Die Fans von Eintracht Hagen konnten die Schlusssirene kaum erwarten. Schon zwei Minuten vor dem Ende des Westderbys in der 2. Handball-Bundesliga beim Tusem Essen feierten sie ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen. Kurz darauf wurde es noch viel lauter im grünen Block, denn die Hagener gewannen zum ersten Mal seit 2021 am Hallo - und das unter dem Strich verdient mit 32:28 (14:12). Doch auch die Essener können Positives aus dem Spiel mitnehmen.
Es war ein absolut stimmungsvoller Westschlager, den sich beide Mannschaften vor 2.422 Fans am Hallo lieferten. Den vom Abstieg bedrohten Essenern fehlten unter dem Strich nur Kleinigkeiten, um für ein noch deutlich spannenderes Ende in eigener Halle zu sorgen. „Wir haben es aber nie gepackt, tatsächlich mal in Führung zu gehen“, bemängelte Tom Wolf. Denn in den entscheidenden Situationen machten er und seine Mitspieler zu viele einfache Fehler.
Tusem Essen kämpft sich immer wieder dran, geht aber nie in Führung
„Wir kämpfen uns dann immer wieder ran, aber bei den entscheidenden Dingern sind wir einfach nicht konsequent gewesen“, meinte der Halblinke. Schon in der ersten Halbzeit schien die Eintracht davonzuziehen, doch die Essener schafften es, bis zum Ende des ersten Durchgangs auf 12:14 zu verkürzen. „Wir haben hier zu Hause wieder einen guten Kampf geliefert und standen in der Abwehr gut. Hagen spielt eine besondere Abwehr und auch da haben wir gute Lösungen gefunden“, meinte Wolf.
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Seiner Mannschaft gelang direkt nach der Pause zweimal der Anschlusstreffer, der Ausgleich wollte aber nicht fallen. So setzte sich die Eintracht skuzessive ab, ohne für eine frühzeitige Entscheidung sorgen zu können. Erst beim Stand von 28:21 hatten die Gäste zunehmend alles im Griff. Vorne waren es vor allem Pierre Busch und Linus Kutz, die von der Essener Abwehr schwer zu stoppen waren. Kamen die Tusem-Angreifer mal durch, entnervte sie Hagens Torwart Pascal Bochmann mit am Ende 37 Prozent abgewehrten Bällen.
Wolfram-Treffer ist das letzte Aufbäumen der Essener in der Schlussphase
Als Finn Wolfram vier Minuten vor dem Ende auf drei Tore Abstand verkürzte, war das das letzte Aufbäumen der Hausherren. Die abgezockten Hagener ließen sich ihre Butter aber nicht mehr vom Brot nehmen und feierten am Ende mit ihren 150 mitgereisten Fans.

„Wir halten 60 Minuten mit gegen so ne Mannschaft“, versuchte Tom Wolf das Positive zu sehen. „Das nehmen wir mit nach Großwallstadt.“ Das Duell der beiden Traditionsvereine steigt am kommenden Samstag um 19.30 Uhr.
Tusem: Plaue, Knaack - Mart (8/6), Willner (5), Wolfram (4), Homscheid (3), Eißing (2), Hejny (2), Neuhaus (2), Kostuj (1), Mast (1), Becker, Reimer, Buschhaus, Werschkull, Wolf
Eintracht: Bochmann, Wipf - Busch (8/3), Kutz (5), Norouzi (5), von Boenigk (5) Alves (2), Düren (2), Israel (2), Pröhl (2), Jukic (1), Bökenkamp, Jungemann, Richter, Sekowski



