der am 19. August 1941 geborene und in Siegen aufgewachsene Fußballlehrer ist jetzt im Alter von 84 Jahren gestorben. Seine größte Zeit als aktiver Fußballer erlebte der gelernte Abwehrspieler im Trikot des VfL Klafeld-Geisweid.

Er gehörte zur unvergessenen Regionalliga-Mannschaft des VfL, die nach der Saison 1971/72 die damals zweithöchste deutsche Spielklasse wieder verlassen musste. Mit vielen der damals aktiven Kicker pflegte Gerd vom Bruch bis zum Schluss die Freundschaft, allen voran mit seinem Verteidiger-Kollegen Günter Thielmann.

Anfänge bei der SpVg. Olpe

Nach dieser Spielzeit widmete sich Gerd vom Bruch dem Trainer-Dasein und stieg direkt im Sommer 1973 bei der SpVg Olpe ein. Am Kreuzberg stieg er 1977 in die Landesliga und ein Jahr später in die Verbandsliga auf. Als damals erster Verein aus dem Kreis Olpe überhaupt. Damit ist er bis heute einer der erfolgreichsten Trainer in der langen Vereinsgeschichte der Spielvereinigung.

Den Olpern blieb er immer verbunden, kehrte sogar 2003 noch einmal auf die Olper Trainerbank zurück. Seine ehemaligen Spieler Dieter Hochstein und Michael Olberts, die zu dem Zeitpunkt im Vorstand des Klubs waren, sorgten damals nach der verpassten Meisterschaft für die Rückkehr vom Bruchs. Es sollte jedoch nur für ein Spiel sein. Im Verbandsliga-Aufstiegsspiel gegen den SV Avenwedde verloren die Olper in Unna-Mühlhausen mit 1:3.

Danach ging es für vom Bruch zum SSV Dillenburg. Nach vier Jahren zog es Gerd vom Bruch zum Zweit-Bundesligisten RW Lüdenscheid, der nach dem Aufstieg 1977 bis zur Einführung des neuen, eingleisigen Erstliga-Unterbaus nach der Spielzeit 80/81 der Nord-Staffel angehörte. Nach fünf Jahren am Nattenberg erfolgte der Wechsel zurück nach Hessen – zu Eintracht Haiger.

Bei den Sportfreunden Siegen machte Gerd vom Bruch in der Saison 86/87 Station, ehe er dem Ruf nach Mönchengladbach folgte, als Co-Trainer der Borussia in der Bundesliga, die damals sein guter Freund Wolf Werner als Chefcoach trainierte. Im November 1989 löste er den entlassenen Werner auf der Trainerbank ab und übernahm als Chef die abstiegsbedrohte Borussia am Tabellenende der Bundesliga.

Mit der Rettung in der Rückrunde schuf er sich einen Namen am ehrwürdigen Bökelberg, führte die „Fohlen“ im Jahr darauf auf Rang neun, ehe er in der Saison 91/92 nach schwachem Start – nur ein Sieg aus zehn Spielen – Ende September gehen musste. Den Wuppertaler SV betreute Gerd vom Bruch in der Zweitliga-Saison 1992/93, mit RW Oberhausen schaffte er – nach einer Zwischenstation bei Alemannia Aachen – als Regionalliga-Meister 97/98 vor den Sportfreunden Siegen den Zweitliga-Aufstieg.

Vom Trainer zum Spielervermittler

Die bewegte Trainerkarriere ging danach über in eine nicht minder erfolgreiche Tätigkeit als Spielervermittler. Zunächst in Diensten von Norbert Pflippen, später dann mit eigener Agentur, in der Gerd vom Bruch u.a. so bekannte Kicker wie Patrick Helmes, Marcell Jansen, Christoph Kramer oder Marc ter Stegen betreute.

Mit der Familie war Gerd vom Bruch längst am Niederrhein sesshaft geworden. „Hier sind wir zu Hause“, so in einem Gespräch aus Anlass seines 80. Geburtstags. Dass er das Risiko eingegangen war, die Arbeitsstelle bei den Stahlwerken Südwestfalen für den „Schleudersitz“ als Fußballtrainer zu tauschen, hat er nie bereut. Den Wohnungswechsel aus dem Siegerland erst recht nicht

„Ich hatte später das Glück, Angebote stets in der Nähe annehmen zu können“, musste für den Fußball nie mehr umziehen. „Ganz klar: Bei mir hatte das Familienleben stets Priorität. Das hätte sonst darunter gelitten.“ So hatte Gerd vom Bruch auch ein Angebot von Hertha BSC Berlin ausgeschlagen. „Da hatte ich schon etwas länger drüber nachgedacht.“

Als die Geschäfte so nach und nach auf seinen Sohn übergingen, sein Rat und Wissen aber nach wie vor gefragt waren, wurde es ruhiger um Gerd vom Bruch. Gern aber erinnern wir uns immer wieder daran, ihn im Grenzlandstadion von Rheydt wiederzutreffen, wenn er bei den Talenten der Gladbacher U23 kein Zusammentreffen mit Regionalliga-Teams aus dem Siegerland ausließ und uns auf der Tribüne stets sein fundiertes Wissen über „seine Gladbacher“ spüren ließ.