Phoenix Hagen hat das Revierderby in der 2. Basketball-Bundesliga ProA bei den VfL SparkassenStars Bochum mit 102:92 für sich entschieden. In einer intensiven Partie mit toller Stimmung behielt der Tabellenführer trotz zwischenzeitlicher Läufe des VfL die Kontrolle.

Überragender Mann des Abends war Devin Schmidt (20 Punkte), der mit seinem Dreier-Lauf im dritten Viertel die entscheidende Phase prägte und dem Spiel die Richtung gab. Nach der Partie haben wir Stimmen beider Teams gesammelt.

Devin Schmidt (Spieler Phoenix Hagen): „Uns war klar, dass es ein hartes, umkämpftes Spiel bis zum Schluss wird. Coach Harris hat die ganze Woche gesagt: Wir sollen einfach wir selbst bleiben, dann regelt sich der Rest. Ich finde, wir haben als Team gut zusammengearbeitet und alle hatten nur ein Ziel – das Spiel zu gewinnen.

Im dritten Viertel bin ich mit dem ersten Wurf in einen Rhythmus gekommen. Danach war ich einfach aggressiv, wenn ich den Ball hatte – und die Würfe sind gefallen. Das fühlt sich natürlich gut an, aber das passiert nicht jeden Abend. Die erste Halbzeit war nicht wirklich mein Spiel. Deshalb war es wichtig, fokussiert zu bleiben und bereit zu sein, wenn sich die nächste Chance ergibt.“

Chris Harris (Trainer Phoenix Hagen): „Zunächst gilt ein großer Dank unseren Fans, die hier wirklich für eine Heimspiel-Atmosphäre gesorgt haben. Und dann war da natürlich diese Devin-Schmidt-Show – das war schon ein Spektakel, aber auch die starke Dreierquote von Tim Uhlemann. Wahnsinn, was wir heute von draußen getroffen haben. Das hat am Ende ein Stück weit kompensiert, wie viele Offensiv-Rebounds wir abgegeben und wie viele Ballverluste wir produziert haben. In Bochum ein Derby zu gewinnen, ist immer ein besonderes Gefühl – und das gleich zweimal in einer Saison. Darüber freue ich mich extrem.“

Vor der gelben Hagener Wand: Phoenix-Trainer Chris Harris jubelt
Vor der gelben Hagener Wand: Phoenix-Trainer Chris Harris jubelt.© Jörg Laube | Jörg Laube

Felix Banobre (Trainer VfL Bochum): „Hagen ist aktuell die Referenz in der Liga. Sie stehen ganz oben, sie wollen aufsteigen und haben von Beginn an alles darauf ausgerichtet. Mit unserem engen Spielplan war klar, dass wir mit der Energie, die wir noch hatten, dagegenhalten mussten. Ich habe den Spielern gesagt, dass Hagen den Rekord von 25 Dreiern in einem Spiel hält – und genau das zeigt ihre Qualität. Sie sind physisch, unglaublich talentiert und brandgefährlich von der Dreierlinie. Unser Ziel war es, sie in der Transition zu stoppen und die frühen Dreier zu verhindern. Aber man sieht auch ihre Tiefe: Wenn ein oder zwei Spieler keinen guten Tag haben, kommt jemand von der Bank und übernimmt - das ist eben ein Meisterteam.“

Lars Kamp (Spieler VfL Bochum): „Uns hat die Overtime von Mittwoch noch in den Knochen gesteckt, das hat man gemerkt. Wir haben in der ersten Halbzeit versucht, mit relativ kurzen Wechseln gegenzusteuern, damit wir in der zweiten Hälfte noch frische Beine haben. Wir konnten es noch einmal etwas knapper gestalten – auch wenn es nie wirklich gefährlich für Hagen wurde. So eine Dreierquote muss man erst einmal werfen. Das ist natürlich bitter, gerade wenn es hier bei uns passiert. Aber sie stehen nicht ohne Grund ganz oben. Bei Hagen kann jeder werfen. Wenn sie dann früh ein, zwei einfache Dreier treffen, kommen sie in einen Lauf – und dann ist das schwer zu stoppen, so wie bei Mister Schmidt heute.“