In der Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums, dem VIP-Bereich von Phoenix Hagen, lief am Montag die Vorbereitung auf das erste Playoff-Spiel eigentlich wie gewohnt. Videoanalyse, letzte Abstimmungen – der Fokus auf den Gegner aus Karlsruhe. Dann flackerte plötzlich eine Videobotschaft über den Bildschirm. Aus Kanada meldeten sich die Eltern von Trainer Chris Harris, Bob und Karen.
Auszeichnung vor dem Playoff-Start
Dann die Überraschung: Sie gratulieren ihm zu der Auszeichnung, die ihm beim Playoff-Auftakt gegen die PS Karlsruhe Lions noch offiziell verliehen wird – Trainer des Jahres. „Wir sind so stolz darauf, was du dir in Hagen für ein Leben aufgebaut hast und welchen Job du dort machst“, sagt sein Vater und fügt hinzu: „Wir wünschen, wir wären jetzt bei dir, aber in zwei Wochen werden wir da sein.“ Seine Mutter ergänzt, ihre Herzen seien „voll mit Freude“ und versichert: „Wir werden jedes Spiel schauen.“ Es sind einfache Worte, die treffen. Harris kämpft sichtbar mit den Tränen, während Mannschaft und Trainerteam den Moment gemeinsam erleben.
Der dienstälteste Cheftrainer der Liga erhält die Ehrung erstmals – überreicht wird sie am Mittwochabend von Liga-Geschäftsführer Christian Krings. Gewählt wurde Harris von den Coaches und Mannschaftskapitänen aller ProA-Teams. Damit reiht sich der Deutsch-Kanadier in eine Liste prominenter Preisträger ein, zuletzt etwa Björn Harmsen (Jena), Don Beck (Trier) oder Danny Jansson (Tübingen). Die Auszeichnung fällt auf einen Zeitpunkt, der kaum passender sein könnte: Direkt vor dem Auftakt der „Best-of-five“-Serie, in der Phoenix seine bislang stärkste Saison veredeln will.
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Unter Harris spielte Phoenix in der Saison 2025/26 die erfolgreichste Hauptrunde der Klubgeschichte. 28 Siege aus 34 Spielen bedeuten Platz eins – verbunden mit der besten Ausgangsposition für den Aufstieg. Offensiv stellte das Team mit 96 Punkten pro Spiel den Topwert der Liga.
Der Weg dorthin war über Jahre kein geradliniger. Harris übernahm den Klub 2018 in einer schwierigen Phase und führte ihn durch unterschiedlichste sportliche und strukturelle Herausforderungen. In den vergangenen Jahren zeigte die Entwicklung klar nach oben: Vier Playoff-Teilnahmen in Folge stehen zu Buche, in den beiden zurückliegenden Spielzeiten erreichte Phoenix jeweils das Halbfinale.
Dienstältester Coach der ProA
Im Klub gilt Harris als Detailarbeiter, der Phoenix Hagen lebt und sich für nichts zu schade ist. Diese Arbeitsweise bildet die Grundlage für die aktuelle Entwicklung. Harris hat die Mannschaft strukturiert aufgebaut, Rollen klar definiert und ein System etabliert, das die Stärken des Kaders konsequent zur Geltung bringt. Die Auszeichnung ist damit auch eine Anerkennung für Kontinuität in einer Liga, in der Trainerwechsel zum Alltag gehören. Harris ist seit 2018 im Amt – länger als jeder andere ProA-Coach.



