2:1 gegen Heidenheim

BVB 2 mit Trotzreaktion zum Sieg

Viele Ballkontakte und mit zunehmender Spielzeit auch immer effizienter: Leonardo Bittencourt.

Viele Ballkontakte und mit zunehmender Spielzeit auch immer effizienter: Leonardo Bittencourt.

Foto: WAZ FotoPool

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Einmal tief durchatmen, sich berechtigterweise freuen, dann die ganze Konzentration auf die nächste Partie in Halle legen und in diesem Kellerduell möglichst sofort nachlegen: mit einer ganz starken letzten halben Stunde und einem zwar etwas glücklichen, aber aufgrund einer klaren Steigerung nicht unverdienten 2:1 (0:1)-Erfolg über den 1. FC Heidenheim hat sich der BVB 2 im Kampf gegen den Abstieg zurückgemeldet.

„Die Mannschaft entwickelt sich, das ist an vielen Dingen zu sehen“, nannte David Wagner die wichtigste Erkenntnis der letzten Wochen, „wir sind wieder in der Lage, Spiele zu drehen, Nackenschläge wegzustecken und selbst mit Top-Teams der Liga mitzuhalten.“ Sieben Punkte holten sie aus den letzten vier Partien, und das gegen durchaus namhafte Konkurrenz. Heidenheim war vor der Saison als Aufstiegsfavorit gehandelt worden und bestätigte in Dortmund mit Spielern wie Michael Thurk und Marc Schnatterer zumindest phasenweise seine für diese Liga unbestritten hohe Qualität.

Mit dem Ausgleich kippt das Spiel - Bajner Torschütze und Vorbereiter

„Aber wir haben mit großer Leidenschaft dagegen gehalten, Fußball im wahrsten Sinne des Wortes gekämpft und uns gegen diesen fußballerisch starken Gegner auch die äußeren Bedingungen eines schwer bespielbaren Platzes zu Nutze gemacht“, hatte Wagner ein dickes Lob parat „für die Art und Weise, wie wir uns hier als Ganzes präsentiert haben“.

Auch wenn es einer langen Anlaufzeit bedurfte: Borussia ließ sich vom zu diesem Zeitpunkt verdienten 0:1 (33.) ebenso wenig entmutigen wie von jener höchst umstrittenen Situation, als nach einem Schuss von Balint Bajner der heftigst geforderte Elfmeterpfiff ausgeblieben war (38.). „In der Pause haben wir uns gesagt: wir machen das so wie in Darmstadt“, berichtete der Trainer später von einer geradezu trotzigen Reaktion seiner Jungs, die allerdings beim Latten-Kopfball von Marco Sailer (53.) riesiges Glück benötigten. Die Initialzündung folgte sechs Minuten später, als Bajner nach einem Distanzschuss von Leonardo Bittencourt und einer unglücklichen Abwehr von Gäste-Keeper Erol Sabanov abstaubte. Damit kippte das Spiel komplett, allein der jetzt sicher stehende BVB setzte die Akzente - und er wurde belohnt, als Jonas Hofmann nach maßgenauem Bajner-Flachpass einnetzte (74.).

Mit den beiden Torschützen sind zwei der Aktivposten bereits genannt. Dazu ein Marvin Bakalorz, der im Defensivzentrum nicht nur gut abräumte, sondern sich einige Male wirkungsvoll nach vorne einschaltete, und ein Leo Bittencourt, der seinen vielen Ballkontakten mit zunehmender Spielzeit immer mehr Effizienz folgen ließ. Die Steigerung der gesamten Mannschaft aber ist an keiner Person besser festzumachen als an Marcel Halstenberg: schwach begonnen, hatte der Linksverteidiger seine Seite immer besser in den Griff bekommen und am Ende so viel Selbstvertrauen entwickelt, dass er mit einem fulminanten Freistoß fast sogar noch das 3:1 hätte folgen lassen.

PERSONALIEN

Pause für Demirbay

Kerem Demirbay sah seine fünfte Gelbe Karte und muss als zweiter Borusse nach Marvin Bakalorz ein Spiel aussetzen: der „Sechser“ fehlt im Kellerduell am Samstag bei Mitaufsteiger Halle.

Tim Treude feierte nach zweieinhalbmonatiger Pause wegen eines Syndesmoseband-Anrisses ein Mini-Comeback, als er sieben Minuten vor Schluss für Leo Bittencourt eingewechselt wurde. „Er wird bald wieder eine wertvolle Alternative sein“, ist David Wagner mit den Fortschritten seines Mittelfeldspielers zufrieden.

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