BVB 2

Wagner-Elf deklassiert Schalke im „kleinen Revierderby“

Siebtes Tor im siebten Spiel: Terrence Boyd setzt sich hier gegen den Schalker Alban Sabah durch.

Siebtes Tor im siebten Spiel: Terrence Boyd setzt sich hier gegen den Schalker Alban Sabah durch.

Foto: WAZ FotoPool

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Was für eine Demonstration fußballerischer Stärke. Mit einem souverän herausgespielten 4:0 (2:0)-Triumph über die Zweitvertretung des FC Schalke 04 behielt Fußball-Regionalligist BVB 2 die Oberhand im „kleinen Revierderby“. Die Borussen kletterten mit dem 4:0 auf Rang 6 der Tabelle und damit an Schalke vorbei.

„Für mich war das keine wirkliche Überraschung. Wir haben auch im siebten Spiel auf hohem Niveau agiert. Diesmal stimmte aber auch das Ergebnis“, kommentierte Borussen-Coach David Wagner sichtlich zufrieden. Ganz anders die Stimmungslage bei den Gastgebern. Die 400 Schalke-Anhänger in der Wanne-Eickeler Mondpalast-Arena waren bedient, schlichen mit hängenden Köpfen davon.

Zwar suchte Schalkes Coach Bernhard Trares nach Erklärungen für den Auftritt seiner Jungs, bezeichnete die ersten drei Gegentreffer als „Geschenke von uns“, um schließlich beim Radsport zu landen: „Keiner hat heute gute Beine gehabt.“

Vielleicht lag das Problem mit den Beinen ja am schwülwarmen Wetter oder an der fehlenden Stimmung im Stadion, wie ein Beobachter erkannt haben wollte. Da musste David Wagner schon leicht schmunzeln. „Nein, bei uns war die Stimmung gut. Wir haben Vollgas gegeben.“ Und im Gegensatz zur ermatteten Konkurrenz verspürten die Borussen auch keine Wetterfühligkeit. Von der ersten Minute an waren sie laufstärker, schalteten schneller um, aggressiver in den Zweikämpfen und auch im Abschluss konsequenter als zuletzt beim 1:1 gegen Idar-Oberstein.

Um die gefährlichen Schalker Außen zu neutralisieren, hatte Wagner Innenverteidiger Marcel Halstenberg auf die Außenverteidiger-Position beordert, ein kluger Schachzug: „Marcel hat zum ersten Mal in seinem Leben dort gespielt und seine Sache richtig gut gemacht. “

Unterm Strich war Schalke mit dem 4:0 noch gut bedient. Denn ganze 15 Minuten – von der 30. Minute bis zum Halbzeitpfiff – durften die Gastgeber auf Augenhöhe mitspielen, scheiterten aber in dieser kurzen Phase am souverän agierenden und jederzeit präsenten Borussen-Keeper Zlatan Alomerovic. „In dieser Phase“, so David Wagner, „haben wir einen Fehler gemacht. Wie haben das Tempo hochgehalten, aber die Räume nicht zugemacht.“

Dennoch stand es da schon 2:0. Für die frühe Führung hatte Marc Hornschuh (13.) gesorgt, der einen Hofmann-Freistoß annahm und mit dem Leder in den gegnerischen Kasten stürzte. Zehn Minuten vor der Pause dann das wichtige 2:0. Baykan kämpfte sich allein durch, Torwart Himmelmann konnte nur abklatschen und Terrence Boyd war zur Stelle. „Ein Tor im Derby ist umso schöner“, freute sich der BVB-Torjäger über seinen siebten Treffer im siebten Spiel.

Die Entscheidung fiel dann nur 20 Sekunden nach Wiederanpfiff. Die meisten Fans saßen noch nicht, da stand es schon 3:0. Der quirlige Baykan passte vom Anstoßpunkt auf den überragenden Jonas Hofmann (Wagner: „Er hat zwei Tore geschossen und eine Vorlage gegeben. Einfach klasse“) und der zirkelte das Leder ganz überlegt ins lange Eck. Und der vielleicht stärkste Borusse sorgte dann noch für das 4:0. Eine tolle Kombination über Baykan und Boyd schloss Hofmann mit einem Schuss aus vollem Lauf ab. Frank Fahrenhorst, in seiner Bremer Glanzzeit immerhin zweifacher Nationalspieler, konnte nur fassungslos zusehen, was da um ihn herum geschah.

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