100 Jahre Borussia Dortmund

Benjamin Knoche freut sich auf Wiedersehen beim Festakt

Foto: WAZ FotoPool

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Die Glitzerwelt des Profifußballs ist für Benjamin Knoche längst Vergangenheit. Am Samstag aber ist das große Rampenlicht noch einmal ganz nah: Denn zum Festakt anlässlich des 100. Geburtstages hat Borussia Dortmund auch den heute 31-jährigen Defensivspieler vom TuS Ennepetal eingeladen.

Aus gutem Grund: Denn in der schwarzgelben Chronik aus einem Jahrhundert westfälischer Fußball-Geschichte findet sich auch der Name Benjamin Knoche. Mit einem Einsatz erscheint er dort - vor elf Jahren, in der Saison 1997/98, hat der Wetteraner 79 Bundesligaminuten für den BvB absolviert.

In der vereinseigenen Statis-tik reicht das zwar nur für eine Nebenrolle, dennoch ist Knoche stolz, in Dortmund nicht in Vergessenheit geraten zu sein. „Ich freue mich sehr über die Einladung”, sagt er. Und er hofft darauf, heute in der Westfalenhalle einige be-kannte Gesichter wiederzu-treffen. Während die Stars des einstigen Kaders wie Kohler, Sammer, Möller oder Reuter ihren ehemaligen Mitspieler wohl kaum spontan wiedererkennen dürften, pflegt Knoche immer noch den Kontakt zu ein paar früheren Dortmunder Weggefährten - vor allem aus seiner Zeit bei den Amateuren.

„Es gibt einige, mit denen ich regelmäßig telefoniere.” In der Bundesliga war Benjamin Knoche zwar nur Mitläufer, in der zweiten Mannschaft jedoch ein Leistungsträger. Lange genug, um immer noch eine tiefe Verbundenheit zu verspüren. „Natürlich schlägt mein Herz für den BvB”, gesteht Knoche, der allerdings auch mit der zweiten Bundesliga-Borussia sympathisiert.

Kein Wunder, schließlich verbrachte er auch in Mön-chengladbach drei Jahre lang eine schöne Zeit, ohne aber noch einmal den Sprung auf den Bundesliga-Rasen zu schaffen. Dennoch: Unter dem renommierten Trainer Horst Wohlers stand Knoche unter anderem gemeinsam mit dem heutigen Nationalspieler Marco Marin in der zweiten Mannschaft auf dem Feld.

Der Bundesliga-Auftritt bleibt aber zweifellos Kno-ches sportlicher Höhepunkt. Dortmund steckte damals als amtierender Weltpokalsieger und Gewinner der Champions League trotz eines sündhaft teuren und ebenso prominent besetzten Kaders in der Krise. Trainer Nevio Scala musste handeln und berief Benjamin Knoche im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen in die Startelf. Weichen musste unter anderem Michael Zorc.

Vor 75 000 Zuschauern bot der heutige Ennepetaler eine solide Leistung auf der rech-ten Außenbahn, die in Minute 79 endete. Und Knoche jede Menge Lob, aber keinen wei-teren Bundesliga-Einsatz be-scherte. Dennoch: Drei U21-Länderspiele folgten, dazu Berufungen in den Kader. Viel Stoff für Erinnerungen. Wie vom Fast-Auftritt in der Champions League. Knoche: „In Prag führten wir mit 3:0, als mich Scala vom Aufwärmen zur Bank holte. Leider wurde das Spiel in den letzten drei oder vier Minuten aber nicht mehr unterbrochen, so dass ich nicht mehr einge-wechselt werden konnte.” Damals ärgerlich, heute eine von vielen Geschichten aus der großen Fußball-Welt.

2008 führte sein fußballerischer Weg zum ambitinierten, damaligen Landesligisten TuS Ennepetal. Dort ist er heute mit seiner immensen Erfahrung ein wichtiger Schlüsselspieler in der Westfalenliga.

„Ich habe fast alles schon erlebt”, sagt Knoche. Dass auch abseits des Profifußballs das Feuer immer noch brennt, ist leicht zu hören, wenn Knoche über seine Pläne mit dem TuS spricht: „Wenn wir das erste Spiel im neuen Jahr gewin-nen, geht vielleicht noch et-was nach oben”, ist der Ehr-geiz ungebrochen.

Ob Aufstieg oder nicht - beim TuS ist Knoche nach eineinhalb Jahren heimisch geworden. Und möchte das bleiben: „Ich könnte mir gut vorstellen, hier meine Laufbahn zu beenden.” Wann das sein wird? Darüber möchte er noch nicht spekulieren. Rund um den Bremenplatz dürfte man sich aber einig sein, dass es bis dahin ruhig noch etwas dauern darf . . .

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