Der TuS Ferndorf hat im wichtigen Duell der 2. Handball-Bundesliga bei den Eulen Ludwigshafen eine bittere 27:29-Niederlage hinnehmen müssen. Nach einer starken ersten Halbzeit und zwischenzeitlich kontrollierter Partie gaben die Siegerländer das „Vier-Punkte-Spiel“ im Abstiegskampf in den letzten 20 Minuten noch aus der Hand. Während Ludwigshafen im zweiten Durchgang zunehmend die Kontrolle übernahm, muss Ferndorf im Kampf um den Klassenerhalt weiter punkten und auf Fehler der Konkurrenz hoffen.

Schon vor dem Anwurf herrschte in der Halle Ausnahmezustand. Ein Stromausfall sorgte für Verzögerungen und ungewöhnliche Bilder. Die Zuschauer vor den Fernsehbildschirmen staunten nicht schlecht, denn zeitweise fehlten sowohl Zeitangaben als auch Wiederholungen in der Übertragung. Die Stimmung in der Halle litt darunter allerdings keineswegs. Beide Fanlager sorgten vom Start weg für eine hitzige Atmosphäre, passend zu einem echten Abstiegskrimi zwischen zwei direkten Konkurrenten.

TuS Ferndorf erwischt besseren Start

Sportlich erwischte Ferndorf den deutlich besseren Start. Die Gäste agierten aggressiver, waren näher an ihren Gegenspielern und präsentierten sich in der Defensive hochkonzentriert. Gleichzeitig entwickelte sich in den ersten Minuten ein klares Torhüterduell zugunsten der Siegerländer. Ferndorfs Keeper Can Adanir zeigte mehrere starke Paraden und schien von den Eulen regelrecht „warmgeworfen“ zu werden. Nach sechs Minuten führte Ferndorf mit 3:1.

Die Partie blieb von hohem Tempo geprägt. Beide Mannschaften suchten schnelle Abschlüsse und verzichteten weitgehend auf lange Angriffe. Ludwigshafen tat sich zunächst jedoch schwer gegen die kompakte Ferndorfer Abwehr und nahm früh die erste Auszeit. Ferndorf blieb die spielbestimmende Mannschaft und wirkte in vielen Aktionen präsenter und entschlossener.

Erst kurz vor der Pause fanden die Gastgeber besser in die Partie. Die Eulen erhöhten den Druck und konnten den Rückstand bis zum Seitenwechsel noch verkürzen. Dennoch ging die erste Halbzeit mit 15:12 an die Gäste aus dem Siegerland.

In Durchgang zwei kippt die Partie langsam

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich allerdings ein anderes Spiel. Zwar offenbarte Ludwigshafen in der Defensive weiterhin Abstimmungsprobleme und ließ mehrfach einfache Gegentreffer zu, doch Ferndorf konnte daraus zu wenig Kapital schlagen. Gleichzeitig häuften sich auf Seiten der Gastgeber zwar Fehler im Abschluss, doch Torhüter Grupe steigerte sich nun deutlich und hielt die Eulen mit wichtigen Paraden im Spiel.

Für einen Schockmoment sorgte die 33. Minute: Josip Eres blieb nach einem Zusammenstoß mit Friedrich Schmitt verletzt auf dem Boden liegen. Dabei fiel Eres unglücklich auf die rechte Schulter, zudem landete Schmitt auf ihm. Nach längerer Behandlung musste der Ferndorfer schließlich mit der Trage aus der Halle gebracht werden. Die Szene hinterließ sichtbar Eindruck bei beiden Mannschaften.

Trotzdem blieb die Partie intensiv. Immer wieder entstanden sehenswerte Eins-gegen-eins-Situationen und emotionale Zweikämpfe. In der 45. Minute gelang Ludwigshafen schließlich der Ausgleich zum 19:19, wenig später gingen die Gastgeber erstmals wieder in Führung. Die Halle kochte nun endgültig.

Ludwigshafen findet immer wieder Antworten

Die Eulen schienen das Spiel zunehmend auf ihre Seite zu ziehen, doch Ferndorf hielt dagegen. Mit der Umstellung auf sieben Feldspieler versuchten die Gäste noch einmal, offensiv neue Lösungen zu finden. In der 52. Minute verwandelte Marvin Mundus einen Siebenmeter zum 23:23-Ausgleich – die mitgereisten Ferndorfer Fans sorgten erneut für Gänsehautstimmung.

Doch immer wieder fand Ludwigshafen die passende Antwort. Glich Ferndorf aus, gingen die Eulen kurz darauf erneut in Führung. Ein Tempogegenstoß brachte die Gastgeber wieder nach vorne, ehe in der 58. Minute erstmals ein Drei-Tore-Vorsprung auf der Anzeigetafel stand.

Während die erste Halbzeit klar an Ferndorf gegangen war, gehörte der zweite Durchgang den Eulen. Vor allem in den letzten 20 Minuten gelang es den Gastgebern, das Spiel komplett zu drehen und sich im direkten Duell wichtige Punkte im Abstiegskampf zu sichern.

Eulen Ludwigshafen: Grupe (1.-60./12 Paraden), Urbic (1 Siebenmeter/1 Parade) – Stüber, Menges, Schaller (1), Eisel (5), Bülow (4), Zobel (4), Zepp, Hein, Müller (2), Falk (4), Schwarzer (5), Straub (3), Schmitt (1), De Hooge.

TuS Ferndorf: Adanir (1.-60.)/12 Paraden), Baranasic – Michel, Eres (1), Da Rocha Viana (1), Fanger (4), Michel (3), Hideg (3), Würz, Servos (8), Löher, Mundus (5), Jansen, Scharnweber (2).

Zeitstrafen: Eulen Ludwigshafen: Frederic Stüber; TuS Ferndorf: Julius Fanger, Daniel Hideg

Spielfilm: 1:0 (1.), 1:1 (2.), 1:3 (6.), 1:4 (7.) 2:4 (8.), 2:6 (10.), 2:7 (12.), 2:8 (13.), 3:9 (14.), 3:10 (15.), 4:10 (16.), 5:10 (17.), 6:10 (18.), 7:12 (20.), 7:13 (21.), 9:13 (23.), 9:14 (24.), 11:14 (27.), 12:15 (29.), 12:16 (31.), 13:16 (33.), 14:17 (35.), 15:17 (37.), 15:18 (40.), 16:18 (41.), 17:19 (42.), 19:19 (45.), 20:19 (46.), 22:20 (48.), 22:21 (49.), 23:22 (51.), 23:23 (53.), 24:24 (55.), 27:25 (57.), 28:25 (58.), 28:26 (59.), 29:27 (60.).