So einen Center hatte Phoenix Hagen schon lange nicht mehr: Für die kommende Saison in der Basketball-Bundesliga (BBL) hat der Aufsteiger mit Cameron Krutwig einen Big Man verpflichtet, der mit dem Rücken zum Korb spielen, Gegenspieler binden und seine Mitspieler einsetzen kann. Der 27 Jahre alte US-Amerikaner kommt vom spanischen Erstligisten Forca Lleida aus der ACB an die Volme – einer Liga, die als stärkste außerhalb der NBA gilt. Das gab Phoenix am Dienstagabend in einer Vereinsmitteilung bekannt.

Ein neues Element unter dem Korb

Krutwig ist nach Guard Trenton Gibson der zweite Neuzugang im BBL-Kader der Hagener. Der 2,06-Meter-Mann bringt ein Profil mit, das auf der Centerposition seltener geworden ist: Er hat Ruhe in Korbnähe, kann mit dem Rücken zum Korb arbeiten und aus der Zone heraus Entscheidungen treffen. Mit seinen 116 Kilogramm bringt er zudem viel Masse mit. Dafür ist er kein schneller Big Man und keiner, der regelmäßig von außen wirft – Dreier nimmt er praktisch nicht.

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Gerade in der BBL kann dieser Spielertyp für Phoenix wichtig werden. Wenn Tempo und frühe Abschlüsse nicht reichen, braucht der Aufsteiger auch Lösungen im Halbfeld. Krutwig kann dort ein Fixpunkt werden.

Chris Harris lobt Krutwigs Basketball-IQ

„Cameron Krutwig passt menschlich extrem gut zu uns. Er hat sich mit viel Eigeninitiative über Phoenix und Hagen informiert, was alles andere als selbstverständlich ist – und uns zeigt, wie sehr er bei uns sein will“, sagt Trainer Chris Harris in der Vereinsmitteilung. Auch sportlich sieht Harris den Center nah an der eigenen Teamidee. „Mit der Art und Weise, wie er spielt, verkörpert er die uns so wichtige ‚We before me‘-Mentalität. Dank seines hohen Basketball-IQ liest und löst er alle Facetten des Spiels. Zudem werden uns sein offensives Rebounding und seine Führungsqualitäten guttun.“

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Krutwig selbst hebt vor allem den Austausch mit Harris hervor. „In den Gesprächen mit Coach Harris ist mir früh aufgefallen, dass die Herangehensweise an die Mannschaft und die Kultur innerhalb des Clubs speziell ist“, sagt der Neuzugang. „Hier wird der Input der Spieler aktiv eingefordert und als Teil des Systems verstanden. Dazu möchte ich unbedingt meinen Teil beitragen, zumal ich aus der Vergangenheit weiß, was es braucht, um in einer starken Liga zu bestehen. Die Art, wie ich Basketball verstehe und denke, passt gut zum Konzept von Coach Harris, weswegen ich mich riesig auf Phoenix und die easyCredit BBL freue.“

Im Final Four gegen Moritz Wagner

Seinen Namen machte sich Krutwig vor allem am College. Für die Loyola Ramblers spielte er von 2017 bis 2021 in der NCAA. Schon in seiner ersten Saison erreichte er mit Loyola 2018 überraschend das Final Four der March Madness. Im Halbfinale gegen die Michigan Wolverines erzielte „King Krut“, wie sein Spitzname am College lautete, 17 Punkte und holte sechs Rebounds, dennoch endete der Lauf seiner Mannschaft dort. Auf der Gegenseite überragte Moritz Wagner, heute NBA-Center sowie Welt- und Europameister mit der deutschen Nationalmannschaft, mit 24 Punkten und 15 Rebounds.

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Auch danach blieb Krutwig eine prägende Figur bei Loyola. 2021 führte er die Ramblers erneut tief ins NCAA-Turnier, diesmal bis in die Sweet Sixteen. Schon damals war sein Profil klar: Krutwig war kein Center, der nur am Ring abschloss. Er konnte das Spiel lesen und Mitspieler besser machen.

Erfahrung aus Belgien, Asien und Spanien

Nach seiner College-Zeit begann Krutwig seine Profikarriere bei den Antwerp Giants. Mit dem belgischen Klub spielte der Mann aus dem US-Staat Illinois unter anderem im FIBA Europe Cup, später folgten Stationen in Japan und auf den Philippinen, ehe Krutwig nach Spanien wechselte.

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In der Saison 2024/25 spielte er bei Zunder Palencia an der Seite des früheren Phoenix-Centers Lucas N’Guessan und legte dort 11,3 Punkte sowie 6,8 Rebounds auf. In der abgelaufenen Spielzeit kam Krutwig für Forca Lleida in knapp 15 Minuten auf 5,1 Punkte und 2,9 Rebounds.