Das Urteil ist da: Cobe Williams von den Niners Chemnitz ist für seinen Würgegriff gegen Phoenix-Profi Adam Kunkel für drei Pflichtspiele gesperrt worden. Zudem muss der 26-Jährige eine Geldstrafe von 6000 Euro zahlen. Die Basketball-Bundesliga (BBL) veröffentlichte die Entscheidung am Donnerstagmittag, 1. Oktober.

Spielleiter Dirk Horstmann wertete das Verhalten des Chemnitzer Guards als Tätlichkeit gegen einen Spieler. Die Szene hatte sich am vergangenen Sonntag beim dramatischen 94:93-Sieg der Niners gegen Phoenix Hagen ereignet. In der 37. Minute waren Williams und Kunkel nach einem Kampf um den Ball zu Boden gegangen. Williams würgte den am Boden liegenden Kunkel anschließend mit der rechten Hand an der Kehle. Spieler beider Mannschaften und die Schiedsrichter gingen dazwischen und lösten das Gerangel auf. Nach Videoprüfung wurde Williams disqualifiziert.

Angriff der Hagener war bereits beendet

In ihrer Entscheidung verweist die BBL darauf, dass der vorausgegangene Hagener Angriff durch den Ablauf der Shotclock bereits beendet gewesen sei, als Williams Kunkel an die Kehle griff. Unter Berücksichtigung der gesamten Situation hält die Spielleitung eine Sperre von drei Pflichtspielen für ausreichend.

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Damit bleibt das Strafmaß deutlich unter dem möglichen Höchstmaß. Der BBL-Strafenkatalog sieht für eine Tätlichkeit gegen einen Spieler eine Sperre von einem bis zu 20 Pflichtspielen sowie eine Geldstrafe zwischen 2000 und 10.000 Euro vor. Bei Williams entschied sich die Spielleitung für drei Spiele, setzte mit 6000 Euro aber eine vergleichsweise hohe Geldstrafe an. Damit solle verdeutlicht werden, dass eine derartig harte Verhaltensweise wie der „Griff an die Kehle“ „in keinster Weise mit einem sportlichen Verhalten im Einklang steht“.

Williams hatte sich bereits einen Tag nach der Partie öffentlich bei Kunkel entschuldigt und die Verantwortung übernommen. In seiner Stellungnahme gegenüber der Spielleitung räumte er sein Fehlverhalten ein und erklärte, dass die Szene vermeidbar gewesen wäre.

Im EuroCup durfte Williams noch spielen

Sportliche Konsequenzen hatte die Tätlichkeit für Williams zunächst nicht. Nur zwei Tage nach dem Vorfall stand er am Dienstag im EuroCup für Chemnitz bei Tofas Bursa auf dem Feld. Eine vereinsinterne Sperre für diese Partie gab es damit zumindest nicht. Die nun ausgesprochene Sanktion betrifft die Pflichtspiele im Geltungsbereich der BBL.

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Williams kann innerhalb von drei Tagen Berufung einlegen. Sollte der Spielleiter dieser nicht abhelfen, entscheidet das Schiedsgericht endgültig. Ein Rechtsmittel hat allerdings keine aufschiebende Wirkung – die Sperre gilt also zunächst unabhängig von einer möglichen Berufung.